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Start Technik & Betrieb Design+Interior Wolfgang Hain von Neuland im Interview: Tagen im „New Normal“

Wolfgang Hain von Neuland im InterviewTagen im „New Normal“

In Zeiten der Corona-Pandemie muss auch Konferenztechnik flexibler werden. Es gelte, hybride Formate zu ermöglichen und eine neue Attraktivität im realen Raum zu schaffen, sagt Wolfgang Hain vom Planer und Ausstatter von Tagungsräumen Neuland im Interview mit Hotel+Technik.

„Hybrid“ ist seit März 2020 das Zauberwort für die Tagungshotellerie. Viele Hotels haben mit Beginn der Corona-Pandemie ihr Angebot angepasst und hoffen, zumindest für 2021, wieder auf einen Hauch Normalität in diesem Bereich. Neue Technik schafft dabei Abhilfe, die Herausforderungen im „New Normal“ zu meistern und sichere Tagungen zu ermöglichen. Hotel+Technik hat Wolfgang Hain, zuständig für die Einrichtungsberatung bei Neuland, dazu befragt, wie das Unternehmen die Hospitality dabei unterstützen kann.

Hotel+Technik: Herr Hain, ist die Coronakrise für gewisse Techniken ein Beschleuniger, beziehungsweise haben sich Trends schon vorher abgezeichnet?

Wolfgang Hain: Schon vor Covid-19 gab es hybride Komponenten. Durch mobiles Arbeiten, Homeoffice und Video-Conferencing werden neue Technologien auch im Tagungsbereich Einzug halten. Das bedeutet nicht, dass kein Bedarf mehr an Tagungsräumen herrscht.

Ganz im Gegenteil: Es muss Räume geben, in denen dieser Analog-Digital-Mix gut funktioniert. Tagungshoteliers sollten sich künftig mehr mit neuen, dialogorientierten Veranstaltungsformaten auseinandersetzen. Dann leisten sie eine verantwortungsvolle Arbeit in der Vorbereitung und Durchführung, denn es gibt nicht nur neue pädagogische, didaktische Ansätze (Flexibilität, Partizipation, Kommunikation), sondern auch neue technische Hilfsmittel und eine neue Generation anspruchsvoller Teilnehmer.

Wie reagiert Ihr Unternehmen auf die neuen Anforderungen?

Mit Demut, Hoffnung und Motivation, denn wir alle sehen einmal mehr, dass wir nicht alles kontrollieren können, dass wir aber unser Bestes geben können, um etwas Neues zu lernen und die Herausforderung gemeinsam zu bestehen.

“Wir erschaffen Räume, in denen Ideen entstehen, Visionen wachsen und sich Chancen für den Dialog ergeben.”

In unserer Branche und in der gesamten Gesellschaft gibt es mehr Ungewissheit als je zuvor. Es gilt, wertvolle Fragen zu stellen und gemeinsam an Antworten zu arbeiten. Für diejenigen, die die Coronakrise als Chance nutzen wollen, um ihren Tagungsbereich neu zu gestalten, alte Zöpfe abzuschneiden und eine neue Attraktivität im realen Raum zu schaffen, entwickeln wir gern Lösungen. Wir erschaffen Räume, in denen Ideen entstehen, Visionen wachsen und sich Chancen für den Dialog ergeben.

Was bedeutet das konkret?

Im sogenannten Playground in Eichenzell zeigt sich, was alles im Tagungsbereich mit Technik und flexibler Möblierung geleistet werden kann. (Bild: Neuland)

Wir haben dafür den „Neuland Playground“ geschaffen. Es handelt sich um eine 340 Quadratmeter große Fläche in unserem Headquarter in Eichenzell. Sie verfügt zusätzlich noch über eine Außenterrasse von 90 Quadratmetern inklusive einem Think Tank für sechs Personen.

Hier zeigen wir, wie man mit einer flexiblen Möblierung eine Vielzahl von Möglichkeiten dialogorientierten Arbeitens und Lernens schafft: Ob Barcamp oder Konferenz, Weiterbildung oder Strategieentwicklung – das Setting lässt sich einfach und schnell verändern und anpassen.

Mit welcher Technik können Sie Hote­liers in diesen herausfordernden Zeiten besonders unterstützen?

Wir haben sowohl analoge Tools für digitale Trainings entwickelt als auch Lösungen für hybride Veranstaltungskomponenten. Zusätzlich haben wir uns Gedanken über Produkte gemacht, die Hygienekonzepte unterstützen und einen Mix aus analogen und digitalen Tools ermöglichen.

Auch in Zeiten der Digitalisierung sind die Vorzüge von ‚echtem‘ Handwerkszeug für viele Anwender wichtig und wünschenswert. In hauseigener Produktion entstehen Möbel für den mobilen stationären Einsatz, die mit modernen technischen Komponenten ausgestattet werden. Ein Beispiel sind mobile Medien-Stelen, die mit Monitoren bis über 90 Zoll und Videokonferenzsystemen bestückt werden können. Ein integrierter Elektrohub sorgt dafür, dass der Monitor in der niedrigsten Höhenstufe auch durch eine Eingangstür passt.

Wie wird sich die Tagungshotellerie künftig entwickeln, und wie wird das die Produktentwicklung in Ihrem Hause beeinflussen?

Ich teile die Aussage des German Convention Büros, das in seinem letzten Meeting- und Eventbarometer die zentrale Aufgabe der Tagungshotellerie darin sieht, dass sie Anstöße geben muss für ‚die intelligente und zielgruppen-/kundenorientierte Gestaltung von Veranstaltungen unter angemessener Hinzuziehung neuer Technologien und innovativer Formate‘.

‚Angemessen‘ bedeutet hier auch, dass die Tagungshoteliers die Grenzen der digitalen Belastbarkeit von Tagungsgästen berücksichtigen müssen. Wenn Menschen sich in Dauer-Videokonferenzen befinden, steigt auch wieder ungemein der Wunsch nach greifbaren Tools, nach Bewegung und nach echter Begegnung. Unsere Aufgabe wird es auch künftig sein, Raumsinn zu schaffen, durch professionelle Planung des Lernumfelds. Neue dialogorientierte, agile Veranstaltungsformate – kombiniert mit hybriden Komponenten – sind jetzt schon Bestandteil unserer Planungskonzepte.

Interview: Mareike Knewitz

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