Hoteltest Breidenbacher Hof Düsseldorf Zum Wohlfühlen

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Konstruktive Kritik gehört seit jeher zum journalistischen Credo von Tophotel. Nobeldomizile, die sich als hochpreisige Repräsentanten der Spitzenhotellerie betrachten und für die Branche Vorbildfunktion haben, stehen im Mittelpunkt des anonymen Luxushoteltests. Diesmal nahm unser Tester den Breidenbacher Hof in Düsseldorf unter die Lupe.

MO. 29/11, 16:34 Telefonische Reservierung

Frau B. agiert freundlich, jedoch resolut und vor allem zu hastig. Außerdem informiert sich mich erst auf ausdrückliche Nachfrage über die Zimmerkategorien und deren Unterschiede. Dabei setzt sie bei mir allerdings zu viel Wissen voraus, obwohl ich zu verstehen gegeben hatte, das Hotel nicht zu kennen. Anbieten kann sie mir hochpreisige Zimmer zwischen 295 und 375 Euro. Als ich darauf hinweise, dass ich im Internet bis zum 31. Dezember unter der Headline »Unser bester Preis« Zimmer für 250 bzw. am Wochenende für 225 Euro buchen kann, meint sie sehr salopp, dass diese »nicht mehr verfügbar« sind. Dann dürfen diese aber unter keinen Umständen mehr auf der Internetseite proklamiert werden. Auf meine Verwunderung hin, lenkt Frau B. allerdings ein und offeriert mir kurzerhand ein Zimmer für 255 Euro ohne Frühstück.

Was sie nicht erwähnt, ist, dass all die genannten Zimmerpreise sowohl die Minibar als auch den Aufenthalt in dem sonst vom Hotel so gern herausgestellten »Living Room« beinhalten. Genauso wenig werde ich auf die Gastronomie oder andere Einrichtungen des Hotels hingewiesen oder gar zu einer Reservierung ermuntert. Das passiert erst später bei der schriftlichen Reservierungsbestätigung. Und: Frau B. erkundigt sich weder nach meiner Adresse noch nach sonstigen Kontakt- daten, sie notiert sich lediglich meine E-Mail-Adresse. Entsprechend »leer« ist beim Check-in mein Anmeldeformular, das ich selbst ausfüllen muss. Zum Schluss wünscht mir Frau B. noch einen schönen Tag, bedankt sich aber nicht für die Reservierung.
Wertung: ungenügend

SA. 18/12, 16:04 Check-in

Ein Gepäckträger ist sofort zur Stelle, begrüßt mich freundlich und nimmt sich meines Koffers an. Höflich werde ich an der Rezeption begrüßt, wo ich – wie schon erwähnt – den Anmeldezettel noch fertig ausfüllen muss. Danach begleitet mich die Mitarbeiterin aufs Zimmer und informiert mich über alle relevanten Hotel- und Zimmereinrichtungen. Mein Koffer wird erst nach neun Minuten gebracht. Der Einstieg ist zwar freundlich, aber doch etwas holprig.
Wertung: befriedigend

Zimmer 401

Das Zimmer wurde nicht nur überlegt gestylt, es ist vor allem auch gut strukturiert. Schon die Touch-Displays an beiden Seiten des Bettes zeigen, dass hier jemand für seine Gäste mitgedacht hat. Man kann mit diesen die meisten Lichtquellen inklusive Leselampen sowie die Vorhänge steuern, die Klimaanlage dirigieren, »Do not Disturb« aktivieren und den Wecker stellen. So richtig hell wird es allerdings nie in meinem Zimmer, was zwar dem Teint schmeichelt, aber für so manche dunkle Ecke sorgt. Auch der Schreibtisch könnte besser beleuchtet sein. Der Raum selbst hat – ebenso wie sein Bett – Kingsize-Format und wirkt bei aller Größe und Luftigkeit sehr übersichtlich. Bettwäsche, Bettwaren und Matratzen zeugen von Kultur und bieten sehr guten Schlafkomfort.

Der große Schreibtisch birgt Büroqualitäten. Die Steckplätze sind leicht erreichbar in einer Schublade untergebracht und in einer Lederschatulle finde ich Schreibblock, Hefter, Büroklammern, Lineal, Kugelschreiber und Bleistifte. Daneben liegen zusätzlich Notizzettel mit dem Emblem des Breidenbacher Hofs. Der Schreibtischstuhl verdient das Prädikat »sehr bequem« und lässt sich in der Höhe der des Schreibtischs anpassen. Der Schrank und die zahlreichen Schubladen bieten mehr als genügend Ablagemöglichkeiten. Zudem gibt es ausreichend Holzkleiderbügel und ein Bügeleisen mit Bügelbrett. Mein Gepäck kann ich auf ansehnlichen Sideboards abstellen, auf denen auch ausgeklappte Koffer Platz finden. Der einwandfrei funktionierende Minisafe wurde in einer angenehmen Höhe angebracht. Im Flur hängen ein Ganzkörperspiegel sowie an der Tür ein kleinerer Spiegel – für den allerletzten Kontrollblick. Die kleine Sitzecke darunter werde ich am Ende nicht mehr missen wollen und bin überrascht, wie oft ich sie benutzt habe. Direkt an der Tür befindet sich zudem ein weiteres Display für Licht, Klima­-
anlage etc., wobei »Do not Disturb« mit einem Lippen-Piktogramm und »Bitte Zimmer reinigen« mit einem Staubsauger angezeigt werden.

