Rund zwei Wochen nach dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung bezieht die Revo Hospitality Group Stellung zur Lage. Das Unternehmen spricht von stabilisierten Betrieben, ausgezahltem Insolvenzgeld und wachsendem Interesse von Investoren.
Nach der Insolvenzmeldung für rund 140 Gesellschaften hat sich die Revo Hospitality Group nun selbst zur aktuellen Situation geäußert. Wie das Unternehmen mitteilt, seien die Geschäftsbetriebe der betroffenen Hotels inzwischen stabilisiert. Alle insolventen Häuser blieben geöffnet und könnten uneingeschränkt gebucht werden. Auch die Sichtbarkeit auf Buchungsplattformen sei nach einer kurzzeitigen Unterbrechung wiederhergestellt.
Bereits Anfang Januar hatte Revo Hospitality beim Amtsgericht Charlottenburg für einen Großteil der Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Wie Tophotel.de berichtete, sind davon rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich betroffen. Der operative Betrieb sollte von Beginn an fortgeführt werden, ebenso die Beschäftigung der rund 5.500 Mitarbeitenden.
Insolvenzgeld ausgezahlt, Betrieb gesichert
Ein zentraler Punkt der aktuellen Mitteilung ist die Auszahlung des Insolvenzgeldes. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit die Vorfinanzierung bis einschließlich März genehmigt hatte, seien die Januar-Gehälter an die Mitarbeiter ausgezahlt worden. Revo betont in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch Belegschaft und Lieferanten, die den Sanierungskurs aktiv mittragen würden.
Sanierung bis zum Sommer angestrebt
„Nahezu alle Beteiligten unterstützen eine nachhaltige Sanierung, um die wirtschaftlichen Probleme bis zum Sommer zügig zu lösen“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring. Er wurde gemeinsam mit Benedikt de Bruyn für die Dauer der Eigenverwaltung zum Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften bestellt. Interne Abläufe seien neu geordnet worden, Lieferketten gesichert und der Hotelbetrieb stabilisiert.
Parallel dazu laufen die formalen Insolvenzverfahren unter Aufsicht gerichtlich bestellter Sachwalter. Für die verschiedenen Teile der Gruppe wurden unterschiedliche Kanzleien eingesetzt, die die Eigenverwaltung überwachen und die Interessen der Gläubiger wahren.
Zuversichtlich zeigt sich Revo auch mit Blick auf die Zukunft der Gruppe. Nach eigenen Angaben gebe es zahlreiche Investorenanfragen, erste Gespräche seien bereits geführt worden. Zudem sei ein international erfahrener Berater mit dem M&A-Prozess beauftragt worden. Ziel bleibe es, die Gesellschaften wieder solide und wettbewerbsfähig aufzustellen und die Eigenverwaltung bis zum Sommer zu beenden.
Mit der Stellungnahme unterstreicht Revo Hospitality den Anspruch, die Sanierung aktiv zu steuern und den Hotelbetrieb trotz der Insolvenzverfahren ohne Einschränkungen fortzuführen. red/brg