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StartHotel+TechnikGebäudetechnikZusatzgeschäft::Mit Mini-Markets bleibt der Umsatz im Hotel

ZusatzgeschäftMit Mini-Markets bleibt der Umsatz im Hotel

Personalfreie Shop-Lösungen für die Hotellerie sind im Kommen. Newcomer in der Sparte ist Wanzl Hotel Service, als etablierter Player gilt dagegen Wundermart aus Amsterdam. Hotel+Technik hat sich die Konzepte der beiden Anbieter genauer angesehen.

Getränke- und Snack-Automaten zählen in vielen Budget-Hotels längst zum Standard. Doch nun erobert eine neue Shop-Generation die Hotellobbys: Mini-Markets, die mehr bieten als nur Erdnüsse, Gummibärchen, Bier und Erfrischungsgetränke.

Als neuester Anbieter von Shop-Lösungen für Hotels hat Wanzl Hotel Service den Markt betreten, bislang eher als Housekeeping-Dienstleister bekannt. Da sich die Hotellerie jedoch zunehmend mit Themen wie Personalmangel und Flächenoptimierung befassen müsse, habe es auf der Hand gelegen, jetzt auch modulare Mini-Market-Konzepte für die Lobby oder andere geeignete Hotelflächen wie Foyers, Zwischengeschosse oder stillgelegte Tagungsräume zu entwickeln, heißt es seitens des Unternehmens.

„Damit können Hotels den Bedürfnissen ihrer Gäste zu jeder Tages- und Nachtzeit gerecht werden“, betont Franziska Hänle, Senior Director Hotel Service bei Wanzl, und zählt Angebote für zusätzliches Umsatzpotenzial auf: „Ob Snacks, Drogerie-Artikel oder hoteleigene Souvenirs und Merchandise-Artikel – die individuellen Mini-Markets bieten Platz für vieles.“

Marktgestaltung lässt sich individualisieren

Auch ließen sich nicht nur Verkaufsflächen einrichten, sondern auch Dienstleistungen und Equipment für Langzeitgäste anbieten: „Etwa eine Waschnische, eine Self-Cooking-Zone mit Mikrowelle oder eine Kaffeemaschine“, so Hänle. „Der Clou ist außerdem, dass die Mini-Markets, wenn gewünscht, mithilfe eines Self-Check-outs autark, sprich personalfrei, betrieben werden können.“ Werde diese Option genutzt, beschleunige das nicht zuletzt auch die Amortisierung der Investitionskosten.

Darüber hinaus können Hotels bei den Shop-Lösungen von Wanzl nicht nur die Produktauswahl, sondern auch das Design des Marktes individuell gestalten oder auch gestalten lassen. Mehr als 60 Fachplaner und Innenarchitekten aus dem Wanzl-Team stehen bereit, um Design und Ausstattung – von Regalsystem, Backshop, Kaffeestation bis Kühlung – nach den Wünschen des Hotels auszuarbeiten.

Einkaufen rund um die Uhr: In den Mini-Markets von Wanzl bezahlen die Gäste per App oder an Self-Check-out-Terminals. (Bild: Wanzl)

Im boomenden Longstay-Markt sieht Franziska Hänle zugleich eine besondere Chance für die Mini-Stores: „Die Nachfrage an Lösungen für spezielle Services bei Langzeitaufenthalten wächst stetig“, fasst sie ihre Eindrücke aus den Kundengesprächen der vergangenen Jahre zusammen. „Jetzt können wir Hoteliers mit unseren Hightech-Mini-Stores auch die passenden Antworten dazu bieten.“

Muster-Store macht das Konzept erlebbar

Wie dies konkret aussieht, ist vor der Wanzl-Firmenzentrale bereits erlebbar: Dort hat der Retail-Spezialist einen „My Mobile Store“ für das eigene Team aufgebaut, der von interessierten Hoteliers auch live besichtigt werden kann. Der Hightech-Mini-Store setzt auf autonomes Einkaufen rund um die Uhr. Die Mitarbeitenden können sich dort Snacks wie frische Salate, belegte Backwaren, Obstsalat oder Eis besorgen, aber auch für den schnellen Einkauf aus einem Sortiment von mehr als 300 Artikeln wählen.