Sehr gut und Standard im Breidenbacher Hof: die kleine, leicht zu bedienende Espressomaschine mit sechs Kapseln. Daneben steht außerdem ein Heißwasserkocher mit Tea-Caddys bereit. Kaffee und Tee werden stets erneuert. Die Minibar enthält vier Wasserflaschen (0,25 l) und acht Softdrinks (0,2 l). Auch diese werden nach Verbrauch ersetzt. Allerdings ist die Minibar offenbar defekt und kühlt nicht, außerdem gibt es kaum Gläser. Selten erlebt man hingegen einen so gut in der Hand liegenden, schönen Flaschenöffner – schon gar nicht in der Hotelwelt, wo so etwas ja gern als Souvenir verschwindet.
Der große Flachbildschirm und die Fernbedienung funktionieren tadellos; es können erstaunliche 92 Sender empfangen werden, darunter zahlreiche arabische und russische, aber auch japanische und chinesische. Nicht alle Sender stimmen mit der ausliegenden Kanalübersicht überein und die Radiosender muss ich lange selber suchen. Viel zu kompliziert ist mir zudem, den iPod am Fernseher anzuschließen: Das funktioniert nicht und am Schluss frage ich mich, ob mir dafür überhaupt das richtige Kabel bereitgestellt wurde. Neben dem Telefon auf dem Schreibtisch steht noch ein kabelloses am Bett.
An Lesestoff liegen sowohl zahlreiche Hochglanzmagazine als auch ansprechende Broschüren der Capella-Hotels und das Programm der »Beauty Lounge« aus – Letzteres jedoch nur in Englisch. Willkommen heißen mich ein handsigniertes Kärtchen vom Hotelmanagement sowie ein Teller mit Erdnüssen, Äpfeln und Mandarinen, wofür ein Messer fehlt. Blumenschmuck ist offenbar nicht vorgesehen, dafür Duftstäbe in der Flasche als Room Fragrance.

Das Zimmer wurde zwar gut gelüftet und gereinigt übergeben, auch an Problemstellen wie unter dem Bett, auf Bilderrahmen und den Telefonhörern, doch ist die fleckige Bettbordüre unschön. Weitere Minuspunkte: kein separates Radio, ein laut tickender Wecker und eine schmutzige Kleiderbürste mit Haaren, die bis zum Schluss nicht gesäubert wird. Vor allem aber stören sehr unangenehme Geräusche, die nach Kegelbahn klingen und pausenlos ins Zimmer dringen. Auch nachts.
Wertung: gut

Reklamationshandling

 

Ich frage unter der allgemeinen Servicenummer 9 nach, was es mit den »Kegelbahngeräuschen« auf sich hat. Es könne der Aufzug sein, meint eine freundliche Mitarbeiterin von der Rezeption. Der ist aber weit entfernt und die Erklärung eine andere: Neben meinem Zimmer befindet sich – hinter einer Zimmertür getarnt – ein Serviceaufzug des Hotels, der offenbar unermüdlich benutzt wird. Die Mitarbeiterin bietet mir sofort einen Zimmerwechsel an und entschuldigt sich für die Belästigung. Wie jeder andere Gast auch, stehe ich nun vor der Entscheidung: Soll ich all meine mühsam aufgebauten und im Zimmer platzierten Utensilien sowie mein installiertes »Büro« wieder einsammeln und im Koffer verstauen, um sie dann ebenso aufwändig im neuen Zimmer wieder auszupacken? Oder soll ich bleiben? Ich entscheide mich dafür zu bleiben.

Nachdem sich mein Problem ausreichend im Hotel herumgesprochen hat, wird der Betrieb des Serviceaufzugs am zweiten Tag meines Aufenthalts eingestellt – was auch gleich nach dem ersten Beschwerdeanruf hätte geschehen können. Noch besser: Das Problem wäre gar nicht erst aufgetreten, schließlich muss dem Hotel ein so gravierender Fall doch bekannt sein. Generell sollte ein solches Zimmer immer »the last to sell« sein und selbst dann muss man bei der Reservierung darauf hinweisen und es entsprechend günstig abgeben. Noch während meines Aufenthalts sind Techniker dabei, den Aufzug »leiser« zu machen.

