Fach- und Führungskräfte aus der DACH-Region genießen international ein hohes Ansehen. In unserer Serie berichten Hospitality-Profis von ihren Erfahrungen in der Ferne. Diesmal: Stephanie Greger aus Italien.
Zwischen asiatischer Servicekultur und italienischer Lebensart führt General Managerin Stephanie Greger seit 2024 das Mandarin Oriental Milan. Was das Fünfsternehaus für sie besonders macht, ist die Verbindung zweier Welten: die feinsinnige, traditionsreiche Servicephilosophie der Marke und die herzliche, ungezwungene Art Italiens.
„Diese Dualität verleiht dem Haus seine Seele“, sagt Greger. Entscheidend seien jedoch die Menschen – ein Team, das mit echter Hingabe eine Atmosphäre schafft, die Gäste als „Zuhause fern von Zuhause“ erleben.

Auf ihre Rolle vorbereitet hat sich die 54-Jährige innerhalb des Hauses: 2018 kam sie als Director of Marketing & Commerce nach Mailand, später verantwortete sie als Hotelmanagerin das operative Geschäft. Ihren Führungsstil, geprägt von strategischem Denken und operativer Nähe, beschreibt Greger klar: inspirieren, Vertrauen schaffen und Verantwortung fördern.
„Es geht dabei nie um ein Ich, sondern immer um das Wir“, betont sie. Internationale Stationen, insbesondere in New York, haben sie zusätzlich geformt. Unterschiedliche Kulturen zu erleben und zu verstehen, sieht sie als Schlüssel für moderne Führung. Diese Offenheit spiegelt sich auch in ihrem Serviceverständnis wider. „Exzellenz bedeutet für mich vor allem Intuition. Bedürfnisse zu erkennen, bevor sie ausgesprochen werden, und dabei kulturelle Feinheiten zu berücksichtigen“, sagt die gebürtige Bayerin.
Das Hotel als Tor zu Stadt
Auch in Mailand, einem anspruchsvollen Markt, setzt Greger auf das Zusammenspiel von höchster Servicequalität und italienischer Herzlichkeit. Gäste suchen heute mehr als Komfort – sie wollen Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Ob im Zwei-Sterne-Restaurant „Seta by Antonio Guida“, im entspannten „Mandarin Garden“ oder bei individuell kuratierten Aktivitäten wie Pasta-Kursen oder exklusiven Atelier-Besuchen: Das Hotel versteht sich als Tor zur Stadt und ihrer Kultur.
„Die Dualität aus zwei Welten verleiht dem Haus seine Seele.“
Privat hat Greger Mailand für sich entdeckt – auch wenn ihr der Abschied von Rom zunächst nicht leicht fiel. Heute schätzt sie die internationale, stilvolle Atmosphäre der Stadt, erkundet sie gern mit dem Fahrrad und genießt die kulinarische Vielfalt. Ausgleich findet sie bei einem Aperitivo mit Freunden oder entspannten Abenden nach intensiven Arbeitstagen. Dass ihr Weg in die internationale Luxushotellerie führen würde, war für sie früh klar. Die Verbindung von Reisen, kulturellem Austausch und persönlicher Begegnung macht für sie bis heute den Reiz der Branche aus. „Wenn der Beruf zur Leidenschaft wird, fühlt sich alles erfüllender an“, sagt Greger.