Welche Politiker in Brüssel stehen an der Seite von Gastronomen und Hoteliers? Das wollten DEHOGA und Hotelverband IHA wissen. Was die Parteivertreter geantwortet haben.
Weniger Bürokratie, weniger Auflagen und eine EU-Politik, die Unternehmen entlastet und deren Freiheit stärkt. Das haben der Dehoga Bundesverband und der Hotelverband Deutschland IHA von den Vertretern der Parteien in Brüssel gefordert. Gemeinsam haben die Verbände den Parteien einen Katalog mit acht Fragen vorgelegt. Wie die beiden Verbände mitteilten, liegen die Antworten inzwischen vor.
Die Vorstellungen und Konzepte der Politiker zu den aktuell drängendsten europäischen Branchenanliegen seien erwartungsgemäß unterschiedlich, heißt es von Dehoga und IHA. So werde eine Begrenzung des Bürokratieaufwands zwar von allen Parteien versprochen. Doch die Bandbreite der Antworten dazu, wo konkret angesetzt werden soll, sei groß.
Bei der künftig noch geltenden Hotelmeldepflicht für ausländische Gäste versprechen die Parteien unisono, praxistaugliche Lösungen finden zu wollen. Alle Parteien betonen zudem die Bedeutung des Tourismus, sehen allerdings keinen direkten Bedarf für einen eigenen Brüsseler Budgettitel. Drei Parteien würden sich sogar für eine verpflichtende Abgabe von kostenlosem Leitungswasser in Restaurants aussprechen.
Auch die Positionen zur Plattformökonomie, zur Arbeitsmobilität, zum etwaigen Rauchverbot auch im Außenbereich der Gastronomie und zu Umweltzertifikaten gehen zum Teil weit auseinander. Die Erklärungen der Parteien und die Positionen des Gastgewerbes zur Europawahl 2024 können auf den Webseiten der Verbände nachgelesen werden: www.dehoga.de und www.hotellerie.de
„Nie war es wichtiger, der Stimme unserer vielfältigen, internationalen und weltoffenen Branche in Europa Gehör zu verschaffen.“
Dehoga Bundesverband und Hotelverband IHA
Dehoga und IHA rufen ihre Mitglieder außerdem auf, das Informationsangebot zu nutzen und an der Europawahl teilzunehmen. „Es gilt genau hinzuschauen, wer für die Belange der zumeist kleinen und mittelständischen gastgewerblichen Betriebe eintritt.“ Die Branchenverbände warnen vor Stillstand, einer Blockade des demokratischen Gemeinwesens und politischem Extremismus. „Nie war es wichtiger, der Stimme unserer vielfältigen, internationalen und weltoffenen Branche in Europa Gehör zu verschaffen.“ In Deutschland findet die Europawahl am Sonntag, den 9. Juni, statt. red/sr