Der Zugang der Kunden zum Wanzl-Shop ist dabei auf mehrere Weisen möglich: per QR-Code in einer App, über eine Kunden- oder Mitarbeiterkarte oder über die EC- oder Kreditkarte. Informationen zur Orientierung und Beratung im Shop sind dabei in der App und im Menü der Self-Check-out-Terminals hinterlegt sowie als analoge Informationen im Verkaufsraum verfügbar.

Digitale Schnittstelle zum PMS in Arbeit

Bezahlt wird im Mitarbeiterstore per EC- oder Kreditkarte an Self-Check-out-Terminals. Andere Lösungen sehen das Einscannen der Barcodes an der Ware oder am Regal mit der Smartphone-App vor und die Bezahlung direkt per App mit dem hinterlegten Zahlungsmittel.

Im Mini-Market-Paket für die Hotellerie sind außer dem Design und der Inneneinrichtung auch die komplette Elektroplanung und -installation sowie die Sicherheitstechnik enthalten. Einzig um die rechtlichen und baulichen Voraussetzungen müssen sich Hoteliers noch kümmern. Ist alles vorbereitet, kann ein Mini-Store innerhalb weniger Tage aufgebaut und in Betrieb genommen werden. „Wir arbeiten auch an einer digitalen Schnittstelle zum Property Management System (PMS)“, so Hänle.

Grundsätzlich sei es sinnvoll, den Mini-Market im Hotel in Küchennähe zu etablieren, um ihn direkt von dort aus bestücken zu lassen. Besonders interessant seien die Märkte auch für Hotels in Bürovierteln, die damit eine neue Laufkundschaft anziehen könnten. „Unsere Produkte sind nicht standardisiert, wir können uns auf völlig unterschiedliche Quadratmeterzahlen einstellen“, so Hänle. Die Innenarchitekten hätten bereits Pläne für verschieden große Hotellobbys ausgearbeitet. Im Vergleich zum Handel müsse dabei mehr Wert auf die Stimmung, das sogenannte Mood Making, gelegt werden. Auch Speziallösungen wie etwa ausschließlich für den Executive-Bereich eines großen Hotels seien denkbar.

Mitbewerber aus den Niederlanden

Ein bereits etablierter Anbieter von Shop-Lösungen in der Hotellerie ist das Unternehmen Wundermart aus Amsterdam – mit Referenzen wie den IHG Hotels & Resorts, Marriott oder Pentahotels. Auch hier werden auf Grundlage der wichtigsten Hotel-Parameter Shops entworfen, die sich individuell ins Hoteldesign einfügen.

Digitales Konzept: Der Wundermart-Store in einem Hotel der Marke Holiday Inn. (Bild: Wundermart)

Mit seinem Angebot wendet sich der niederländische Player insbesondere an Hotels mit mehr als 150 Zimmern. Entwurf, Produktion und Lieferung der Shops erfolgt in der Regel in acht Wochen, für die Installation veranschlagt der Anbieter einen Tag.

Transaktionen und Einkäufe der Gäste können digital überwacht werden und liefern Hoteliers damit wichtige Erkenntnisse zur Angebotsoptimierung. Hotelmanager können die Daten über ein Dashboard einsehen, den Shop 24/7 über die Wunder-App online verwalten und die Shop-Rendite auf Basis des Kundenverhaltens maximieren – beispielsweise, indem sie die Preisgestaltung verändern oder Werbeaktionen oder zusätzliche Produkterweiterungen vornehmen.

Wandelbarer Look: Bei NH Hotels sind die Wundermart-Stores eher in gedeckten Farbtönen gehalten. (Bild: Wundermart)

Wundermart bezeichnet seine Lösung als eine Erweiterung des F&B-Angebots ohne Personaleinsatz, die, angetrieben von Technologie und Daten, von allein läuft. Zur Veranschaulichung stellt das Unternehmen drei Fallbeispiele unterschiedlich großer Hotels vor. Würden die Investitionskosten für den Shop eines 206-Zimmer-Hotel beispielsweise bei 31.250 Euro liegen, betrüge der monatliche Umsatz bei einer 50-prozentigen Hotelauslastung 8.553 Euro, der Gewinn 2.737 Euro (32 Prozent des Umsatzes). Erhöht sich die Hotelauslastung auf 75 Prozent, liegt der Gewinn schon bei 4.362 Euro im Monat, was bedeutet, dass sich die Investitionskosten nach 7,2 Monaten bereits amortisiert hätten.

Fazit: Je größer das Hotel und je besser ausgelastet, desto höher der Shop-Umsatz und desto kürzer die Amortisationszeit.

Susanne Stauß

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