Bilanz Buchungen von Ferienwohnungen ziehen an

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden vergangenes Jahr 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen gebucht.
Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden vergangenes Jahr 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen gebucht. © YarikL - stock.adobe.com

Die Nachfrage nach Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland wächst weiter. Online-Plattformen verzeichneten 2025 ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Urlauber haben im Jahr 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland über die Online-Plattformen Airbnb, Booking.com und Expedia gebucht. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat mit. Im Vergleich zu den Vorjahren flossen Daten von Tripadvisor nicht mehr in die Auswertung ein.

Deutlicher Zuwachs an inländischen Gästen

Das Wachstum zeigt sich besonders im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie. Im Jahr 2019 hatten Gäste aus dem In- und Ausland 37,2 Millionen Übernachtungen über die damals berücksichtigten Plattformen gebucht. Damit lag die Zahl im Jahr 2025 um 83,4 Prozent höher.

Besonders dynamisch entwickelte sich 2025 die Nachfrage aus dem Inland. Die Zahl der Übernachtungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent auf 48,5 Millionen. Damit lag sie 106,3 Prozent über dem Wert von 2019 und lag damit mehr als doppelt so hoch wie vor der Coronakrise. Ausländische Gäste buchten 19,8 Millionen Übernachtungen – ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber 2024.

Niederlande wichtigster Auslandsmarkt

Unter den ausländischen Gästen stellten Reisende aus den Niederlanden 2025 erneut die größte Gruppe. Sie buchten insgesamt 2,9 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern über die drei Plattformen. Auf den weiteren Plätzen folgten Polen mit 2,1 Millionen sowie die USA mit 1,3 Millionen Übernachtungen. Frankreich und die Schweiz komplettierten mit 1,3 Millionen beziehungsweise 1,1 Millionen gebuchten Übernachtungen die fünf wichtigsten Herkunftsmärkte.

Bayern beliebtestes Ziel

Mit 10,6 Millionen Übernachtungen entfielen vergangenes Jahr rund 15,5 Prozent aller Übernachtungen auf den Freistaat. Dahinter folgten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 8,1 Millionen sowie Niedersachsen mit acht Millionen Übernachtungen.

Die Herkunft der Gäste unterschied sich jedoch deutlich zwischen den Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern entfielen 92,3 Prozent der gebuchten Übernachtungen auf Gäste aus dem Inland, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 88,7 Prozent und Thüringen mit 83,8 Prozent.

Ein anderes Bild zeigte sich in Berlin: Dort kamen 67,7 Prozent aller Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland. Auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verzeichneten mit 42,3 beziehungsweise 40,8 Prozent vergleichsweise hohe Anteile ausländischer Gäste.

Ergänzung der Tourismusstatistik

Bei der Interpretation der Ergebnisse sei zu beachten, dass der Trend zu mehr Buchungen über Online-Plattformen die Daten im Jahresvergleich verzerren könne und die Entwicklung daher nicht allein auf ein verändertes Reiseverhalten zurückzuführen sei, so Destatis. Da keine plattformspezifischen, sondern nur aggregierte Daten der beteiligten Plattformen verfügbar seien, könnten die Auswirkungen des Wegfalls von Tripadvisor nicht quantifiziert werden. Da es sich dabei um die kleinste der beteiligten Plattformen handele, schätzt Destatis die Auswirkungen auf die Ergebnisse jedoch als gering ein.

Die Daten liefern vor allem Informationen über kleinere Anbieter von Ferienunterkünften. Rund 94 Prozent der über Airbnb, Booking.com und Expedia gebuchten Übernachtungen entfielen 2025 auf Beherbergungsbetriebe mit weniger als zehn Betten – darunter häufig private Vermieterinnen und Vermieter. Diese Unterkünfte werden von der amtlichen Tourismusstatistik nicht erfasst, da sie ausschließlich Betriebe mit mindestens zehn Betten berücksichtigt.

Während die amtliche Tourismusstatistik für Ferienwohnungen und -häuser im Jahr 2025 insgesamt 97 Millionen Übernachtungen ausweist, entfallen 64,1 Millionen der über die Plattformen gebuchten Übernachtungen auf kleinere Betriebe, die dort nicht enthalten sind. Die Plattformdaten ergänzen damit die offizielle Tourismusstatistik und zeichnen ein vollständigeres Bild des Marktes für Ferienunterkünfte. red/sar