Analysieren und optimierenVier Tipps zur Kosteneinsparung im Energiebereich

Kosteneinsparung erreicht der Hotelier zum Beispiel mit dem Einsatz von LED-Lampen. (Bild: BlurryMe/Shutterstock.com)

Kosteneinsparungen sind in der Coronakrise wichtiger denn je. Tobias Thiel, Geschäftsführer von Enermarket, gibt Hoteliers Tipps, wie sie Maßnahmen im Energiebereich umsetzen können.

Anzeige

Für Hotelbetriebe bedeutet die aktuelle Situation die Bedrohung der Existenz – auftretende Kosten lassen sich schnell nicht mehr decken. „Es gilt also, sich ausgiebig mit Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die zur Senkung der Ausgaben beitragen – nur so bleiben Unternehmen bestehen“ betont Tobias Thiel, Geschäftsführer von Enermarket und Betreiber des gleichnamigen Online-Vergleichsportals für Strom und Gas. Dabei spiele der Energiebereich mit einem hohen Einsparpotenzial und vielen Fördermöglichkeiten eine wichtige Rolle.

1. Kostentreiber identifizieren – und eliminieren

Neben dem Verbrauchsverhalten gibt es noch weitere Stellschrauben zur Senkung der Ausgaben in diesem Bereich. Dazu gehören, so Thiel, Sanierungsmaßnahmen bei der Raumheizung, beim Warmwasser oder bei der Prozesswärme. Diese würden sich häufig schon kurzfristig rechnen, da hohe Energiekosten hier vor allem durch nicht modernisierte Betriebsgebäude sowie ungedämmte Leitungen und Armaturen entstehen würden. Reduzieren Betriebe die Durchschnittstemperatur in ihren Räumen etwa um ein Grad Celsius, würden sie außerdem bis zu sechs Prozent der Heizkosten sparen. „Senken sie zusätzlich die Temperatur nachts und am Wochenende ab, kann der eingesparte Prozentsatz schnell in den zweistelligen Bereich wandern“, führt der Enermarket-Geschäftsführer weiter aus.

2. Vergleichen

„Noch zu wenige Unternehmen setzen bei ihrer Strategie konsequent auf einen Wechsel ihres Energieanbieters.“ Grund dafür sei häufig der Aufwand. Viele würden sich einfache Lösungen wünschen, um Kosteneinsparung zu erreichen. „In diesem Zusammenhang haben die Versorger die Möglichkeit, ihre Leistungen auf Online-Portalen transparent zu präsentieren. Mit nur wenigen Klicks erhalten Interessierte auf diese Weise ein für sie passendes Angebot oder führen sogar sofort einen Wechsel durch. Dabei entstehen keine zusätzlichen Kosten“, sagt Thiel. Eventuelles Fachwissen zum Energiemarkt sei für Entscheider dabei nicht nötig. Er rät dazu, regelmäßig die Situation zu beleuchten und unterschiedliche Möglichkeiten zu vergleichen.

3. Auf angepasste Regelungen reagieren

„Aufgrund der besonderen Umstände kommt es zu verschiedenen Veränderungen im Rahmen der für Unternehmen zur Verfügung stehenden Fördermaßnahmen.“ Beispielsweise habe das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie reagiert und seine Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows angepasst. Um dem erhöhten Existenzrisiko durch Corona-bedingte Rückgänge etwa von Auftragszahlen entgegenzuwirken, kam am 3. April 2020 ein weiteres Modul für betroffene kleine und mittelständische Unternehmen hinzu. Diese Sonderregelungen gelten zunächst bis Ende des Jahres. Von der Krise beeinträchtigte Betriebe erhalten auf diese Weise einen Zuschuss für Beratungskosten von bis zu 4.000 Euro.

„Verantwortliche können bis zum 31. Dezember dieses Jahres Anträge bei der Bewilligungsbehörde stellen und sich so Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung finanzieren. Hierunter fällt auch eine Energieberatung, die Betriebe beispielsweise zur Ermittlung von Prognoseveränderungen oder Einsparpotentialen nutzen können. Zudem besteht für Unternehmen die Möglichkeit, ein verpflichtendes Energieaudit nach DIN EN 16247-1 auch nach dem Stichtag – also spätestens vier Jahre nach Einreichung des vorherigen Audits – einzureichen. Hierfür kann es nach Beendigung der Krise einfach mit kurzer Begründung nachgeholt werden“, betont der Enermarket-Geschäftsführer. Stichprobenartige Kontrollen zur erfolgreichen Realisierung des Audits würden in diesen Krisenzeiten entfallen. Hinzu komme eine Lockerung der allgemeinen Fristen zum Antragseingang im Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“.

Unternehmen würden profitieren, da sie auf diese Weise ohne bürokratischen Aufwand mit Unterstützung beispielsweise ihre veraltete Heizungsanlage durch eine effiziente und energiesparende ersetzen können. Gleiches gelte für die strikten zeitlichen Beschränkungen in der besonderen Ausgleichsregelung: Aufgrund der Coronakrise müssen ausnahmsweise nicht alle Unterlagen zur Beantragung bis zum 30. Juni vorliegen. Stromkostenintensive Unternehmen mit internationaler Konkurrenz müssen so nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen – vorausgesetzt, sie holen die vollständige Antragsstellung nach.

4. Beleuchtung optimieren

In Krisenzeiten, so Thiel, steht zudem Kreativität weit oben auf der Prioritätenliste von Unternehmen. Das betreffe vor allem auch die Ausstattung. Neben Kälte-, Klima- und Lüftungssystemen ist auch die Beleuchtung ein wichtiger Faktor. Leuchtmittel wie etwa Leuchtdioden (LED) optimieren die Produktivität und Effizienz, da sie sich durch ihre energiesparende Funktionsweise und überdurchschnittlich lange Lebensdauer auszeichnen. „Ihre Anschaffung amortisiert sich deswegen bereits nach wenigen Jahren und wird zum Beispiel in Form der Bereitstellung eines günstigen Kredits sowie eines Tilgungszuschusses durch die KfW gefördert.“ Auch die zeitliche Beschränkung der Beleuchtung auf die Betriebszeiten zahle sich aus. Dabei lohne sich der Einsatz von Bewegungsmeldern und automatisierten Tageslichtdimmer. Ein schlüssiges Beleuchtungskonzept trage maßgeblich zur Senkung der Ausgaben bei. „Durch das KfW-Energieeffizienzprogramm besteht in diesem Zusammenhang außerdem die Möglichkeit, Fördermaßnahmen in Anspruch zu nehmen“, so Thiel. Beispiele hierfür sind die Bereitstellung eines Kredits zu günstigen Konditionen und ein Tilgungszuschuss beim Zurückzahlen.


Lesen Sie auch unsere Tipps zur Senkung des Stromverbrauchs in der Hotelküche.


 

Anzeige