Nur zehn Prozent der Unternehmen haben KI vollständig in ihre Arbeitsabläufe integriert. In Deutschland sehen 53 Prozent strukturelle Hindernisse für den KI-Einsatz.
Hotelgruppen, Airlines und Reiseveranstalter nutzen Künstliche Intelligenz (KI) bereits im Tagesgeschäft. Doch in vielen Unternehmen verändert sie bislang kaum die Art, wie sie arbeiten. Das zeigt der „Global Enterprise AI Report“ von Publicis Sapient. Für die Studie befragte das Unternehmen 1.550 KI-Entscheidungsträger in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Australien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die zentralen Ergebnisse: Weltweit setzen 73 Prozent der Befragten KI regelmäßig oder in den meisten Prozessen ein. Nur zehn Prozent sagen jedoch, dass KI zentral dafür ist, wie ihr Unternehmen arbeitet. Vollständig in das Unternehmen integriert ist die KI-Umgebung laut Studie bei lediglich 18 Prozent der Befragten.
Fehlende Integration bremst den Ausbau
Die größten Hindernisse liegen laut Studie nicht in der Technologie selbst. 38 Prozent der Befragten nennen die fehlende Integration über verschiedene Systeme hinweg als wichtigste Bremse beim Ausbau von KI. Es folgen fragmentierte Daten mit 36 Prozent und organisatorische Silos mit 26 Prozent.
22 Prozent sehen die Organisationsstruktur als größtes Hindernis für den KI-Erfolg. Nur elf Prozent nennen die Technologie selbst. Insgesamt halten sich lediglich 15 Prozent der Befragten für vollständig gerüstet, um die Erwartungen an den KI-Einsatz im eigenen Unternehmen zu erfüllen.
Deutschland: KI im Team, aber selten integriert
In Deutschland zeigt sich die Diskrepanz zwischen Nutzung und Integration besonders deutlich. 35 Prozent der Befragten geben an, dass KI im Team bereits als „Kollege“ mitarbeitet. Das ist der höchste Wert im Ländervergleich. Unternehmensweit vollständig integriert ist KI dagegen nur bei zehn Prozent. Zudem sagen 53 Prozent, dass ihre Organisation strukturell nicht darauf ausgelegt ist, den Nutzen von KI auszuschöpfen. Im Vergleich der sechs untersuchten Märkte ist das der höchste Wert. Der Durchschnitt liegt bei 42 Prozent. Auch fehlende Integration in die Arbeitsabläufe erschwere den Ausbau von KI. In Deutschland nennen 28 Prozent der Befragten diesen Faktor als Hindernis.
Touristik und Hotellerie stehen vor Datenproblemen
Die Ergebnisse sind auch für die Touristik und Hotellerie relevant. Bei Hotelgruppen, Airlines und Reiseveranstaltern laufen Buchung, Distribution, Preissteuerung, Kundenbindungsprogramme (Loyalty) und Service häufig über getrennte Plattformen.
Aishwarya Singhal, Head of Engineering, Travel & Hospitality bei Publicis Sapient, sieht darin eine zentrale Herausforderung. Außer fragmentierten Daten und fehlender Integration erschwere vor allem die Datenqualität den Einsatz von KI. Das gelte insbesondere dann, wenn zahlreiche Vertriebspartner angebunden seien und Daten teilweise manuell erfasst würden. „Dadurch ist es äußerst komplex, eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden herzustellen. Das erschwert es wiederum, KI-Lösungen darauf aufzubauen“, sagt Singhal. Unternehmen, die KI-Projekte planen, sollten deshalb zunächst ihre Datenbasis in Ordnung bringen. red/nz
>> Der „Global Enterprise AI Report“ steht online zum kostenfreien Download zur Verfügung.