Bilanz Hotelinvestmentmarkt bleibt selektiv

Hotelinvestmentmarkt Bilanz Deutschland
Die Hälfte des investierten Kapitals floss in Hotels der Kategorien „Upper Upscale“ und „Upscale“. © aubriella - adobe.stock.com (KI-generiert)

Europäische Hoteltransaktionen erreichen im ersten Halbjahr 2026 ein Volumen von 11,7 Milliarden Euro. Deutschland kommt auf 603 Millionen Euro.

Der europäische Hotelinvestmentmarkt zeigt sich im ersten Halbjahr 2026 trotz eines rückläufigen Transaktionsvolumens robust. Nach dem aktuellen "Market Beat Europe Hospitality"-Bericht von Cushman & Wakefield wurden Hotels im Wert von insgesamt 11,7 Milliarden Euro gehandelt. Das entspricht einem Rückgang von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, liegt aber knapp 20 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt für ein erstes Halbjahr.

Gleichzeitig nahm die Zahl großvolumiger Transaktionen zu. Die Zahl der Deals mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro stieg im Jahresvergleich um 30 Prozent. Auch der durchschnittliche Preis pro verkauftem Hotelzimmer legte um neun Prozent auf 228.416 Euro zu. Die Hälfte des investierten Kapitals floss in Hotels der Kategorien „Upper Upscale“ und „Upscale“.

Deutschland auf Platz 5

Das Vereinigte Königreich führt mit 3,22 Milliarden Euro die Länderstatistik an, gefolgt von Spanien mit 2,66 Milliarden Euro. Deutschland liegt mit 603 Millionen Euro auf Rang fünf, allerdings 46 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Zu den größeren Transaktionen auf dem deutschen Markt zählte der Verkauf eines elf Objekte umfassenden Portfolios von Aroundtown an die britisch-amerikanische Ironstone Group und Ogilvy Capital.

London blieb mit 2,3 Milliarden Euro aus 24 Immobilien Europas aktivster Hotelinvestmentmarkt. Dahinter folgten Paris, Wien und Madrid. Zu den bedeutenden Einzeltransaktionen im ersten Halbjahr gehörten unter anderem der Verkauf des Pullman Paris Tour Eiffel, die Übernahme des ehemaligen Westminster Curio Collection Hotels in London durch Riu Hotels & Resorts sowie der Kauf des Park Hyatt Wien aus der Insolvenzmasse der Signa Group.

Asiatische Investoren verstärken Aktivitäten

Investoren aus der Asien-Pazifik-Region erhöhten ihr Transaktionsvolumen laut der Analyse im Jahresvergleich um 500 Prozent. Cushman & Wakefield führt die Entwicklung unter anderem auf eine stärkere Diversifizierung globaler Anleger und geopolitische Faktoren zurück. Gleichzeitig ging das Investmentvolumen aus Amerika um 87 Prozent zurück.

Für das zweite Halbjahr erwartet das Immobilienberatungsunternehmen weitere großvolumige Transaktionen. Mehrere Portfolios und Plattformen befinden sich demnach derzeit im Markt. red/nz