80-Mio-Euro-Newcomer in Wyk Das Upstalsboom auf Föhr in Bildern

Mit dem Upstalsboom Wellness Resort am Südstrand von Föhr erhielt die Insel ihr erstes Hotel mit mehr als 50 Zimmern: Eine Ganzjahresdestination mit viel Respekt vor dem Inselcharakter – Deich-freier-Nordseeblick inklusive.

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Bis dato sind es vor allem deutsche Familien, die es nach Föhr in eine der zahlreichen Ferienwohnungen zieht – so ist es hier seit Jahrzehnten Usus. Unverkennbar ist aber in jüngster Vergangenheit, dass der Trend zu Kurzaufenthalten deutlich zugenommen hat; ein entsprechendes Angebot fehlte bisher jedoch. Das neue Upstalsboom Wellness Resort Südstrand mit seinen 144 Zimmern und 23 Residenzen schließt nun diese Lücke.

Die Föhrer pflegen ihre Traditionen. Im Gegensatz zur Schwesterinsel Sylt geht es hier ruhig und gemächlich zu, was dem Eiland eine treue Fangemeinde beschert hat. Die Entwicklung des 80 Millionen Euro teuren Upstalsboom, dem ersten größeren Hotel auf Föhr, stand daher unter besonderer Beobachtung. Bleibt es beim sanften Tourismus? Viele Insulaner sind bodenständig und traditionsbewusst, weshalb das seit vielen Jahren geplante Resort der Upstalsboom Gruppe am Wyker Südstrand immer wieder polarisierte.

Eine Unaufgeregtheit, die gut zur Insel Föhr passt

Der aus drei Gebäuden bestehende Hotelkomplex signalisiert zusammen mit den angeschlossenen Apartmenthäusern und dem privaten Ferienhaus bereits von außen eine Unaufgeregtheit, die gut zur Insel passt. Und die sich im Inneren fortsetzt: Die verwendeten Materialien lassen einen regionalen Touch erkennen, die Farben sind in erdigen Tönen gehalten, und an jeder Stelle merkt man den Mitarbeitern ihre Heimatliebe an. Letztere ist schon deshalb echt, da ein Drittel des Teams auf der Insel rekrutiert wurde.

„Jeder, der sich von der Insel beworben hat, wurde auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen“, sagt Hoteldirektor Hauke Petersen, der somit mehr als 40 Föhrer in seinem Team weiß. Durch diese Aktion hätten nicht nur Ressentiments gegenüber dem Hotelprojekt abgebaut werden können – auch dem großen Problem der gastgewerblichen Betriebe auf den Inseln, die Mitarbeiter zu halbwegs vernünftigen Konditionen unterzubringen, habe man auf diesem Weg begegnen können. Zu welchen Schwierigkeiten dies führen kann, zeige sich nun jedoch an anderer Stelle: „Unsere 14 Auszubildenden haben Blockunterricht in der Berufsschule in Westerland“, so Hauke Petersen, „sie können aufgrund des zeitlichen Faktors aber nicht pendeln, müssen also dort untergebracht werden.“

Upstalsboom auf Föhr: Ganzjahresdestination mit Wellness-Kompetenz und ­ambitioniertem Küchenkonzept

In puncto Mitarbeiter-Rekrutierung kann das Upstalsboom einen weiteren Trumpf durch seine Positionierung als Ganzjahresdestination ausspielen. Während viele Hotels und Restaurants auf Föhr, aber auch auf Amrum oder Sylt abseits des Sommers ihre Betriebe schließen und Mitarbeiter freistellen, soll das Wellnesshotel ganzjährig geöffnet bleiben. Hauke Petersen: „Ein großes Haus wie das unsere trägt sich nicht allein durch das Geschäft im Sommer.“ Aus diesem Grund wurde der 2.000 Quadratmeter große Spa-Bereich mit vier verschiedenen Saunen, Dampfbad, Meditationsraum, einem umfangreichen Sport- und Anwendungsbereich sowie Innen- und Außenpool attraktiv gestaltet.

„Gerade in den Wintermonaten wird der Wellnessbereich sehr gefragt sein“, ist der stellvertretende Hoteldirektor Patrick Lüders überzeugt, der zusätzlich mit einem umfassenden F&B-Angebot punkten will. Dass in den Restaurants „Biike“ („Feuerzeichen“) und „Bi a Wik“ („Wyk“) sowie in der Strandbar „Sydbar“ saisonale Gerichte mit regionalem Bezug serviert werden, darauf deuten bereits die friesischen Namen der Outlets hin. Als Küchenchef fungiert Marc Mueller, der unter anderem bei Dieter Müller, René Redzepi und Josef Viehhauser gelernt hat. Mit dem Fine-Dining-Restaurant „Biike“ soll dem einzigen besternten Restaurant der Insel, dem „Alt Wyk“, auf kulinarischer Ebene Paroli geboten werden.

360-Grad-View durch die Lobby des Upstalsboom

Im zweiten Restaurant „Bi a Wik“ wurde eine offene Küche installiert, die die Gäste direkt mit der weißen Brigade in Kontakt treten lässt. „Die Hauptgänge holen sich die Gäste direkt an der offenen Küche in der Mitte ab. Dort gibt es dann frische Garnelen direkt aus der Pfanne, oder das Rinderfilet wird direkt auf den Teller fein heruntergeschnitten“, beschreibt Marc Mueller das Konzept.

Ein weiterer USP des Wyker Upstalsboom: Der direkte Blick auf die Nordsee und die umliegenden Halligen. Diesen genießen die Gäste sowohl im Spa und in der Strandbar als auch in vielen der 144 Zimmer. Denn während den Nordseehotels in der Regel ein Deich die Sicht auf den „Blanken Hans“ versperrt, macht es dem Upstalsboom die Lage am geschützten Südstrand von Föhr möglich, seinen Gästen diesen Luxus zu bieten. Als i-Tüpfelchen wurden auf den Balkonen zudem noch Strandkörbe in die Außenwand integriert, die sich schnell als Instagram-Motiv verbreiteten.

Upstalsboom-Expansion an der Ostsee

Verkauft werden die ebenso großzügigen wie hochwertig eingerichteten Zimmer in der Nebensaison ab 120 Euro. „Im Sommer werden wir bei 220 bis 250 Euro pro Nacht liegen, unsere Top-Suite wird dann für zirka 600 Euro verkauft“, erläutert Hauke Petersen, der auf Direktvertrieb setzt, aber auch ein kleines Kontingent bei Tui, Dertour und Ameropa hinterlegt hat. „Man muss sich einfach etwas breiter aufstellen“.

Upstalsboom-Geschäftsführer Bodo Janssen freut sich, endlich auch in Schleswig-Holstein präsent zu sein und damit eine Lücke geschlossen zu haben. „Das ist für uns ein Meilenstein in unserer langjährigen Unternehmensgeschichte, denn erstmals sind wir in allen Bundesländern vertreten, die an Deutschlands Küsten grenzen“, so Janssen. Die nächsten Projekte sind wieder an der Ostsee geplant: In Boltenhagen, Travemünde, Großenbrode und Wismar werden 2019 und 2020 vier neue Aparthotels an den Start gehen. Bereits eröffnet wurde 2018 das Upstalsboom Börgerende.

Mathias Hansen

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