WellnessSpa-Managerin Lisa Marie Stangier über aktives Wellness

Mit 34 Jahren verantwortlich für ein riesiges Spa: Lisa-Marie Stagnier. (Bild: privat)

Sie ist im Wortsinne „fit“ in den unterschiedlichsten Bereichen. Diplomierte Fitness-Ökonomin, Wellnessexpertin, Sportlerin, kabinengeschult. Im Interalpen-Hotel Tyrol kann Lisa Marie Stangier als Spa-Managerin ihr Potenzial voll ausschöpfen.

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Die majestätische Alleinlage auf dem 1.300 Meter hohen Plateau, der Panoramablick auf die Tiroler Bergwelt: Die Voraussetzungen, die Hektik des Alltags vollkommen hinter sich zu lassen und in einen Wohlfühl-Kosmos einzutauchen, sind im Interalpen-Hotel Tyrol perfekt.

Die Einrichtungen im Spa sind in ihrer Vielfalt beeindruckend, und 5.300 Quadratmeter zu bespielen, das ist eine Herausforderung. So groß ist der Wellnessbereich, den Lisa Marie Stangier seit zwei Jahren leitet. In drei Umbauphasen bekamen sämtliche Spa-Abteilungen ein gründliches Upgrade, das inzwischen abgeschlossen ist. Ein Saunadorf im Tiroler Stil, harmonisch gestaltete Behandlungsräume, alle mit Blick auf die grandiose Bergwelt, dazu ein im letzten Jahr eröffneter Lady-Spa und eine moderne Rezeption runden das Angebot ab.

Größe, das sei eigentlich kein Thema für sie, sondern, was man aus diesen vielfältigen Möglichkeiten macht, sagt die Spa-Managerin. Innerhalb kürzester Zeit hat Lisa Marie Stangier dem Konzept die eigene Handschrift verliehen, wurde 2018 mit der von Mein Tophotel verliehenen Wellness-Aphrodite ausgezeichnet.

Bewegung gehört dazu

Die gebürtige Hessin hat Sportmanagement studiert, ist diplomierte Fitness-Ökonomin und hat anschließend ein Wellness- und Spa-Management-Studium draufgesattelt. Seit sie 2017 die Position der Spa-Managerin übernommen hat, liegt ihr Fokus darauf, die aktive Wellness zu verstärken. Was nicht bedeute, dass die Verwöhn- und Entspannungsprogramme weniger wichtig wären, betont sie. In der Sauna schwitzen, sich massieren lassen, bei einer Gesichtsbehandlung entspannen – damit könne man sich viel Gutes tun. Aber zum umfassenden Wohlbefinden gehöre die Bewegung dazu, ist sie überzeugt. Das Aktivitätenprogramm hat die 34-Jährige deshalb stark ausgebaut. Damit gelingt es ihr zunehmend, eine jüngere Klientel zu gewinnen.

Übungen, die auch im Alltag helfen

„Wir werden damit etwas fetziger, jünger, cooler. Das Bewusstsein wächst generell, wie viel man selbst für sich tun kann“, beobachtet sie. „Dabei wollen wir unsere Gäste unterstützen.“ Und zwar mit den ausgefeiltesten Methoden, dem neuesten Equipment, neuen Indoor-Cycling-Bikes, Rudergeräten, einem Kraftgeräte-Park. Es gibt Func­tionaltraining, bei dem man lernt, mit dem eigenen Körpergewicht zu arbeiten, Faszien-Training, Mobility-Übungen. Im Outdoorbereich wurde eine überdachte Fläche mit Gummiboden überzogen, wo man sich verausgaben kann. Sie möchte den Gästen etwas mitgeben, auch für Zuhause: „Kurze Entspannungsphasen, Mobilitätsübungen, die im Alltag helfen. Wenn das glückt, ist es ein super Mehrwert.“

Wie schafft sie es, Gäste fürs Aktivsein zu motivieren? Da setzt sie auf den „Sog“, den ihre eigene Begeisterung an der Bewegung auslöst, Lisa Marie Stangiers Leidenschaft ist „Crossfit“, eine Kombination unter anderem mit Übungen aus dem olympischen Gewichtheben und Training mit dem eigenen Körpergewicht. Ein Workout, das stählt für viele – nicht nur sportliche – Erfordernisse. „Den Spaß daran, sich zu bewegen und zu spüren, wie gut das tut, die Begeisterung gebe ich so gern weiter.“ Auch in ihren Mitarbeitertrainings, die sie wöchentlich anbietet und die viel Zuspruch erfahren.

Ganzheitlichkeit bleibt tragende Säule

Neben dem Aktivitätenprogramm ist und bleibt das gesamte ganzheitliche Wellnessprogramm inklusive der vielfältigen Behandlungen eine tragende Säule. „Ich liebe beides“, sagt sie, „habe selbst jahrelang in der Kabine gearbeitet.“ Im Bayerischen Hof in München habe sie das „Leading Feeling“ kennengelernt und verinnerlicht, was es braucht, um die Standards eines Leading Hotels zu erfüllen. Bei aller Fröhlichkeit und Herzlichkeit und auch Freiheit sei es wichtig, diese Standards einzuhalten, um das hohe Niveau und die Professionalität zu wahren.

Die Aktivität brauche zum Ausgleich die Ruhe, beide Pole müssten sich ergänzen. Im Spa wurde gerade  ein Meditationsraum eingerichtet. Zuhause ist ihr  Meditationskissen ein Lieblingsplatz.

Lisa Marie Stangier hat die Atmosphäre im Spa verändert, es darf auch mal herzhaft gelacht werden. „Zum Lachen gehen wir in den Keller“, sagt sie scherzhaft, denn die Spa-Rezeption befindet sich auf Etage minus eins. Fröhlich und zugewandt sollen ihre 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter agieren können. Freude an dem haben, was sie machen. Und das auch zeigen. Ihre Teams versteht sie als Multiplikatoren. „Ich bin bei meiner Mannschaft, ich weiß, sie tragen das dann weiter.“ Sie begegne jedem Einzelnen auf Augenhöhe, setze auf Wertschätzung und Vertrauen.

Ihre Stärke? Die sehr feinen Antennen dafür, wo gerade besondere Aufmerksamkeit gefordert ist. Was sind die Schwingungen und was ist nötig? „Dadurch kann ich mein Team steuern. Ich weiß immer ganz gut, wen ich gerade laufen lassen kann, wer auf der anderen Seite meine Zuwendung braucht.“

Bärbel Holzberg

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