Digitalisierung Digitale Hürden bremsen Reisebuchungen

Digitale Barrieren führen bei Reisebuchungen häufig zum Abbruch.
Digitale Barrieren führen bei Reisebuchungen häufig zum Abbruch. © AdobeStock.com/Bluedesign

Laut einer aktuellen Umfrage haben 52 Prozent der Befragten schon einmal eine Online-Reisebuchung wegen digitaler Barrieren abgebrochen. Woran es besonders häufig scheitert.

Digitale Barrieren führen bei Reisebuchungen häufig zum Abbruch. Laut dem „Travel Check“, einer repräsentativen Online-Umfrage von Civey im Auftrag des Anbieters für digitale Barrierefreiheit Accessiway, haben 52 Prozent der Befragten in Deutschland bereits eine Buchung für eine Unterkunft, einen Flug oder eine Bahnreise abgebrochen, weil eine Website, App oder digitale Inhalte schwer verständlich oder bedienbar waren. Bei den 18- bis 29-Jährigen lag der Anteil bei 69 Prozent.

Bezahlvorgänge und Website-Struktur als größte Hürden

Unter den Befragten, die bereits wegen digitaler Barrieren eine Buchung abgebrochen hatten, nannten 48,1 Prozent nicht funktionierende Bezahlvorgänge als Problem. 46,2 Prozent kritisierten eine unübersichtliche Website-Struktur. Weitere Hindernisse waren schwer bedienbare Datumsauswahlfelder (36,5 Prozent), schwer schließbare Werbung und Pop-ups (34,6 Prozent) sowie Probleme mit Sicherheitsprüfungen wie Captchas (26,9 Prozent).

Auch die mobile Bedienbarkeit spielt eine Rolle: 36,2 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, die bereits eine Buchung wegen digitaler Barrieren abgebrochen hatten, nannten nicht funktionierende Websites auf dem Smartphone als Grund. Bei den 30- bis 39-Jährigen war eine unübersichtliche Website-Struktur besonders häufig ein Problem; bei den 40- bis 49-Jährigen standen Schwierigkeiten beim Bezahlen im Vordergrund.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Laut Umfrage berichteten Frauen etwas häufiger als Männer von Problemen, die zum Buchungsabbruch führten: 54 Prozent gegenüber 51 Prozent. Schwer bedienbare Auswahlfelder und Formulare nannten 40,7 Prozent der Frauen und 31,4 Prozent der Männer als Abbruchgrund. Auch eine unübersichtliche Website-Struktur und zu kleine Schrift wurden von Frauen häufiger als Hindernisse angegeben.

Accessiway sieht darin einen wirtschaftlichen Faktor für die Reisebranche. „Wer seine Buchungsstrecke nicht für alle Menschen bedienbar macht, verliert potenzielle Kunde“, sagt Christian Stephan, Managing Director DACH bei Accessiway.

Die Umfrage wurde am 21. und 22. September durchgeführt. Civey befragte dafür online 2.500 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. red/nz