GMH: Trennung von VZB-Joint-Venture ist abgeschlossen

Martin R. Smura ist Gründer und Chairman der Grand Metropolitan Hotels.
Martin Smura ist Gründer und Chairman der Grand Metropolitan Hotels. © Grand Metropolitan Hotels

Die Anteile an der niederländischen Holding gehen an Gravity Capital aus Hongkong. Die Markenrechte wurden entzogen, Kingstone Capital Schweiz bleibt strategischer Investor der Grand Metropolitan Hotels.

Grand Metropolitan Hotels (GMH) betrachtet die Trennung vom Joint Venture mit dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) als abgeschlossen. Die Kingstone Capital AG Schweiz hat sich zum 30. Juni 2026 vollständig aus der bisherigen Beteiligungsstruktur zurückgezogen. Ihre Tochtergesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die 70,3 Prozent an der niederländischen Beteiligungsgesellschaft Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. hielt, wurde an Gravity Capital aus Hongkong übertragen. Die Direktoren und der Aufsichtsrat der Holding sind zurückgetreten, die Gesellschaft firmiert künftig als Gravity Capital Hospitality. Die Nutzung der Marke Grand Metropolitan Hotels wurde der Gesellschaft entzogen.

„Als wir das Joint Venture gegründet haben, waren wir überzeugt, mit dem VZB einen verlässlichen und langfristigen Partner gefunden zu haben. Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht mehr möglich war“, sagte Martin R. Smura, Gründer der Grand Metropolitan Hotels Group. Nach Angaben des Unternehmens befand sich das Joint Venture über einen längeren Zeitraum in einem sogenannten Deadlock, nachdem verschiedene Lösungsansätze – darunter Angebote zum gegenseitigen Erwerb der Beteiligungen und Vorschläge für eine Kapitalerhöhung – nicht umgesetzt werden konnten.

„Wir bedauern diese Entwicklung ausdrücklich. Unser gemeinsames Ziel war ursprünglich die langfristige Weiterentwicklung der Beteiligung. Nachdem jedoch keine tragfähige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit mehr bestand, war eine Trennung letztlich die konsequente Lösung“, ergänzt Smura. 

Hintergrund: Gerichtsverfahren in Amsterdam und Streit um Bewertungen

Der Trennung vorausgegangen war ein Gesellschafterstreit. Das Amsterdamer Handelsgericht hatte eine Untersuchung der Geschäftsabläufe und der Geschäftsführung der niederländischen Holding eingeleitet. Laut Berichten von Handelsblatt und Wirtschaftswoche wurde der Vorstand – darunter Smura und der frühere FDP-Politiker Philipp Rösler – vorläufig suspendiert. Grand Metropolitan Hotels widersprach dieser Darstellung: Der Aufsichtsrat und die Direktoren seien bereits am 30. Juni zurückgetreten, vor dem Gerichtsbeschluss.

Im Zentrum des Verfahrens steht laut den Medienberichten die Frage, ob Sacheinlagen werthaltig sind, mit denen Smura über Kingstone Capital das Grundkapital der Holding auf mehr als 200 Millionen Euro aufgestockt hatte. Die größte Einlage: knapp 100 Millionen Aktien, ausgegeben an Kingstone im Gegenzug für Anteile an einer Gesellschaft, deren wesentlicher Vermögenswert eine KI-Software namens „Genesis AI“ sein soll. Das Bewertungsgutachten wurde laut den Berichten von Kingstone selbst beauftragt.

Gravity Capital übernimmt Technologiebeteiligungen

Im Rahmen der Transaktion gingen auch die Mehrheitsbeteiligungen an den Hospitality-Technologieunternehmen Genesis AI, Room Hub und Xenios an Gravity Capital über. Die Investmentgesellschaft ist nach eigenen Angaben auf Wachstumsfelder wie künstliche Intelligenz, Biotechnologie und digitale Plattformen spezialisiert. Die niederländische Holding hat ein neues Management bestellt. Offen bleibt laut Grand Metropolitan Hotels, wie die künftige Finanzierung der Gesellschaft zwischen den neuen Partnern geregelt wird.

GMH setzt auf Asset-Light-Wachstum

Für die Hotelmanagement- und Markengruppe ändert sich nach eigenen Angaben strategisch nichts. Die Kingstone Capital Holding AG Schweiz bleibe strategischer Investor und werde das internationale Wachstum auch außerhalb der bisherigen Joint-Venture-Struktur weiterverfolgen. Die Beteiligungen an Top International Hotels, Voile d'Or, Signature Hotels und weiteren Marken würden vollständig innerhalb der Grand Metropolitan Hotels Group gehalten, die sich ausschließlich im Besitz der Smura-Familienholding befindet. Die Gruppe setze ihre Asset-Light-Strategie in den Bereichen Hotelmanagement, Branding, Franchise, Affiliation und digitale Hospitality-Lösungen fort.

Parallel arbeite das Unternehmen an der nächsten Expansionsstufe. GMH befinde sich in exklusiven Verhandlungen über die Übernahme eines weiteren Unternehmens im Bereich Hotel Affiliation. Eine Bekanntgabe werde für September 2026 erwartet. red/sar