Wettbewerb "Koch des Jahres 2026": Das sind die Finalisten

Preisverleihung in der Allianz Arena: Für die Finalisten geht es im November um den Titel "Koch des Jahres 2026".
Preisverleihung in der Allianz Arena: Für die Finalisten geht es im November um den Titel "Koch des Jahres 2026". © Melanie Bauer Photodesign

„Old School“ gegen „New School“: Beim Halbfinale des Wettbewerbs mussten die Kandidaten Gerichte aus ihrer Kindheit in zwei Versionen präsentieren. Wer es ins Finale geschafft hat.

„Perfektion und Emotion sind grundsätzlich kontraproduktiv", brachte Juror Tobias Bätz vom Zwei-Sterne-Restaurant „Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz" in Wirsberg die zentrale Schwierigkeit im Halbfinale des Wettbewerbs „Koch des Jahres" auf den Punkt. In der Spitzengastronomie gehe Emotion durch zu viel Technik tendenziell verloren – die Kunst habe darin bestanden, eine tiefe Emotion ins Fine Dining zu übersetzen.

Genau diese Spannung mussten die 16 Kandidatenteams in der Allianz Arena auflösen: Sie kochten ein Kindheitsgericht in zwei Versionen – traditionell („Old School“) und modern interpretiert („New School“). Viele Gerichte erzählten persönliche Geschichten und machten deutlich, wie prägend frühe Geschmackserlebnisse für die eigene kulinarische Handschrift sein können.

Teilnehmer Simon Bantle etwa griff Erinnerungen an Familienfeiern auf. „Zu Ostern gab es immer ein von unserer Großmutter geschmortes Kaninchen, über Nacht im Ofen, langsam konfiert, alles butterzart, alles butterweich, jeder hat den letzten Knochen abgelutscht“, schilderte der Koch im Pressegespräch. Das Gericht stehe für ihn beispielhaft für jene frühen Familientraditionen, die seinen späteren Weg in die Küche mitgeprägt hätten.

Vier Direkttickets, zwei Wildcards

Vier Teams qualifizierten sich direkt über den Live-Wettbewerb vor der Fachjury für das Finale: Aljoscha Knoblich vom Hamburger Restaurant Jellyfish auf Platz eins, gefolgt von Semi Hassine (Restaurant Fachwerk, Hattingen), Tetiana Berezhna (Erkelenz) und Lukas Baumgartner (Restaurant Auerhahn, Schluchsee).

Zwei weitere Tickets vergab am Abend das Publikum in der Chefs Challenge Night. Dabei erhielt jeder der 16 Halbfinalisten einen individuellen Warenkorb und musste daraus ein Gericht für 300 Gäste zubereiten. 600 Besucher aus Spitzengastronomie, Hotellerie und Medien fungierten als Jury und entschieden in zwei Gruppen per Publikumswertung über die beiden Wildcards. Sie gingen an Mustafa Mirzaei (Restaurant Johanns, Waldkirchen) und Simon Bantle (Restaurant Goldener Engel, Ihringen).

Die 6 Finalisten im Überblick

  • Erster Platz: Aljoscha Knoblich, Souschef, Restaurant Jellyfish*, Hamburg mit Assistent Joachim Kraft, Junior Sous Chef
  • Zweiter Platz: Semi Hassine, Küchenchef, Restaurant Fachwerk, Hattingen mit Assistent Gerald Kortmann, Selbstständiger Privatkoch für Dinners und Events
  • Dritter Platz: Tetiana Berezhna, Köchin aus Erkelenz mit Assistent Volodymyr Zorin, Privatkoch aus Erkelenz
  • Vierter Platz: Lukas Baumgartner, Junior Souschef, Restaurant Auerhahn, Schluchsee mit Assistentin Théophile Burger, Chef de Partie, Auerhahn Hotel, Schluchsee
  • Wildcard 1: Mustafa Mirzaei, Souschef, Restaurant Johanns*, Waldkirchen mit Assistent Tobias Bullmann, Commis de Cuisine
  • Wildcard 2: Simon Bantle, Küchenchef, Restaurant Goldener Engel, Ihringen mit Assistent Marcel Bantle, Azubi, Merkles Restaurant, Endingen am Kaiserstuhl

Schönster Teller, bestes Streetfood, deutscher Sherry-Sieger

Mustafa Mirzaei sicherte sich neben der Wildcard zusätzlich den von Churchill vergebenen Best Plating Award für das handwerklich überzeugendste Anrichten, dotiert mit einem Gutschein im Wert von 1.000 Euro.

Parallel fand die Streetfood Masters Challenge des Premium-Caterers DO & CO statt, der zugleich Gastgeber des Halbfinales war. 20 Köche traten mit innovativen Streetfood-Gerichten vor Fach- und Publikumsjury an. Den Sieg holte sich das Team „The Duy Loco“ mit Filipe Gregorio und The Duy Nguyen mit dem Gericht „Lisboa meets Hanoi“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem das deutsche Finale der Copa Jerez ausgetragen. Hans und Chantal Lange Rodriguez vom Restaurant „Teko by Lange Rodriguez" überzeugten die Fachjury mit Menü und Sherry-Pairing. Sie werden Deutschland beim internationalen Finale des Copa Jerez Forum & Competition 2027 in Spanien gegen Konkurrenz aus sieben weiteren Ländern vertreten.

Finale in der Motorworld München

Die sechs Finalisten treten am 15. und 16. November 2026 in der Motorworld in München in der Endrunde an. Dort kochen sie vor mehr als 1.000 Fachbesuchern und Pressevertretern um den Titel „Koch des Jahres“. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro sowie Sonderpreise der Sponsoren Hobart, Frxsh und Churchill.

„Koch des Jahres" zählt zu den bedeutendsten Kulinarikwettbewerben Europas. Bislang haben rund 500 Talente teilgenommen, von denen mehr als 50 später mit Michelin-Sternen ausgezeichnet wurden. Veranstaltet wird er von Roika Solutions und richtet sich an Profi-Köchinnen und -Köche sowie Gastronomen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol.

Die Fachjury im Halbfinale des "Koch des Jahres 2026"

Tobias Bätz (Aura by Alexander Herrmann & Tobias Bätz**, Wirsberg), Jan Diekjobst (Jan Diekjobst Restaurant im Hotel Detmolder Hof, Detmold), Peter Girtler (Gourmetstube Einhorn im Romantik Hotel Stafler*, Freienfeld), Alina Meissner-Bebrout (bi:braud Restaurant*, Ulm), Rosina Ostler (Restaurant Alois – Dallmayr Fine Dining**, München), Christoph Rainer (Ikigai** im Schloss Elmau, Krün), Fabio Toffolon (The Japanese Restaurant**, Andermatt; Koch des Jahres 2021), Philipp Vogel (Orania, Berlin), Daniel Wallenstein (Restaurant Moya - by Daniel Wallenstein im Boutiquehotel Die Reichsstadt, Gengenbach; Koch des Jahres 2025), Anja Wasserbäch (Kulinarikautorin, Stuttgarter Zeitung) sowie Marcel von Winckelmann (Marcel von Winckelmann*, Passau).

Als technische Juroren begleiteten Patrick Lorenz (Upfield), Jan Pettke (Scheck-In Kochfabrik, Achern), Christian Thiele (Rational) und Matthias Hohenwarter (DO & CO) den Wettbewerb.