Hotelimmobilien Deutlicher Rückgang bei Hotelinvestments

Das Investitionsvolumen für Hotelimmobilien in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2026 nahezu halbiert.
Das Investitionsvolumen für Hotelimmobilien in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2026 nahezu halbiert. © Who is Danny - stock.adobe.com

Das Transaktionsvolumen ist im ersten Halbjahr um 45 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sorgen internationale Eigennutzer und das wachsende Longstay-Segment für neue Impulse.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 knapp 572 Millionen Euro umgesetzt. Das entspricht einem Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleisters Savills hervorgeht.

Allerdings verlief die Entwicklung innerhalb des Halbjahres ungleichmäßig: Während das erste Quartal mit rund 212 Millionen Euro schwach ausfiel, erreichte das zweite Quartal ein Volumen von 360 Millionen Euro. Damit lag es nur geringfügig unter dem Quartalsdurchschnitt der vergangenen drei Jahre, den Savills mit 376 Millionen Euro beziffert.

Nicht in die Berechnung des Hoteltransaktionsvolumens einbezogen sind laut Savills mehrere Hotelverkäufe, die als Teil gemischt genutzter Quartiere stattfanden. Dazu zählen unter anderem Hotels in den Deiker Höfen in Düsseldorf, den Lokhöfen in Rosenheim sowie dem Postquadrat in Mannheim. Diese ordnet Savills der Kategorie Mischobjekte zu.

Serviced Apartments mit starkem Wachstum

Den Großteil des Transaktionsvolumens machten klassische Hotelobjekte aus: Mit gut 469 Millionen Euro entfielen 82 Prozent des Gesamtvolumens auf dieses Segment.

Auffällig ist die Entwicklung bei Serviced Apartments, die ein Transaktionsvolumen von nahezu 100 Millionen Euro erreichten. Damit übertreffen sie bereits zur Jahresmitte die jeweiligen Ganzjahresergebnisse der Jahre 2023 bis 2025. Für Savills ist die ein Hinweis darauf, dass Investoren dieses Teilsegment zunehmend als attraktiv bewerten.

Zwischen Insolvenzsorgen und neuer Dynamik

Das Marktumfeld bleibe anspruchsvoll. „Während die Sorge um weitere Betreiberinsolvenzen anhält, bringen Restrukturierungen, neue Marktteilnehmer und internationale Expansionsstrategien gleichzeitig eine hohe Dynamik auf Betreiberebene“, sagt Tina Haller, Director Capital Markets und Head of Hotels Germany.

Ein wichtiges Signal sei gewesen, dass für mehr als 120 Hotels der Revo-Gruppe bereits neue Betreiber gefunden werden konnten. Dies unterstreiche die Attraktivität leistungsfähiger Hotelstandorte auch unter schwierigen Bedingungen und stärke das Vertrauen von Immobilieninvestoren.

Neue Käufergruppen auf dem Markt

Auf der Käuferseite beobachte Savills mehrere Verschiebungen. Insbesondere internationale Eigennutzer prüften verstärkt Akquisitionsmöglichkeiten in Deutschland, so Haller. Core-Standorte blieben gefragt, während Investoren aus dem Longstay-Segment zunehmend auch klassische Hotels und Konversionsprojekte ins Visier nähmen.

„Die heterogene Käuferlandschaft und die parallele Expansion neuer und oftmals technologiegetriebener Betreiberkonzepte bieten für Investoren und Eigentümer die Chance für eine Repositionierung bestehender Hotelimmobilien“, betont Haller. Dementsprechend würden Verkaufsprozesse im aktuellen Marktumfeld zunehmend flexibel gestaltet. Neben klassischen Investoren spreche man gezielt neue Käufergruppen an. Auch mögliche Anpassungen der Objekte – bis hin zu vollständigen Nutzungsänderungen – flössen frühzeitig in die Vermarktung ein. red/sar