Die Mamma Group baut in der Wachau ein Designhotel mit 126 Zimmern und 108 Wohnungen. Das Hotel soll im März 2029 öffnen, der Wohnpark im Frühjahr 2028 fertig sein.
Wo einst die Römer siedelten und später ein Schloss über Jahrhunderte den Ort prägte, soll ein Designhotel entstehen. In Mautern an der Donau fand der Spatenstich für das Hotel Schloss Mautern und das Wohnquartier Donaupark Mautern statt. Die Stadt liegt am südlichen Donauufer gegenüber von Krems, mit dem sie über eine Brücke verbunden ist.
Projektentwickler ist die Wiener Mamma Group mit CEO Herbert Pinzolits. Auf 2,5 Hektar plant sie ein Viersterne-Superior-Hotel und 108 Wohnungen. Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von 72 Millionen Euro. Laut den Beteiligten ist es das größte private Bauprojekt der vergangenen Jahre in Niederösterreich und das wichtigste Stadterneuerungsvorhaben der Region. An der Feier zum Spatenstich nahmen Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Heinrich Brustbauer und zahlreiche Projektpartner teil.
Pinzolits betonte, man wolle den Standort nicht einfach nur neu bebauen. Wichtig sei, „seine reiche Geschichte, seine exponierte Lage und sein vielschichtiges Potenzial als Ganzes zu betrachten“. Die Gruppe investiere langfristig in die Zukunft der Wachau, mit Wohnraum, einem außergewöhnlichen Hotel und neuen wirtschaftlichen Perspektiven für die Region.
Alte Mauern, modernes Design
Das Hotel Schloss Mautern soll im März 2029 öffnen und 126 Zimmer und Suiten bieten. 51 davon liegen im Schloss, 75 entstehen in einem angrenzenden Neubau. Geplant sind zwei Restaurants, ein Fine-Dining-Angebot, eine Terrasse, eine Genusswelt mit Weinen und Spezialitäten aus der Wachau sowie eine eigene Spa- und Wellness-Villa. Die Römerhalle soll als Veranstaltungsort für Konzerte, Konferenzen und Hochzeiten mit bis zu 250 Gästen dienen.
Der Hotelbetrieb schafft laut Mamma Group 113 Vollzeitstellen und wäre damit der größte Arbeitgeber der Stadt. Betreiberin ist die Hotel Schloss Mautern Betriebe GmbH, die von Benedikt Komarek und Theodor Kubak geführt wird. Das Haus soll Mitglied von Design Hotels werden. Komarek, auch Miteigentümer der Wiener Schani Hotels, will „einen Ort schaffen, für den man sich bewusst Zeit nimmt“. Das Hotel solle nicht nur internationale Reisende ansprechen, sondern auch für die Menschen der Region ein lebendiger Treffpunkt sein.
Für die Architektur des Gesamtprojekts zeichnet Hohensinn Architekten aus Graz verantwortlich, das Interior Design stammt vom Studio Matteo Thun Milano. „Die Geschichte dieses Ortes ist außergewöhnlich und bildet die Grundlage unserer Gestaltung. Wir möchten den Charakter des Schlosses bewahren, ihn aber nicht museal inszenieren“, betonte Karola Gröger vom Studio Matteo Thun. Ziel sei ein eigenständiger, lebendiger Ort, „der seine Vergangenheit respektiert und gleichzeitig in die Zukunft blickt“.
Neue Impulse für den Ganzjahrestourismus
Mit dem Hotel verbindet sich auch eine größere touristische Vision: Die Wachau soll international noch stärker als eigenständiges Reiseziel wahrgenommen werden – auch über die klassische Hauptsaison hinaus. Wein, Kulinarik, Kultur und besondere Erlebnisse sollen Gäste dazu bewegen, mehrere Tage im Donautal zu verbringen. Davon sollen auch Winzer, Gastronomiebetriebe, Kulturveranstalter und zahlreiche weitere Unternehmen profitieren. „Die Wachau hat alles, was große internationale Weinregionen auszeichnet: eine einzigartige Landschaft, berühmte Weine, eine lebendige Kultur und außergewöhnliche Menschen“, sagte Theodor Kubak, Co-Geschäftsführer der Hotel Schloss Mautern Betriebe GmbH.
Dieses Potenzial soll international sichtbarer werden und zusätzliche Reiseanlässe schaffen. „Wenn Gäste länger bleiben, die Region entdecken und ihre Vielfalt erleben, entsteht Wertschöpfung weit über das Hotel hinaus“, ist Kubak überzeugt.
108 Wohnungen im Donaupark
Direkt neben dem Hotel entsteht der Donaupark Mautern mit 108 Wohnungen in vier Bauteilen. Die Bauteile 1 bis 3 umfassen Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen, im vierten sind 39 Mikrowohnungen mit 28 bis 40 Quadratmetern geplant. Das Angebot richte sich an Studierende, Berufstätige, junge Familien und Senioren. 45 Eigentumswohnungen kommen ab Januar 2027 in den Verkauf. Der Wohnpark soll im Frühjahr 2028 fertig sein.
Beim Bau werden auch das Thema Nachhaltigkeit mitgedacht: Wo bisher Asphalt lag, soll eine autofreie Parkanlage mit Spazierwegen und Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen. Eine eingeschossige Tiefgarage mit 220 Stellplätzen steht Bewohnern und der Öffentlichkeit offen. Die Wärme- und Kälteversorgung läuft über Wärmepumpen mit Erdsonden und Grundwasser, ergänzt durch Photovoltaik. Für das gesamte Projekt ist eine ÖGNI/DGNB-Zertifizierung in Gold in Vorbereitung.
Rückenwind aus der Politik
„Mit dem Hotel Schloss Mautern und dem Donaupark entsteht hier ein wertvoller Impuls für die regionale Wirtschaft, den Ganzjahrestourismus und die Lebensqualität“, unterstrich Landeshauptfrau Mikl-Leitner. Besonders erfreulich seien die neuen Arbeitsplätze und die zusätzliche Wertschöpfung.
Auch Bürgermeister Heinrich Brustbauer sieht der Entwicklung mit großer Freude entgegen: „Für Mautern ist das ein ganz besonderer Schritt. Ein historisch bedeutender Standort bekommt eine neue Zukunft, gleichzeitig entstehen dringend benötigter Wohnraum, neue Arbeitsplätze und attraktive Angebote für Einheimische und Gäste. Besonders wichtig ist, dass sich das gesamte Areal weiter öffnet und zu einem lebendigen Teil unserer Stadt wird.“ red/sar