Rechtstreit Verfahren in Amsterdam: Grand Metropolitan Hotels bezieht Stellung

Martin R. Smura ist Gründer und Chairman der Grand Metropolitan Hotels.
Martin Smura ist Gründer und Chairman der Grand Metropolitan Hotels. © Grand Metropolitan Hotels

Ein niederländisches Gericht hat eine Untersuchung der Geschäftsführung der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. eingeleitet, wie Medien berichten. Das Unternehmen hat sich nun zu Wort gemeldet.

Im Streit zwischen der Grand Metropolitan Hotels Group und dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) hat das Amsterdamer Handelsgericht laut Medienberichten in die Führung der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. eingegriffen. Wie das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche berichteten, wurde eine Untersuchung der Geschäftsabläufe und der Geschäftsführung eingeleitet. Der Vorstand – darunter Grand-Metropolitan-Chef Martin Smura und der frühere FDP-Politiker Philipp Rösler – sei vorläufig suspendiert.

Grand Metropolitan Hotels widerspricht dieser Darstellung. Das Unternehmen teilte gegenüber Tophotel mit, die Berichterstattung sei „in wesentlichen Punkten falsch“. Der Aufsichtsrat und die Direktoren seien bereits am 30. Juni zurückgetreten – „aufgrund eines zu erwartenden Change of Control“ und damit vor dem Gerichtsbeschluss. Eine Freistellung durch das Gericht sei daher gegenstandslos.

Warum geht es?

Hintergrund sind zwei laufende Gerichtsverfahren zwischen dem VZB und Grand Metropolitan – eines über ausstehende Managementgebühren, das andere über mutmaßliche Fehlinvestitionen.

Im Zentrum des Amsterdamer Verfahrens steht laut den Medienberichten die Frage, ob Sacheinlagen werthaltig sind, mit denen Smura über seine Holdinggesellschaft Kingstone Capital das Grundkapital auf mehr als 200 Millionen Euro aufgestockt hat. Die größte davon: knapp 100 Millionen Aktien, ausgegeben an Kingstone im Gegenzug für Anteile an einer Gesellschaft, deren wesentlicher Vermögenswert eine KI-Software namens „Genisys AI“ sein soll. Das Bewertungsgutachten wurde demnach von Kingstone selbst beauftragt.

GMH trennt sich von Anteilen

Grand Metropolitan Hotels erklärt, das operative Kerngeschäft sei durch den Vorgang „nicht wesentlich beeinträchtigt“. Die niederländische Holding sei eine reine Beteiligungsgesellschaft ohne Mitarbeiter und ohne operative Tätigkeiten. Infolge des eingetretenen Kontrollwechsels würden jedoch weitere Investitionen in die Gesellschaft gestoppt.

Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben von seinen Anteilen an der niederländischen Holding getrennt. Die Grand Metropolitan Hotels B.V. besitze keine Rechte an der Marke „Grand Metropolitan Hotels“ – die Nutzungsrechte würden entzogen. Damit seien künftig Verwechslungen mit der Grand Metropolitan Hotel AG in der Schweiz oder der GMH Holding in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeschlossen.

Die Zusammenarbeit mit dem VZB sei damit beendet, so das Unternehmen. Was bleibe, sei eine Schadensersatzklage gegen das Versorgungswerk. Zuvor hatte Grand Metropolitan bereits die Trennung vom gemeinsamen Joint Venture eingeleitet, nachdem weder eine Übernahme der VZB-Beteiligung noch eine Kapitalerhöhung zustande gekommen waren. red/sar