Schmutz, Lärm und Umsatzeinbußen durch nicht vermietbare Zimmer – das sind nur einige der Gründe, warum Hoteliers die Renovierung von Bädern und Sanitäranlagen hinauszögern. Doch all zu lange sollten sie mit dem Umbau nicht warten: Denn in die Jahre gekommene Bäder können das Hotelerlebnis zunichte machen. Matthias Eschhaus, Verkaufsberater Hotel bei Geberit, fasst zusammen, worauf es beim Badumbau ankommt.
Tipp 1: Renovierung im Betrieb
Bauherren sollten einen erfahrenen Handwerksbetrieb wählen, der im besten Fall auf die Renovierung von Hotels spezialisiert ist. Der Sanitärprofi sollte zuerst den Bestand analysieren und dann die Baumaßnahmen daraus ableiten. Wichtig ist, dass das Hotel den Umbau detailliert plant und einen genauen Bauzeitenplan erstellt. Die Renovierung sollte in eine Zeit fallen, in der erfahrungsgemäß weniger Gäste kommen. Müssen mehrere Bäder renoviert werden, empfiehlt sich ein etagenweiser Umbau für einen zügigen Bauablauf.
Tipp 2: Softsanierung
Im Durchschnitt renoviert man ein Hotelbad alle sechs bis acht Jahre. Wenn die Leitungen noch intakt sind, genügt oft eine „Softsanierung“. Das heißt, es werden Komponenten vor der Wand ausgetauscht, die Bausubstanz wird nicht angegriffen. Ein neuer Waschtisch mit einer modernen Armatur und einer Lichtspiegellösung lässt das Bad frisch aussehen. Von zu Hause sind Gäste an Ablagemöglichkeiten und Stauraum gewöhnt. Auch im Hotel sollte ein Unterschrank einen Waschtisch ergänzen.
Aus hygienischen Gründen lohnt es sich, eine alte Toilette zu erneuern und durch eine spülrandlose WC-Keramik zu ersetzen. Wer zur neuen WC-Keramik einen neuen Spülkasten braucht, muss nicht die Wand aufschlagen. Es gibt Design-Spülkästen, die vor einem vorhandenen Spülkasten eingebaut werden können. Diese Sanitärmodule haben eine hochwertige Glasfront, die auf Wunsch sogar bedruckbar ist.

Tipp 3: Komplettrenovierung
Wird nicht in die Bausubstanz eingegriffen, kann ein Bad bei guter Planung an einem Tag renoviert werden. Ist die Sanitärtechnik hinter der Wand betroffen, dauert dies in der Regel zwei bis drei Wochen. Hoteliers sollten von einem Experten vorab prüfen lassen, welche Maßnahmen zwingend nötig sind.
Sind die Trinkwasserleitungen veraltet oder bereits defekt, sollten sie komplett erneuert werden. Marode Leitungen können nicht nur Wasserschäden verursachen, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf die Trinkwasserqualität (siehe Tipp 7). Ebenso ist es mit den Abwasserleitungen: Wenn Abwasser durch undichte Leitungen in die Wände und Geschossdecken dringt, kann das schlimmstenfalls zu Schäden in der Bausubstanz führen. Auch in puncto Brandschutz könnte Handlungsbedarf bestehen, wenn es keinen Bestandsschutz gibt (siehe Tipp 9).
Tipp 4: Housekeeping im Blick
Im Idealfall erleichtert ein neues Bad die Arbeit des Housekeepings. Bei der Wahl der Produkte und der Planung des Raums ist darauf zu achten, dass keine Kanten oder Nischen vorhanden sind, die schlecht zu erreichen sind. Bei einer spülrandlosen WC-Keramik gibt es keine verborgenen Stellen, in denen sich Schmutz absetzen kann. Ähnlich ist es, wenn eine bodenebene Duschfläche die herkömmliche Duschtasse ablöst. Der Duschbereich wird dann gemeinsam mit dem Fußboden gewischt. Soll es doch eine Duschtasse sein, am besten ein flächenbündiges Modell einbauen. Das Material sollte reinigungsfreundlich und robust sein. Duschflächen aus Mineralwerkstoff bieten den Vorteil, dass sich Kratzer entfernen lassen.
Am Waschplatz sind wandbündig eingebaute Aufsatzwaschtische leichter zu reinigen als Waschschalen. Ein weiteres Argument für wandbündige Waschtische sind die genormten Anschlüsse. Damit ist es deutlich einfacher, ein ähnliches Modell zu finden, wenn Hoteliers den Waschtisch beim nächsten Facelift tauschen wollen.
Tipp 5: Zeitloses Design
Bei der Wahl einer Badserie sollte auf schlichte Eleganz und Zeitlosigkeit der Formen gesetzt werden, zum Beispiel durch einen geradlinigen und geometrischen Stil. Da Minimalismus im Trend liegt, fällt es leicht, passende Sanitärkeramiken für jeden Badgrundriss zu finden. Der Waschplatz sollte ein harmonisches Gesamtbild ergeben.