Badezimmer

Adrett, geräumig, übersichtlich, funktionell – dieses Bad begeistert auf den ersten Blick. Allein die Fußbodenheizung erzeugt Wohlbehagen. Der in dem großen Spiegel eingelassene Fernsehbildschirm sorgt für Unterhaltung beim Rasieren oder Zähneputzen. Das erste, was ich darauf zu sehen bekomme, ist Johann Lafer. Auch sonst gibt es viel Gutes fürs Auge und die Haptik. Die hübschen Armaturen wirken antik, die Papiertaschentücher stecken in einer schicken Lederbox, die Q-Tips und Wattepads werden in Designerporzellan aufbewahrt. Der Abfallbehälter ist eine Edelbox und aus demselben Leder, in das die Gästeinformationen und die Utensilien am Schreibtisch gehüllt sind. Es gibt sowohl Zahnputzgläser als auch formschöne Zahnbürstenhalter. Die Fernbedienung für den Spiegel-TV entpuppt sich als wahrer Handschmeichler. Wer ein Bad mit so viel Liebe fürs Detail und Geschick gestaltet, vergisst auch die Blumenvase und eine formschöne Seifenschale nicht. Die Guest Supplies von Etro sind erstklassig und umfassen in 70-ml-Fläschchen Shampoo, Conditioner, Duschgel und Bodylotion. Der Haartrockner ist leicht, lässt sich bequem bedienen und kann in Wärme und Stärke auf drei Stufen eingestellt werden.
Das Licht fällt dezent und schmeichelhaft aus, kann aber bei Bedarf auch bis »sehr hell« eingestellt werden – was allerdings an dem dafür angebrachten Zentralschalter vor der Badezimmertür nicht erkennbar ist. Nicht optimal: Die Beleuchtung des Kosmetikspiegels lässt sich nicht unmittelbar an diesem an- und abstellen, sondern nur über den Zentralschalter. Wenn man bedenkt, dass viele Gäste das Licht im Bad ständig eingeschaltet lassen, erhöht sich dadurch nicht nur der Stromverbrauch, der Kosmetikspiegel wird bei Überhitzung auch zur Gefahrenquelle. Bleibt er zudem im Spiegelschrank verschlossen, entwickelt er noch mehr Wärme, was sich nachteilig auf dort eventuell untergebrachte Cremes auswirken kann. Darüber hinaus wurde der nicht in der Höhe verstellbare Kosmetikspiegel zu niedrig angebracht und lässt sich nur umständlich benutzen.

Das Waschbecken ist so tief, dass der Abstand zum Hauptspiegel groß ausfällt und gute Augen erfordert. Es bietet viel Ablagefläche und auch sonst gibt es ausreichend Stauraum im Bad – unter anderem in den verspiegelten Seitenregalen. Genügend Handtücher in verschiedenen Größen und von sehr guter Qualität sowie ein Bademantel sind vorhanden. Überraschend schlicht präsentieren sich die Badeschlappen – ganz ohne Hauswappen, das sonst sogar auf dem Gebäck zu finden ist. Der Wasserdruck ist überall einwandfrei, allerdings fließt am Waschbecken und am Bidet das Wasser nur mühsam ab. In der Duschkabine gibt es nicht nur eine willkommene Sitzbank, sondern auch Ablagekörbe für Guest Supplies und anderes.

Bei diesem Bad handelt es sich wirklich um ein Badezimmer. Am Waschbeckenabfluss hätte es gründlicher gereinigt werden können, sonst aber ist nichts zu beanstanden. WC und Bidet sind separat und mit Telefon ausgestattet. Schade nur, dass in diesem hübsch mit Bildern ausgestatteten Raum die Bilder schief hängen. Zudem sollte auch am Bidet Duschgel bereitstehen.
Wertung: sehr gut

Technik und Internet

Auf den Gast warten im Breidenbacher Hof viel Technik und damit auch einige Probleme. Den Haustechniker / Hausmeister sehe ich in diesem Hotel so oft wie niemanden sonst. Entweder funktioniert das »Do not disturb«-Zeichen nicht oder der drahtlose Internetzugang. Der freundliche Mitarbeiter ist zwar stets sehr bemüht, kann aber nicht immer helfen. Dafür entdeckt er die auszutauschenden Lampen im Bad selbst und installiert umgehend neue. Während seiner Anwesenheit erwähne ich zudem beiläufig in einem Telefongespräch, dass mir Batterien für die elektrische Zahnbürste fehlen – und schon bietet er mir an, welche zu besorgen. Die Internetprobleme jedoch vermag der Techniker nicht komplett zu lösen, da sie sich nicht mit ein paar veränderten Einstellungen beheben lassen und eher ein grundsätzliches Problem im Hotel sein dürften.

Der Handyempfang im »Living Room«, einer kommoden Lounge für alle Gäste, funktioniert nicht und mit Wireless-LAN erhält man keine Verbindung. Das hier eingerichtete Businesscenter besteht während meines Aufenthalts aus einem verkabelten Laptop – mit dem dann eine Verbindung zustandekommt. Wichtig ist, dass ich mich mit den technischen Problemen nicht allein gelassen fühle und die Mitarbeiter redlich bemüht sind, mir zu helfen.

