Der Großteil der Hotels und Arbeitsplätze der insolventen Revo Hospitality Group ist gerettet: Mehrere Investoren übernehmen das Portfolio.
Nach der Insolvenz der Revo Hospitality Group zeichnet sich eine Lösung ab: Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren wollen rund 120 Hotels des Hotelbetreibers übernehmen. Das teilen die mit der Eigenverwaltung betrauten Rechtsanwälte Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser von GT Restructuring mit. 45 Hotels seien bereits verkauft, für weitere zehn Häuser werde in Gesprächen mit den Beteiligten noch nach einer konkreten Lösung gesucht.
Von den rund 5.450 Arbeitsplätzen in den Hotels könne der überwiegende Teil erhalten werden. Anders sieht es in der Konzernzentrale aus: Die Arbeitsverhältnisse der dort beschäftigten 450 Mitarbeitenden könnten nicht fortgeführt werden.
Hohes Investoreninteresse, Vertragsabschlüsse bis Mitte Juni
Die Investorensuche stieß nach Angaben der Verantwortlichen auf großes Interesse. Mehr als hundert Interessenten hätten sich informiert, rund 20 davon hätten verbindliche Angebote abgegeben.
Im Interesse der Gläubiger sollen mit den fünf internationalen Hotelgruppen und Investoren bis Mitte Juni Investmentvereinbarungen geschlossen werden. Diese übernehmen jeweils Einzelportfolios mit Hotels in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Für einzelne Hotels werden die Gespräche mit den Eigentümern und weiteren Beteiligten fortgeführt, um eine tragfähige Lösung zu finden. Erst heute hatte die Motel One Group die Übernahme von zwei ehemaligen Revo-Hotels in Kiel bekannt gegeben.
Die Namen der Investoren sollen in Kürze bekanntgegeben werden. Zum angebotenen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Zudem befinden sich Verhandlungen über die nicht von den Insolvenzverfahren betroffenen Hotels in der Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich in der finalen Phase. Diese Häuser werden derzeit unverändert weiterbetrieben.
Großteil der Standorte bleibt erhalten
Die Revo Hospitality Group hatte im Januar und Februar 2026 für insgesamt 138 Hotelgesellschaften beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen zählt zu den größten Multibrand-Hotelbetreibern Europas und ist mit Hotels und Serviced Apartments in 135 Städten vertreten.
Zum Portfolio gehören unter anderem Häuser der Marken H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick, Ramada und Steigenberger. Während des laufenden Verfahrens wurden die Hotels in Eigenverwaltung weitergeführt. Die Standorte blieben geöffnet und buchbar. Nur in wenigen Fällen wurden Pachtverträge im Einvernehmen mit den Eigentümern beendet.
„Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen, das uns die Mitarbeitende, Lieferanten und Vermieter entgegengebracht haben. So konnten wir die Hotels während der Eigenverwaltung erhalten“, sagt Gordon Geiser. Insbesondere der Einsatz der Belegschaft in den vergangenen Monaten sei entscheidend dafür gewesen, dass mehrere renommierte Betreiber Interesse an einer zeitnahen Übernahme der Hotels gezeigt hätten. Fast alle Häuser und die dort Beschäftigten erhielten damit eine sichere Perspektive.
Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser von GT Restructuring wurden für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zu Geschäftsführern der betroffenen Gesellschaften berufen. Gerichtlich überwacht werden die Verfahren von zwei Sachwaltern: Torsten Martini von der Kanzlei Görg ist für die H-Hotels zuständig, Lucas F. Flöther von Flöther & Wissing für die weiteren Hotels der Gruppe. red/sar