Tipp 6: Mehrwerte schaffen
Eine gute Renovierung stellt nicht nur den Status quo wieder her, sondern schafft auch einen Mehrwert für die Gäste. Zum Beispiel, wenn es dank Geruchsabsaugung beim WC künftig keine unangenehmen Gerüche mehr gibt oder statt einer normalen WC-Keramik ein Dusch-WC installiert wird. Eine Toilette, die auf Knopfdruck den Po mit einem sanften Wasserstrahl reinigt und trocken föhnt, bleibt positiv in Erinnerung. Auch ein großzügiger Duschbereich mit Walk-in-Dusche trägt zum Wohlgefühl bei.
Tipp 7: Trinkwasserhygiene
Ein regelmäßiger Wassertausch in Leitungen ist wichtig, da sich im stehenden Wasser gesundheitsgefährdende Keime bilden können. Die Gefahr einer Verunreinigung des Trinkwassers besteht vor allem in Häusern mit älteren Sanitärinstallationen, die nicht nach dem neuesten Stand der Technik ausgeführt sind. Bei einer Badsanierung sollten Hoteliers deshalb auf eine hygienische Trinkwasserinstallation achten.
Dennoch: Nicht immer müssen alle Rohrleitungen erneuert werden. In vielen Fällen genügt der Einbau einer Hygienespülung, die automatisch für den regelmäßigen Wasseraustausch in den vorhandenen Trinkwasserleitungen sorgt. Eine weitere Lösung zum Nachrüsten im Bestand sind elektronische Waschtischarmaturen und WC-Steuerungen. Auch sie spülen die Leitungen in voreingestellten Intervallen automatisch durch.

Tipp 8: Barrierefreiheit
Immer mehr Hotels bieten barrierefreie Zimmer an. Bei einer Modernisierung lohnt es sich, mehrere Räume barrierefrei zu planen und auszustatten. Viele Handwerker sind auf barrierefreies Bauen spezialisiert und wissen, worauf es bei barrierefreien Bädern ankommt. Aber: Es muss nicht immer das rollstuhlgerechte Bad sein. Oftmals reichen eine schwellenlose Dusche oder ein Waschtisch, den Gäste auch im Sitzen nutzen können, um Senioren und Familien den Aufenthalt im Hotel angenehmer zu gestalten. Das Gute ist: Vielen modernen Badprodukten sieht man ihre Funktion nicht an. So wirkt das Bad trotz Barrierefreiheit ästhetisch.
Tipp 9: Brandschutz
Brandschutz ist Ländersache, und die speziellen Anforderungen für Hotels sind meist in Beherbergungsstättenverordnungen festgelegt. Hier geht es um die Gestaltung von Rettungswegen, um Fragen der Sicherheitsorganisation und um die Brandschutzanforderungen von Bauteilen und Gebäudeaustattung. Bei der Modernisierung von Bädern werden Brandschutzvorgaben dann relevant, wenn in den Gebäudebestand eingegriffen wird, also Wände oder Decken durchbrochen werden. Diese Durchbrüche müssen entsprechend den gesetzlichen Vorschriften abgeschottet werden. Doch auch wenn nicht so gravierend in den Bestand eingegriffen wird, können sich die brandschutztechnischen Anforderungen für das Gebäude verschärfen. Ob ein Bestandsschutz besteht, müssen Hoteliers durch den Handwerksbetrieb prüfen lassen. Es ist ratsam, Handwerker zu beauftragen, die sämtliche Gewerke koordinieren. Das vereinfacht den Bauprozess und schließt böse Überraschungen während des Umbaus weitgehend aus.
Tipp 10: Schallschutz
Bei Schallschutz denken viele Hoteliers an Teppichböden, die den Trittschall dämpfen oder an schalldichte Türen, die den Lärm vom Gang abfangen. Dabei fühlen sich Gäste durch Geräusche aus Bad und Toilette ebenso häufig gestört wie durch Türenschließen und Geräusche aus dem Nachbarzimmer. Bei Badgeräuschen handelt es sich häufig um leisen Lärm, der Spitzen enthält, die zu massiver Belästigung führen. Die Norm für den Schallschutz ist die DIN 4109, in der Mindestanforderungen und Anforderungen an den erhöhten Schallschutz definiert sind. Auf der sicheren Seite ist, wer auf schalldämmende Systeme setzt, bei denen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind.
Zum Autor
Matthias Eschhaus betreut als Verkaufsberater Hotel bei der Geberit Vertriebs GmbH private Hoteliers und internationale Ketten. Er kümmert sich bei Renovierungsprojekten darum, dass alle vereinbarten Ziele erreicht werden.