Ein Job im Ausland zählt für viele zu den großen Verlockungen einer Karriere in der Hotellerie. Fach- und Führungskräfte aus Deutschland genießen international hohes Ansehen und sind sehr gefragt. In unserer Serie berichten Hospitality-Profis von ihren Erfahrungen in der Ferne. Diesmal aus Amsterdam.
"Amsterdam ist perfekt für mich, ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und genieße das große Angebot an Kunst und kulturellen Veranstaltungen", sagt Katharina Schlaipfer. Ihre Erfahrungen und Erfolge in der Luxushotellerie und ihre profunden F&B-Kenntnisse, auch in Verbindung mit Sterne-Restaurants, brachten der 48-Jährigen 2022 das Angebot, General Managerin des Waldorf Astoria Amsterdam zu werden. Bereits der Bau des 93-Zimmer-Hotels, das an der Herengracht aus sechs Kanalpalästen aus dem 17. Jahrhundert entstanden ist, hatte in der Branche für viel Aufsehen gesorgt. "Wir können hier sehr viele Geschichten erzählen, haben einen wunderschönen Garten, historische Säle und mit dem ‚Spectrum‘ ein mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant" – das sind Highlights, auf die sie stolz ist.
Auch in Sachen sprachliche Vielfalt war der Wechsel für Katharina Schlaipfer ein Volltreffer: "Amsterdam hat ein sehr internationales Publikum und das Hotel ein internationales Team. Hier kann ich täglich sieben Sprachen anwenden." Bereits zu Schulzeiten begeisterte sie sich für Fremdsprachen. Und weil sie neben Latein, Englisch und Französisch auch Russisch lernen wollte, jobbte sie in einem Münchner Privathotel, ihre erste Berührung mit der Branche.
Erste Stationen in der Hotellerie
Von 1993 bis 1996 studierte Schlaipfer Hotelmanagement in München und absolvierte ihre Praktika im dortigen Hilton Munich Park, danach ging es hinaus in die Welt. "Eigentlich wollte ich nach Frankreich, dann wurde es das Hilton Brüssel", erzählt sie lachend. "Eine ganz wunderbare, internationale Stadt."
Aus ihrer dortigen Position als Team Leader Restaurant & Bar folgte der Wechsel nach Rom ins Cavalieri, Mitglied der Waldorf Astoria Hotels, wo Schlaipfer sieben Jahre lang blieb. Nach der Hälfte dieser Zeit verlagerte sie ihren bisherigen F&B-Schwerpunkt ins Frontoffice und Revenue Management. "Hilton ist sehr gut darin, Talente zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass sie in allen Bereichen der Hotels Erfahrungen sammeln."
Auf Rom folgten Stationen als Commercial Director im Hilton Straßburg und im Hilton Molino Stucky Venedig. Die Lagunenstadt fand sie "sehr spannend: Das Hotel wurde neu eröffnet, und alles musste mit Booten angeliefert werden, auch die 600 Matratzen."
Erste General-Manager-Position
Zurück in Brüssel wartete die erste General-Manager-Position auf Schlaipfer, die zweite führte sie erneut nach Straßburg. Danach avancierte sie zur Cluster General Managerin für zwei Hilton Hotels in Florenz. Als dann ein GM-Posten im Conrad Hotel an der portugiesischen Algarve frei wurde, zögerte sie nicht. Mit Latein als Basis fielen ihr romanische Sprachen stets besonders leicht, so kamen zu Italienisch auch noch Portugiesisch und Spanisch hinzu. Letzteres und Niederländisch bezeichnet sie bei sich noch nicht als "fluent", sondern als "fortgeschritten", doch sie wird sicher schon bald fließend siebensprachig – holländisch "zeventalig" – sein.