Etagenservice

Die Karte ist recht international gehalten und versucht, mit Klassikern und Evergreens zu punkten. Originell klingt die »Breidenbacher Entencurrywurst und Pommes Frites« – etwas Lokalkolorit kommt immer gut und wirkt authentisch. Daneben locken noch andere extravagante Ideen: etwa die »Caviar Degustation« mit einem Glas Champagner für 99 Euro oder der »Wagyu Beef Burger«, der je nach Größe 22 oder 32 Euro kostet. Außerdem kann ich mich aus der »Brasserie«-Karte des Hausrestaurants bedienen, die ebenfalls viele interessante Offerten bereithält. Es wäre allerdings vorteilhaft, wenn auf der Etagenspeisekarte die Telefonnummer des Roomservices stehen würde. Denn: In meinen Hotelinformationen fehlt die entsprechende deutsche Seite bereits und ist nur noch in Englisch vorhanden. Verwirrend mutet darüber hinaus der Satz an: »Auf alle Speisen und Getränke (Getränke ab zwölf Euro Bestellwert), die auf dem Zimmer serviert werden, berechnen wir eine Service-Pauschale von fünf Euro.« Heißt das, man muss für mindestens zwölf Euro Getränke bestellen? Die sehr freundliche Mitarbeiterin, bei der ich meine Bestellung aufgebe, stolpert zunächst ebenfalls über diesen Satz, meint jedoch, dass ich natürlich auch weniger bestellen könne. Die Auflösung liefert sie dann nach kurzem Überlegen: Die fünf ­Euro Etagenaufschlag werden bei Getränkebestellungen bis zwölf Euro nicht berechnet.

Die Preise der Hauptgerichte bewegen sich zwischen 25 und 45 Euro, wobei das von mir bestellte »Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffel-Gurken-Salat mit Kresse und Radieschen« das preiswerteste Angebot ist. Die Mitarbeiterin wiederholt die Bestellung und sagt die Servierzeit mit »ungefähr 20 Minuten« an – wenn sie sich am Schluss für die Bestellung bedankt hätte, wäre ihr Auftritt perfekt gewesen. Keine 20 Minuten später bringt mir ein sehr freundlicher Etagenkellner das Bestellte – verbunden mit einem schwungvollen »Einen wunderschönen guten Abend«. Seine Lieferung ist komplett und das Schnitzel kommt gut warm aus der Hotbox. Der Trolley allerdings hätte schöner angerichtet sein können, auf Blumenschmuck wurde verzichtet. Mitarbeiter A. bedankt sich und wünscht noch einen schönen Abend. Einen Abräumhinweis gibt es nur in Form eines Tischkärtchens. Später wird A. jedoch anrufen, um zu fragen, ob er den Trolley abholen könne.

Das Wiener Schnitzel ist perfekt – saftig-zart, hauchdünn, luftig souffliert und mit Butter verfeinert. Eine solche Qualität gepaart mit handwerklicher Präzision erlebt man beim Etagenservice eher selten. Der ­Kartoffel-Gurken-Salat schmeckt ebenfalls ausgezeichnet. Das dazu gereichte Brot wurde angewärmt, zudem gibt es gute Butter. Das Glas Wein ist perfekt temperiert und die extra bestellte Box mit den Eiswürfeln sowie die große Flasche Wasser wurden auch nicht vergessen.
Wertung: sehr gut

Turndownservice

Die üblichen Handreichungen wurden vorgenommen: benutzte Handtücher ausgetauscht, Abfallbehälter geleert. Auch die Tissue-Box im Bad hat das Zimmermädchen aufgefüllt – was oft übersehen wird. Von den drei Markierungen im Bad sind zwei im Zuge der Reinigung verschwunden. Für mich gibt es ein Fläschchen Wasser samt Glas am Bett sowie als Betthupferl zwei ausgezeichnete italienische, hübsch verpackte Trüffel – ein helles und ein dunkles Exemplar.
Wertung: sehr gut

Wäscheservice

Ich händige dem Turndownservice zwei Hemden aus: eines zum Auf­-
bügeln, eines für die Wäsche. Ich gebe keine Zeit für die Rückgabe vor. Das Bügelhemd erhalte ich 20 Minuten später akkurat behandelt zurück, das tadellos gereinigte Wäschehemd erst auf Nachfrage verspätet am Abreisetag – mit persönlicher Entschuldigung.
Wertung: noch befriedigend

SO. 19/12, 8:45 Weckruf

Der Weckruf erfolgt pünktlich mit Angabe der Zeit und persönlicher Anrede. Die Mitarbeiterin fragt, ob ich einen Kaffee oder Frühstück aufs Zimmer bekommen möchte und bietet einen zweiten Weckruf an. Abschließend wünscht sie mir einen schönen Tag. Die Morgenzeitung hängt bereits an der Tür.
Wertung: ausgezeichnet

SO. 19/12, 10:19 Etagenfrühstück

Ich bestelle das »Kö«-Frühstück für 35 Euro. Statt des angebotenen frisch gepressten Orangen- oder Grapefruitsaftes hätte ich allerdings lieber einen aus Karotten – inklusive etwas Öl. Die freundliche Mitarbeiterin wiederholt alle Positionen, gibt die Servierzeit mit 20 Minuten an und bedankt sich für die Bestellung. Keine 20 Minuten später bringt mir eine sehr freundliche Mitarbeiterin mein Frühstück, ohne etwas vergessen zu haben. Diesmal ist der Trolley adrett angerichtet und mit einem geschmackvollen winterlichen Apfel-Tannenzapfen-Gesteck dekoriert. Der Abräumhinweis erfolgt münd­- lich und durch ein Tischkärtchen. Beim Gehen verabschiedet sich die aufmerksame Mitarbeiterin nicht nur freundlich und wünscht mir noch einen schönen Tag, sie nimmt außerdem benutzte Teller und Tassen vom Vorabend mit.

