Reisemarkt Geschäftsreisen verändern Anforderungen an Hotels

Businessreisemarkt Geschäftsreise Mann Rezeption
Neben dem Hotelangebot können auch Restaurants, Bars und weitere Aufenthaltsbereiche zum Buchungsargument für Businessgäste werden. © Dragana Gordic - stock.adobe.com

Der Businessreisemarkt erholt sich weiter, bleibt aber deutlich unter dem Niveau von 2019. Für Hotels gewinnen deshalb neben Lage und Zimmer auch Erlebnis, Begegnung und digitale Prozesse an Bedeutung.

Der Markt für beruflich veranlasste Reisen zieht wieder an. Laut der aktuellen Geschäftsreiseanalyse des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) stieg ihre Zahl von 107,1 Millionen im Jahr 2024 auf 116,1 Millionen 2025. Vom Vor-Pandemie-Niveau ist der Markt damit allerdings noch deutlich entfernt: 2019 wurden 195,4 Millionen Reisen gezählt.

Bei den Ausgaben fällt die Lücke geringer aus. Die Reisekosten erreichten 2025 insgesamt 48,6 Milliarden Euro, nach 55,3 Milliarden Euro im Jahr 2019. Der Durchschnittspreis pro Reise erhöhte sich im selben Zeitraum von 238 auf 418 Euro.

Für Marina Christensen, Head of Sales bei BWH Hotels Central Europe und Präsidiumsmitglied des VDR, zeigt sich darin auch ein veränderter Stellenwert beruflicher Mobilität. Unternehmen müssten stärker begründen, welchen Mehrwert eine Reise bietet. Hotels seien deshalb gefordert, ihr Angebot entsprechend weiterzuentwickeln.

Erlebnis und Begegnung als Buchungsfaktoren

Marina Christensen Head of Sales BWH Hotels Central Europe Porträt
Marina Christensen verantwortet den Vertrieb bei BWH Hotels Central Europe und ist zugleich Präsidiumsmitglied des VDR. - © BWH Hotels

Neben einer guten Lage und funktionalen Zimmern spielen aus Sicht von Christensen heute weitere Aspekte eine Rolle. Dazu zählen unter anderem Gestaltung, gastronomische Angebote und Räume für Begegnung oder gemeinsames Arbeiten. „Heute genügt es nicht mehr, nur ein Zimmer mit Bett und Schreibtisch anzubieten“, sagt Christensen. Gerade jüngere Gäste erwarteten Angebote, die Arbeit, Austausch und Aufenthalt stärker miteinander verbinden.

Auch Blended Travel, also die Verbindung geschäftlicher und privater Reiseanlässe, beeinflusse die Anforderungen. Tagungs- und Seminarhotels könnten davon profitieren, wenn sie neben klassischen Veranstaltungsflächen auch Möglichkeiten für informellen Austausch und gemeinsame Aktivitäten schaffen.

Digitale Abläufe rücken in den Fokus

Potenzial sieht Christensen außerdem bei den Prozessen rund um den Aufenthalt. Dazu zählen digitale Rechnungsabläufe, mobiler Check-in und Check-out sowie kürzere Reaktionszeiten bei Angeboten und Gästeanfragen. Für die Businesshotellerie bedeutet die Entwicklung damit eine Verschiebung der Erwartungen: Funktionale Grundanforderungen bleiben wichtig, reichen als alleinige Differenzierung jedoch immer weniger aus. red/ik