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StartBusiness & Management­Creative-Commons-Lizenzen::6 Must-Know-Codes

­Creative-Commons-Lizenzen6 Must-Know-Codes

Wie in allen Bereichen moderner Dienstleistung ist auch in der Hotelbranche eine überzeugende Außendarstellung der Schlüssel zum Erfolg. Wird mit Bildern Dritter geworben, sieht sich das Unternehmen allerdings schnell mit Fragen des Urheberrechts konfrontiert. Grundkenntnisse im Bereich „Creative Commons“ können dabei einiges erleichtern.

Für Neulinge auf dem Gebiet des Urheberrechts handelt es sich bei „Creative Commons“ (Englisch für „schöpferisches Gemeingut“) keineswegs um einen alltäglichen Begriff. Um Licht ins Dunkel zu bringen, muss man sich zunächst einmal klarmachen, wozu das Urheberrecht dient: Ganz grundsätzlich regelt es, wie und in welchem Umfang die Werke eines Urhebers geschützt werden. Solche Werke können aus den verschiedensten Bereichen stammen. Beispielhaft seien hier Fotografien, Musik oder Filmwerke genannt. Die Urheberrechte an diesen Werken stehen zunächst dem Urheber, also dem Schöpfer des Werkes selbst zu. Allerdings ist es üblich, dass auch andere Personen das Werk nutzen wollen. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, kann der Urheber einem Dritten sogenannte Nutzungsrechte einräumen.

Komplex und fehleranfällig: Individueller Lizenzvertrag

Aber wie kommt es dazu, dass ein Bedürfnis an der Weitergabe der Nutzungsrechte besteht? Veranschaulichen lässt sich dies anhand eines Beispiels aus der Hotelbranche: Angenommen, ein Ski-Hotel möchte künftige Besucherinnen und Besucher mit der
außergewöhnlich schönen Bergkulisse locken, und so ein Bild des örtlichen Bergpanoramas ist online leicht zu finden. Warum also selbst eines machen? Eine berechtigte Überlegung. Um die notwendigen Nutzungsrechte zu erhalten, müssen der Urheber und derjenige, der das Bild nutzen möchte, im Normalfall einen Nutzungsvertrag – auch Lizenzvertrag genannt – schließen. Die Parteien legen darin üblicherweise den Nutzungsumfang und die Vergütung fest.

Das Problem ist jedoch, dass das Aufsetzen solcher Verträge komplex ist und die im Internet zugänglichen Musterverträge die individuellen Bedürfnisse des Lizenznehmers nur ungenügend abdecken. Unzureichende Lizenzverträge können indes das Risiko von Vertragsverletzungen erhöhen, was wiederum die Gefahr des Erhalts urheberrechtlicher Abmahnungen und damit verbundene Schadenersatzforderungen steigert. Es ist daher stets ratsam, den jeweiligen  Lizenzvertag vor Vertragsunterzeichnung juristisch überprüfen zu lassen.

Creative-Commons-Lizenzen helfen

Aus diesem Grund wurden die sogenannten Creative-Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen) geschaffen. Lizenzen also, welche die Übertragung von Nutzungsrechten erheblich erleichtern sollen. Aber wie funktionieren sie? Vereinfacht gesagt handelt es sich bei den Creative-Commons-Lizenzen um Standardlizenzverträge, die von Urhebern genutzt werden, um ihre Werke möglichst vielen Lizenznehmerinnen und Lizenznehmern unentgeltlich unter immer gleichen Lizenzbedingungen zur Verfügung zu stellen. Nutzerinnen und Nutzer können die mit den entsprechenden Lizenzen versehenen Bilder dann in dem in der Lizenz festgeschriebenen Rahmen nutzen – ganz ohne individuelle Vereinbarung. Es lassen sich damit also sowohl Zeit als auch Kosten sparen.

Welche Lizenzen gibt es?

Allerdings setzt die Nutzung CC-lizenzierter Bilder  einige Grundkenntnisse über die möglichen Varianten der Lizenzierung voraus. Denn die vorgefertigten Lizenzen haben verschiedene Bedingungen, die an die Nutzung eines Werkes geknüpft werden. Diese Bedingungen müssen die Nutzerinnen und Nutzer kennen, um rechtskonform mit den Werken umgehen zu können. Differenziert werden grundsätzlich insgesamt sechs unterschiedliche Lizenzarten:

  1. CC BY: Namensnennung: Mit diesem Modul werden einfache Nutzungsrechte an dem Werk eingeräumt. Bei jeder Nutzung muss der Rechteinhaber genannt und ein Lizenzhinweis gegeben werden.
  2. CC BY-ND: Namensnennung – Keine Bearbeitung: Hier wird ein einfaches Nutzungsrecht unter Namensnennung eingeräumt. Allerdings sind Bearbeitungen hier nicht erlaubt. Das Werk soll nur unverändert genutzt werden dürfen, mit Ausnahme von Formatumwandlungen, die das Werk nicht verändern.
  3. CC BY-SA: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Bei diesem Modul wird ein einfaches Nutzungsrecht unter Namensnennung eingeräumt, das auch Bearbeitungen des Werkes umfasst. Allerdings sieht die Lizenz vor, dass diese Bearbeitungen nur unter der gleichen „CC-BY-SA-Lizenz“ weitergegeben werden dürfen.
  4. CC BY-NC: Namensnennung – Nicht kommerziell: Hier wird ein einfaches Nutzungsrecht unter Namensnennung eingeräumt. Kommerzielle Nutzungen sind allerdings verboten.
  5. CC BY-NC-ND: Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitung: Diese Lizenz unterscheidet sich von der CC-BY-ND-Lizenz lediglich dadurch, dass die kommerzielle Nutzung verboten ist.
  6. CC BY-NC-SA: Namensnennung – Nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Diese Lizenz stimmt überwiegend mit der CC-BY-SA-Lizenz überein. Allerding ist auch hier die kommerzielle Nutzung verboten.

Nicht vergessen: Pflichtangaben!

Während also bestimmte Regeln nur für einige Lizenzen gelten, gibt es Pflichtangaben, die bei der Verwendung CC-lizenzierter Bilder immer beachtet werden müssen. Dazu zählen:
• die Angabe des Lizenzgebers des Werkes,
• der Link zur Quelle des Werkes,
• die Nennung der CC-Lizenz und Link auf die entsprechende Lizenzurkunde,
• Bearbeitungshinweise und
• der Titel des Werkes.

Egal, welche Lizenz genutzt wird – an diese Punkte ist immer zu denken. Denn nur so kann vermieden werden, dass der Rechteinhaber Ansprüche auf Beseitigung, Unterlassung oder sogar Schadenersatz geltend machen kann.

Lesetipp: Was gilt es bei Mitarbeiter-Bildern zu beachten?


Zur Autorin

Sabrina Burkert ist Rechtsanwältin in der Kanzlei Spirit Legal in Leipzig. Sie ist Expertin im Bereich E-Commerce und berät Mandanten aus Hotellerie und Gastronomie zu allen Fragen des Wettbewerbs-, Marken-, und Urheberrechts.


 

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