Das Frühstück fällt genauso ausgezeichnet aus, wie es aussieht. Spiegelei und Speck sind perfekt, dazu gibt es knusprigen Toast. Das Brot- und Brötchensortiment ist sehr gut, die Butter unter der Minicloche ebenfalls. Der Aufschnitt fällt erstklassig aus, wobei die Trüffelsalami besonders erwähnenswert ist. Gleiches gilt für die ­Käseauswahl. Und: Selten habe ich ein so gutes Bircher Müsli wie hier bekommen. Auch der bestens sortierte Obstteller mit Ananas, Papaya, Melone, Blaubeeren und Himbeeren stellt einen Glanzpunkt dar. Konfitüre, Marmelade und Honig von Faller sind zudem mit vier Gläschen für eine Person mehr als ausreichend bemessen. Der Karottensaft wurde frisch gepresst und das Öl dazu nicht vergessen. Ebenfalls korrekt serviert hat man den Tee: Die frischen Blätter liegen separat im Sieb und wurden noch nicht ins Kännchen mit dem heißen Wasser gesetzt. Zusammen mit dem Etagenserviceaufschlag kostet das Frühstück zwar stattliche 40 Euro, doch ein so hervorragendes Frühstück wie dieses ist letztlich jeden Cent wert.
Wertung: ausgezeichnet

Do not disturb

 

 

 

Die liebe Technik: Ich habe zwar »DND« aktiviert, doch das Signal wird außen an der Tür nicht angezeigt. Gäbe es auf dem Zimmer den altbewährten Türanhänger, könnte ich jetzt zumindest diesen benutzen. Prompt werde ich auch vom Housekeeping gestört, dessen freundliche Mitarbeiterin die Störung an die Technikabteilung weitergeben will. Diese kann das Problem während meines Aufenthalts jedoch nicht beheben, weshalb man mir einen »DND«-Türanhänger aufs Zimmer bringt.

SO. 19/12, 15:27 »Capella Living Room«

Dieser sehr wohltuend und persönlich eingerichtete Raum ist so etwas wie der Club Room für alle – ohne die sonst damit verbundenen Kosten und auch ohne die ganz großen Leistungen. Dafür hat jeder Gast Zutritt: So etwas ist in der deutschen Hotelwelt schon etwas Besonderes. Der Aufenthalt in diesem sehr großzügigen, wohnlichen »Living Room« wirkt sich denn auch sehr angenehm auf den gesamten Aufenthalt aus. Das Ambiente ist privatim und gemütlich, der Service persönlich und freundlich. Es gibt Kaffee, Cappuccino und Softdrinks zum Nulltarif. ­Dazu als Lektüre sowohl Bücher als auch Zeitungen. Genutzt wird der ­»Living Room« von vielen Hotelgästen.
Wertung: sehr gut

»Schnitzler Beauty Lounge«

Der Breidenbacher Hof hat keine eigene Wellnessabteilung oder ein Schwimmbad – obwohl von Letzterem in einem Prospekt auf dem Zimmer die Rede ist. Immerhin gibt es im Haus eine Beauty Lounge der renommierten Düsseldorfer Parfümerie Schnitzler. Sie ist täglich, auch sonntags, von zehn bis 22 Uhr geöffnet; verwendet wird Kosmetik der Crème de la Crème: von La Mer, St. Barth, La Prairie, Guerlain, Sisley. Die Preise entsprechen der exklusiven Lage an der Königsallee: Die güns­-tigste Massage wird für 69 Euro angeboten und dauert 45 Minuten. ­Maniküre und Pediküre kosten jeweils 60 Euro.

Fitnesscenter

Das Fitnesscenter ist kein Center, sondern eher ein größeres Zimmer, dafür in sehr gepflegtem Zustand und gut klimatisiert. Ausgestattet ist es mit modernen Technogym-Geräten für Cardio-, Kraft- und Free-Weight-Training; einen Fitnesstrainer bekommt man auf Anfrage. Handtücher, Wasser und Äpfel liegen bzw. stehen bereit. Zugang haben die Hotelgäste rund um die Uhr mit der Codekarte.
Wertung: befriedigend

Sicherheitsaspekte

Zimmer, »Living Room« und Fitnesscenter sind im Breidenbacher Hof nur mit Codekarte zugänglich; die Aufzüge erreicht man nur von der Lobby aus und funktionieren ebenfalls nur mit Codekarte. Lancierte Anrufe mit dem Ziel, an meine Zimmernummer zu kommen, scheitern am Sicherheitsverständnis der Mitarbeiter. Das Housekeeping arbeitet nicht sichtbar mit Gästelisten, aus denen Namen und Zimmernummern hervorgehen könnten. Die Fluchtwege sind zu jeder Zeit gut zu erkennen, Wege und Türen bei stichprobenartig vorgenommenen Inspektionen nie verstellt. Ein in der Lobby »vergessenes« Gepäckstück wird sofort von einem aufmerksamen Mitarbeiter entdeckt und mir übergeben.
Wertung: ausgezeichnet

Flure, Aufzüge, Treppen

Die Flure sind nicht außergewöhnlich gestaltet, aber stets in einem sehr gepflegten Zustand. Die Aufzüge haben eine angenehme Größe und werden durchaus dekorativ genutzt, um auf das Restaurant und seine Angebote aufmerksam zu machen.
Wertung: gut

