Welttourismusorganisation warntMehr als 100 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr

Wegen der sinkenden Zahlen von Reisenden, auch an den Flughäfen, sieht die Welttourismusorganisation UNWTO über 100 Millionen Arbeitsplätze im Tourismus in Gefahr. (Bild: Pixabay/FreePhotos)

Die Welttourismusorganisation (UNWTO) hat anlässlich des Welttourismustages am kommenden Sonntag vor den Folgen der Coronakrise gewarnt. Demnach stehe ein besonders schwieriger Herbst bevor. Millionen von Arbeitsplätzen im Tourismus stünden auf dem Spiel, so die Verantwortlichen der UNWTO.

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Die Welttourismusorganisation UNWTO sieht wegen der anhaltenden Corona-Krise über 100 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr. Allein jeder zweite Job (von 1,1 Millionen) der Luftverkehrswirtschaft in Deutschland sei bedroht. Die Verkehrszahlen verharrten nach wie vor bei 20 Prozent der Vorjahreswerte. Für die Flughäfen setze sich der Lockdown faktisch also fort, ein Flugbetrieb ohne ausreichende Einnahmen lasse sich auf Dauer nicht aufrechterhalten.

Auch 2021 rechneten die meisten Standorte mit deutlich weniger als der Hälfte der Reisenden gegenüber 2019 und den Flughäfen fehlten derzeit täglich zehn Millionen Euro Einnahmen. Die gesamten Umsatzausfälle summierten sich von März bis September 2020 bereits auf über zwei Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Selbst die eingeleiteten drastischen Sparmaßnahmen könnten den Einnahmerückgang auf der Kostenseite nicht annähernd auffangen. Es drohe der Abbau von bis zu 30.000 der 180.000 an Flughäfen beschäftigten Mitarbeiter in Deutschland. Ohne Zugang zu frischem Kapital drohe zahlreichen Flughäfen die Insolvenz.

Pauschale Reisewarnungen “eine Katastrophe” für Tourismus und Luftverkehrswirtschaft

In der vergangenen Woche stieg nur noch jeder Fünfte der Vorjahrespassagiere in ein Flugzeug. “Die Reisewarnung belegt auch die hemmende Wirkung der Corona-bedingten Einschränkungen der Reisemöglichkeiten. Um dem Luft- und Reiseverkehr in diesen bitteren Corona-Zeiten wieder Aufschwung zu geben, ist es höchste Zeit, dem bestehenden Flickenteppich mit unterschiedlichen Risikobewertungen sowie Verfahren bei Test- und Quarantäneregelungen ein Ende zu machen”, so Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV. Urlaub mit der Aussicht auf eine anschließende Quarantäne sei eine abschreckende Vorstellung für jeden Reisenden. “Flughäfen und Airlines drängen massiv auf eine Ausweitung statt Rücknahme der Teststrategie. Statt pauschaler Quarantäneregelungen sind Tests und eine stärkere Differenzierung der Risikogebiete, sprich die Benennung eines Ortes statt einer ganzen Provinz, der richtige Weg zur Aufrechterhaltung der Mobilitätsanforderungen in der Pandemiekrise”, bekräftigt Beisel die Forderungen des ADV.

Den Welttourismustag begeht die Welttourismusorganisation (UNWTO) seit 1980 jedes Jahr am 27. September. Das Datum geht zurück auf die Ratifizierung der UNWTO-Statuten 1970. Der Welttourismustag zeigt die Bedeutung des Tourismus für die internationale Gemeinschaft sowie seine Auswirkungen auf soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Werte weltweit.

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