Fördergelder Dachbegrünung: Darauf müssen Sie achten

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Vorbildcharakter: Das Hyatt Regency in Amsterdam erhielt 2017 die höchste BREAAM-Bewertung, die jemals an ein Hotel in den Niederlanden vergeben wurde. Das bienen- und schmetterlingsfreundliche Gründach fördert die lokale Artenvielfalt. © Hyatt Regency Amsterdam

Wer sein Hoteldach bepflanzen möchte, sollte vorab einiges beachten, um von Fördergeldern zu profitieren. Das Idyll lohnt sich aber in jedem Fall, wie Dachdeckermeister und Experte Henning Hanebutt erläutert.

Begrünte Dächer sind nicht nur ein absoluter Blickfang: Neben der optischen Aufwertung des Gebäudes tragen sie nachweislich zur gesunden Umwelt bei und können sogar bei der Dämmung helfen. Doch leider schrecken immer noch viele Bauherren vor hohen Kosten zurück. Sie wissen nicht, dass es dafür Fördergelder gibt.

Förderung von 20 Prozent

„Es gibt verschiedene staatliche und regionale Programme, die finanzielle Unterstützung für die Umsetzung von Dachbegrünungen bieten“, weiß Dachdeckermeister Henning Hanebutt. „Und die Fördergelder sind längst nicht so kompliziert, wie manch einer denkt.“

Die Dachbegrünung fällt unter die Förderung von Einzelmaßnahmen. Je nachdem, ob ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt, können daher unterschiedlich hohe Zuschüsse beansprucht werden: Liegt dieser Plan nicht vor, belaufen sie sich auf 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Sollte er jedoch vorhanden sein, erhöht sich der Zuschuss auf 20 Prozent. Die Förde­rungen können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mithilfe eines Energieberaters im Rah­men der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Einzel­maßnahmen (BEG EM) beantragt werden.

Natürlicher Schalldämpfer

Damit eine Förderung genehmigt wird, müssen die Anforderungen an den U-Wert gemäß der Richtlinie zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eingehalten werden. Der U-Wert, auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt, gibt den stündlichen Wärmestrom durch 1 m² Bauteil von warmer zu kalter Seite an. Für die Förderung darf der U-Wert des Daches maximal 0,14 W/(m²K) betragen.

Darüber hinaus gibt es für Dachbegrünungen auch regionale Förderungen. Viele Kommunen bezuschussen solche Projekte beispielsweise mit fünf bis 20 Euro pro Quadratmeter oder über­nehmen prozentuale Anteile der Kosten. Es lohnt sich also, bei den kommunalen Verwaltungen anzufragen

Aber warum ist eine Dachbegrünung überhaupt so attraktiv? Es ist nicht nur die Optik: Wer sich für ein grünes Dach entscheidet, hat einen natürlichen Schalldämpfer, der Lärm reduziert. Ähnliches gilt für die Verbesserung der Luftqualität: Das Grün filtert Schadstoffe aus der Luft, wobei es gleichzeitig als Lebensraum für viele Arten von Pflanzen, Insekten und Vögeln dient.

Heizkosten einsparen

Zusätzlich kann die Begrünung die Lebensdauer des Daches verlängern. Schließlich schützt sie die Dachmembran vor UV-Strahlung und einer physikalischen Abnutzung. Im Inneren des Hauses bleibt es im Sommer kühler, während im Winter Heizkosten eingespart werden können. Der Energieverbrauch lässt sich mithilfe der Dachbegrünung also nachhaltig verringern.

Nicht zuletzt dienen grüne Dächer auch als ökologische Wasseraufbereitungsanlagen. Sie nehmen Regenwasser auf und speichern es. Das minimiert das Risiko von Überschwemmungen und die Belastung von Abwassersystemen. Gute Gründe also, ein grünes Hoteldach in Betracht zu ziehen.

Tipp: Wer sein grünes Dach bezuschussen lassen möchte, sollte seinen Antrag möglichst frühzeitig einreichen. Sinnvoll ist es hierbei, auch einen Energieberater miteinzubinden. Die Kosten für den Berater kann man ebenfalls bezuschussen lassen oder von der Steuer absetzen.

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Der Experte

Henning Hanebutt ist Geschäftsführer der Hanebutt Gruppe. Zusammen mit seinem Sohn Heiner Hanebutt leitet er das Traditionsunternehmen, das seinen Dachdeckerbetrieb stetig erweiterte und heute ein breites Dienstleistungsspektrum rund um Dächer und Fassaden anbietet. Mit 14 Niederlassungen an zehn Standorten ist die Hanebutt Gruppe nicht nur bundesweit, sondern auch international tätig.