Außenbereich

Die Fassade ist alles andere als bemerkenswert, der unscheinbare Außenbereich als solcher kaum zu erkennen und einem Hotel zuzuordnen. Als Gast hat man so das Gefühl, man komme durch die Hintertür ins Hotel. Ein solcher Eintritt wirkt gerade in einem Luxushotel ­besonders banal. Der Eingang ist auch keineswegs exklusiv, denn die Gäste müssen sich ihren Weg durch die Fußgängermassen bahnen.
Wertung: mangelhaft

Bankett

Die schriftlichen und telefonischen Kontakte mit dieser Abteilung fallen sehr freundlich und professionell aus. Meine Anfragen werden zügig, präzise sowie kenntnisreich beantwortet. Und vor allem so, dass ich das gute Gefühl habe, genau an der richtigen Adresse zu sein.
Wertung: sehr gut

SO. 19/12, 19:03 »Brasserie 1806«

Die »Brasserie 1806« ist das einzige Restaurant im Hotel und wird auch für Frühstück, Lunch und Dinner genutzt. Als Frühstückslokalität wirkt die Brasserie dabei sehr einladend; für ein Abendessen könnte das Ambiente festlicher und vor allem weniger hell sein. Bestimmt wird die Atmosphäre von gediegenem Schick, fast schon nach dem Motto »Nur kein Aufsehen erregen«. Die Tische stehen in angenehmer Distanz zueinander und die großen Fensterfronten gestatten einen guten Ausblick. Der Service agiert freundlich, begnügt sich aber mit Standardabfragen. Die Mitarbeiterinnen fallen etwas mehr auf als ihre Kollegen, weil sie stärker mit Lächeln und Charme agieren. Mich betreut offenbar der jüngste Mitarbeiter, der seiner Arbeit sehr einsatzfreudig nachgeht und auch fachlich gut orientiert ist.

Ein Digestif-Wagen ist zwar vorhanden, kommt aber nicht zum Einsatz – wie inzwischen fast überall in der Hotelwelt. Die Weinkarte geht auf Nummer sicher und listet viel Gutes, etwa den ausgezeichneten Weißburgunder von Schäfer-Fröhlich von der Nahe und den Ausnahmechampagner Egly Ouriet. Die offenen Weine, die man überall im Haus bestellen kann, zählen zur bezahlbaren Mittelklasse. Ein Mouton Rothschild mag wichtig klingen, doch kaum ein Gast dürfte – für über­-
zogene 525 Euro – Freude an einem schwächlichen Jahrgang wie dem 1993er haben.
Das kulinarische Konzept entspricht dem pariserischen Brasserie-­Etikett. Die Speisekarte liest sich anregend und ist gut strukturiert. In der Rubrik »Les Fruits de Mer« werden verschiedene Austernarten angeboten, die man einzeln bestellen oder zu einer Degustation zusammenfügen kann. Der Stückpreis liegt dabei zwischen drei und fünf Euro. Serviert werden die Austern, die erstklassig ausfallen, attraktiv in einer Eisschale. Die Variationen lassen sich zudem noch um Hummer, Taschenkrebs und Crevetten erweitern – immer gereicht mit Zitronenmayonnaise, Sauce Rouille, Schalottenvinaigrette und Chesterbrot.

Als Amuse-Gueule bekomme ich eine Garnele mit süß eingelegtem Kürbis serviert – im Grunde eine schöne Idee, wäre da nicht die produktschwache zähe Garnele. Bei den Fischgerichten fällt mir dieses ins Auge: »knusprige Dorade auf schwarzem Risotto mit gebratenem Pulpo und Kräuteröl«. Die Knusprigkeit der Dorade besteht allerdings nur aus einer stark angebratenen und nicht essbaren Haut. Das etwas übergarte Innenleben fällt eher dünn aus. Hinzu kommt: Schwarzes Risotto war schon vor Jahren selbst in der Provinz nicht mehr en vogue und ist unabhängig davon vom Erscheinungsbild einfach unappetitlich. Wenn man es dann auch noch pampig wie Milchreis zubereitet, macht es schon gar keine Freude. Die Sauce lässt ebenfalls Feingefühl vermissen und schmeckt plump und fad.

Die »Breidenbacher Frikadelle mit Karotten-Ingwer-Stampf, Spiegelei und Trüffeljus« gehört zu jenen derben Eigenwilligkeiten, die einfach Lust machen. Im Hotel, so höre ich, ist sie der Renner. Leider gerät auch sie nicht optimal. Die Frikadelle aus porösem Fleisch fällt und bröselt regelrecht auseinander. Zusätzlich mangelt es ihr an Eigengeschmack. Die viel zu stark einreduzierte Sauce kommt schwer und breit daher, ohne Trüffelgeschmack wahrnehmen zu lassen. Wie ich später erfahre, hatte der Küchenchef an diesem Abend frei. Offenbar ist sein Team nicht so eingespielt, dass es sein Fehlen mit Routine überspielen könnte – einige handwerkliche Fehler waren zu deutlich. Insgesamt sind dem Auftritt und dem Konzept des Restaurants dennoch anzumerken, dass es zu besseren Leistungen fähig ist. Ein Eindruck, der sich verstärkt durch die Küchenleistungen, die sonst im Haus zu spüren sind – ich erinnere nur an das hervorragende Wiener Schnitzel vom Roomservice.
Wertung: noch befriedigend

SO. 19/12, 21:56 »Capella Bar & Cigar Lounge«

Diese Bar nimmt den Gast von der ersten Minute an für sich ein: Mitarbeiter, Atmosphäre und Ambiente sind perfekt aufeinander abgestimmt, alles strahlt eine ungezwungene Freundlichkeit aus. Das Dekor ist amüsant, die Ausleuchtung sehr gut: Obwohl alles in ein angenehm sanftes Licht getaucht ist, erkennt man die Barkarte, seinen Drink und die Gäste.

