Ein luxemburgischer Immobilienfonds will das ehemalige Singer-Nähmaschinenwerk in Brandenburg zu einem Hotelquartier mit Kultur- und Gesundheitsangeboten entwickeln. Das Investitionsvolumen liegt bei 250 Millionen Euro.
Auf dem Gelände des ehemaligen Singer-Nähmaschinenwerks in Wittenberge, Brandenburg, soll in den kommenden acht Jahren ein neues Quartier mit einem Investitionsvolumen von 250 Millionen Euro entstehen. Das Vorhaben stellte Renaud Vercouter, Geschäftsführer der Veritas Park, auf der Internationalen Hotel Investment Conference (IHIF) in Berlin vor.
Nachhaltige Stadtentwicklung auf 16 Hektar
Das 16 Hektar große Areal mit denkmalgeschützten Gebäuden aus den Jahren 1903 bis 1927 – darunter der höchste Uhrturm Kontinentaleuropas – soll schrittweise zu einem Modellquartier für nachhaltige Stadtentwicklung werden. Im Mittelpunkt stehen die Wiederbelebung des Gebäudebestands, eine CO₂-neutrale Energieversorgung und eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung in mehreren Phasen. Wittenberge liegt am Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, auf halber Strecke zwischen Berlin und Hamburg, und verfügt über einen ICE-Anschluss.
Hinter dem Vorhaben steht der luxemburgische Immobilienfonds Eurinvest, der laut Vercouter unter anderem ein gemeinsam mit Moreland Development umgesetztes Resort-Projekt im südafrikanischen Zimbali nördlich von Durban verantwortet hat sowie das Berliner Stadtquartier Chaussee 36. Im ersten Bauabschnitt, für den die Baugenehmigung bereits vorliegt, werden 19.000 Quadratmeter saniert und umgenutzt – darunter ein Hotel mit 140 Zimmern im Drei- bis Viersterne-Bereich, Coworking-Büros, Gastronomie, ein Fitnessbereich sowie Veranstaltungsräume.
Dieses Hotel soll planmäßig bis zur Landesgartenschau 2027 fertiggestellt werden; das Investitionsvolumen für den ersten Abschnitt beläuft sich auf rund 40 Millionen Euro. Der britische Architekt Alex Sprogis aus London verantwortet die Gestaltung der Hotelzimmer und des Veranstaltungsbereichs.
Hotelturm und Longevity-Zentrum geplant
In späteren Bauabschnitten sind darüber hinaus Büros, Kunst- und Kultureinrichtungen, Sport- und Wellnessanlagen sowie Personalunterkünfte vorgesehen. Außerdem soll ein weiterer Hotelturm mit 100 von Martin Jasper entworfenen Suiten im Vier- bis Fünfsterne-Bereich entstehen, ergänzt um ein Longevity-Zentrum. Vercouter sieht neben Geschäftsreisenden vor allem Familien- und Gesundheitsurlauber als Zielgruppen. Sowohl für das Gesundheitszentrum als auch für die Hotels sucht Veritas derzeit Betreiber.
„Wir sind mit fünf Hotelbetreibern in Verhandlung, die Entscheidung wird in den nächsten sechs Wochen fallen“, sagte Vercouter auf der IHIF. Man sei an einer internationalen Marke interessiert, um auch Gäste aus dem Ausland anzuziehen. Für die geplanten Kunstausstellungen hat Veritas nach eigenen Angaben bereits Kontakt mit Partnermuseen in Europa aufgenommen. Zudem liefen Gespräche mit zwölf Universitäten und Hochschulen, die in Wittenberge Außenstellen eröffnen könnten.
