Die Landeshauptstadt will die Bettensteuer Ende Dezember ausweiten. Der Landesverband Dehoga Hessen reagiert besorgt.
Die Stadt Wiesbaden plant eine Erhöhung des Kurbeitrags von drei Euro auf fünf Euro pro Gast und Nacht. Diese Maßnahme soll künftig auch für Geschäftsreisende gelten, bisher waren nur Privatreisende betroffen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Hessen rechnet infolgedessen mit einem Anstieg der Übernachtungspreise pro Zimmer um durchschnittlich zehn Prozent.
Dehoga kritisiert die geplante Maßnahme
Der Landesverband äußerte sich kritisch zu dem Plan und bezeichnet ihn als "kurzsichtige Kassenpolitik, die mit einer durchdachten und langfristigen Standortpolitik nichts zu tun hat." Besonders bemängelt der Verband die fehlende Kommunikation seitens der Stadt. In einem offiziellen Statement heißt es, dass die Art und Weise, wie die Betriebe vor vollendete Tatsachen gestellt werden, von einem Mangel an Respekt gegenüber einer Branche zeugt, die sich in der Vergangenheit immer als Partner der Stadt Wiesbaden gesehen hat.
Man könne zwar nachvollziehen, dass in Zeiten leerer kommunaler Haushaltskassen die Bettensteuer angehoben und ausgeweitet werden kann. Jedoch betont der Verband, dass die Höhe des Beitrags im üblichen Rahmen der in Hessen ähnlich gelagerten Satzungen liegen sollte. Hierbei verweist er auf Beispiele wie den Rheingau und Frankfurt am Main, wo der Beitrag zwei Euro pro Nacht beträgt.
Urs von Kellenbach, Hotel Manager des Motel One Wiesbaden, äußerte sich ebenfalls kritisch. "Eine Ausweitung und Erhöhung des Kurbeitrags in diesen Dimensionen ist den Gästen, schon gar nicht den Geschäftsreisenden, zu vermitteln." Er befürchtet, dass potenzielle Besucher sich für andere Destinationen entscheiden könnten.
Der Branchenverband appelliert an die Verantwortlichen der Stadt, die Bedenken der Hotellerie ernst zu nehmen und eine ausgewogene Lösung zu finden. sar