Ich werde sehr freundlich begrüßt und erhalte umgehend die Barkarte. Sie ist sehr gut strukturiert und sprachlich äußerst animierend. Allein das »Avantgarde Cocktail Menu« für 75 Euro ist eine großartige Idee: Zu fünf »hochspeziellen« Cocktailideen werden drei korrespondierende kulinarische Miniaturen gereicht, beispielsweise »Medaillons zum Gewürzlachs mit Gurke und Saiblingskaviar« zum »Liquid Kitchen« mit Hendrick’s Gin, Agavensirup, Gin, Zitronensaft und Maccheroni. Eine weitere Offerte besteht aus der Kombination von »Cohiba Robus­to« und einem Whisky-Drink. Darüber hinaus enthält die Barkarte sehr viele Eigenkreationen, darunter ebenso welche mit Lokalkolorit, wenn etwa »Killepitsch« verwendet wird, ein Düsseldorfer Kräuterlikör. Der wahrscheinlich erste weltweit kreierte Cocktail, der »Sazerac« mit Absinth und Whisky, erlebt auch in Düsseldorf eine Renaissance und wird perfekt zubereitet.

Man kann in dieser Bar bestellen, was man will: Alles zeichnet sich stets durch gute Grundprodukte und präzise Handwerklichkeit aus. Hinzu kommt jener Schuss Individualität, der eine erstklassige Bar ausmacht. Dadurch geraten sogar ungewöhnliche, vielleicht nicht den eigenen Geschmack deckende, aber Neugierde ­weckende Cocktails zum Ereignis, etwa der »Mixology« aus hausgemachtem Sellerie-Wodka, Sellerie, Apfel, Apfelsaft, Zitronensaft, Agavesirup und Zimt. Die Preise dafür fallen trotz der hohen Qualität sehr moderat aus – wenn man sich mal vergegenwärtigt, für welches Geld miese Containerdrinks in Szenebars über den Tresen gehen. Ein zwölf Jahre alter Chivas mit Stone’s Premium Ginger Wine, Rose’s Lime Juice und Zitronenzeste ist da für 14 Euro im Breidenbacher Hof fast schon ein Geschenk. Darüber hinaus gilt für alle probierten Drinks: attraktive Präsentation, Verwendung von Qualitätsprodukten, Balance der Ingredienzien und Harmonie des Geschmacks. Nicht weniger ausgezeichnet ist das übrige Barsortiment: Whisky, Rum, Cachaça, Wodka, Gin und andere Spirituosen sind kenntnisreich gewählt. Die für eine Bar so wichtige Champagnerauswahl beschränkt sich nicht nur auf die üblichen Verdächtigen und es sind gleich drei Biere vom Fass zu haben.

Bei Chefbarkeeper S. und seinem Team gehen Freundlichkeit, Beratung, offensiver Charme, Aufmerksamkeit und Fachkenntnis Hand in Hand. Seine rechte (weibliche) Hand vermag ihn gut zu begleiten – und zu vertreten. Die Stimmung in der Bar ist stets gut, vor allem samstags, wenn Live-Pianomusik auf dem Programm steht. Es wird zwar heftig geraucht, doch der Abzug leistet beste Arbeit. Selbst von der Zigarrenlounge nebenan schwappen keine Rauchschwaden herüber. In der angrenzenden Lobby bemerkt man ebenfalls nichts von den qualmenden Gästen, dort bleibt man von Emissionen gänzlich unbehelligt. Die Zigarren-Lounge wird gut besucht; der begehbare Humidor stellt hohe Ansprüche zufrieden.
Wertung: Weltklasse

MO. 20/12 Schuhputzservice

Meine am Vorabend vor die Tür gestellten Schuhe hängen in einem schwarzen Stoffsäckchen an der Tür und erscheinen mir wie neu.
Wertung: sehr gut

MO. 20/12, 9:56 Frühstücksbuffet

Das Frühstücksbuffet wird bis elf Uhr in der »Brasserie 1806« angeboten, in der es dann bereits ab 12 Uhr möglich ist, Mittag zu essen. Ich werde freundlich begrüßt und zu einem freien Tisch geführt. Das Lokal ist zur Hälfte besetzt und ich genieße die volle Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Zudem macht der Hoteldirektor seine Runde und begrüßt die Gäste persönlich. Verschiedene Zeitungen liegen gut sichtbar am Eingang bereit.

Das Buffet ist nicht nur akkurat und übersichtlich, sondern bis ins Detail äußerst appetitlich. Das Motto scheint dabei zu sein: »klein und fein«. Die Portionen sind mundgerecht, allenthalben stehen animierend gefüllte Tellerchen und Schälchen, nichts wirkt überladen. Auf diese Weise legt man sich nicht zu viel auf den Teller, was nachher dann doch nur übrigbleibt. Alle Positionen sind beschriftet und bequem zu erreichen. Verschiedene Eierspeisen werden frisch zubereitet, im Chafing-Dish Rührei, Speck und Nürnberger Würstchen angeboten – alles von guter Machart. Glanzpunkte setzt das Buffet bei den kalten Offerten: Roastbeef und Remouladensauce sind ausgezeichnet, der Aufschnitt inklusive Trüffelsalami hervorragend.  Bei den Fischspeisen fallen der Lachs und der originelle, gute Algensalat positiv auf. Tomate mit Mozzarella mag zwar nichts Besonderes sein, doch im Breidenbacher Hof wird dieser Klassiker mit hausgemachtem Pesto bzw. mit der Balsamicovinaigrette gehörig aufgewertet. Erstklassig sind zudem die vielen hausgemachten Saucen und Dips sowie das Birnenkompott zum Käse. Dessen Auswahl entspricht ebenfalls dem Buffetmotto »klein und fein«; Camembert und Reblochon sind auf den Punkt. Durchweg stimmig fallen die Antipasti aus – von den gefüllten Peperoni, Weinblättern und Champignons bis hin zu den eingelegten Zwiebeln. Beim angenehm klein geschnittenen Obst (Papaya, Ananas oder Blaubeeren) kommt nur beste Ware zum Einsatz. Die Müsliabteilung ist gut sortiert und es gibt vier verschiedene Arten von Milch. Das Brot- und Brötchensortiment fällt tadellos aus; gute frische Butter dafür steht bereits auf den Tischen. Kann man ein solches Buffet noch verbessern? Vielleicht – beispielsweise mit einigen originellen, lokalen Angeboten. Warum nicht eine Currywurst oder eine rheinische ­Frikadelle?

Nicht auf dem Buffet steht der Orangensaft – er wird vom Service angeboten und dann frisch zubereitet. Der Tee kommt schon mit dem Teesieb im Kännchen an den Tisch, separat wäre besser. Wasser gibt es still und sprudelnd, vor allem aber sprudelt an diesem Morgen bei den Gästen der Champagner von Taittinger. Der Service arbeitet aufmerksam und freundlich, Benutztes wird flink ausgewechselt.
Wertung: sehr gut

Lobby

Der in der Lobby servierte Cappuccino ist sehr gut, mit stand­haftem Schaum und selbstredend ohne Schokopulver. Kaffee wird auf einem Tablett serviert, gemeinsam mit einem Keks und einem kleinen Glas Wasser.
Wertung: sehr gut

MO. 20/12, 13:41 Check-out

Die Abreisezeit wird bei den Capella-Hotels grundsätzlich fließend und großzügig gehalten. Bis 15 Uhr, so erfahre ich bereits am Vor­-abend auf Nachfrage, sei der Check-out problemlos möglich. Eine noch spätere Abreise könne ich kurzfristig klären.

Das Auschecken selbst erfolgt nach Vorschrift: freundlich, zügig, korrekt. Ich werde gefragt, ob mir der Aufenthalt gefallen habe. Die obligate Frage nach der Minibar, die inklusive ist, entfällt logischerweise. Danach erhalte ich zunächst einen Infoausdruck der Rechnung über 856,50 Euro sowie alle Einzelbelege, an denen es nichts zu beanstanden gibt. Der bestellte Wagen ist vorgefahren und das Gepäck bereits eingeladen. Ich werde freundlich verabschiedet.
Wertung: sehr gut

Lost & Found

Kurz nach dem Check-out bringt mir der aufmerksame Mitarbeiter, der auch mein Gepäck abgeholt hat, mein auf dem Zimmer »vergessenes« Utensil an die Rezeption.
Wertung: sehr gut

Bilanz

Der Breidenbacher Hof hat unverkennbare Vorteile: die prominente Lage an der Königsallee im Herzen der Stadt, große komfortable Zimmer, exquisite Bäder und eine Weltklasse-Bar als Wohnzimmer für die Welt und Düsseldorf. Hinzu kommen: der freundliche Service, das behagliche Ambiente, die entspannte Atmosphäre und so individuelle Ideen wie die flexiblen An- und Abreisezeiten oder der private »Living Room« mit persönlicher Betreuung aller Hotelgäste. Das Housekeeping könnte noch etwas besser arbeiten; ganz schlecht fiel das Reservierungshandling aus. Ebenso überrascht und gar nicht überzeugt hat das Hausrestaurant – vor allem deshalb, weil sonst die Küchenleistungen besonders gut waren. Der Gesamtauftritt des Breidenbacher Hofs kann allerdings trotz dieser Einschränkungen als »sehr gut« bewertet werden: Die positiven Erlebnisse waren bei Weitem stärker und das so entscheidende Wohl­- gefühl als Gast hat nicht wesentlich unter den wenigen Unannehmlichkeiten gelitten.

 

Gesamteindruck: 83 %

Testurteil: sehr gut

100-81 sehr gut;   80-61 gut;   60-41 befriedigend;   40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend.

Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!