Industrie-Talk Wasseraufbereitung im Hotel: Mehr Geschmack, weniger Kosten

Frank Neuhausen ist seit 2005 Geschäftsführer von BWT water+more Deutschland.
Frank Neuhausen ist seit 2005 Geschäftsführer von BWT water+more Deutschland. © BWT water+more

Frank Neuhausen, Geschäftsführer von BWT water+more Deutschland, erklärt im Interview, warum Wasseraufbereitung im Hotel mehr als Technik ist: Sie beeinflusst Geschmack, Nachhaltigkeit und senkt Kosten.

Hotel+Technik: Herr Neuhausen, warum ist Wasseraufbereitung so zentral in Hotels?

Frank Neuhausen: Wasser ist in der Hotellerie allgegenwärtig und übernimmt entscheidende Funktionen – sei es in der Küche, an der Bar oder in der Spültechnik. Am deutlichsten wird das am Beispiel Kaffee: Er besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Die Wasserqualität ist daher entscheidend für Geschmack und Aroma und damit für die gleichbleibend hohe Kaffeequalität in der Tasse. Aber auch bei Kombidämpfern, Eismaschinen oder in der Spültechnik hat die Wasserbeschaffenheit großen Einfluss auf das Ergebnis und auf die Langlebigkeit der Geräte.

Welche Lösungen bieten Sie für die Hotellerie?

Wir bieten Wasserfilter für Kaffee-, Heiß- und Kaltgetränke, Backtechnik, Kombidämpfer, Spültechnik, Vending-Automaten und Eismaschinen. Unser Portfolio reicht von spezifischen Filterkerzen bis hin zu Umkehrosmoseanlagen. Alles mit dem Ziel, die Wasserqualität auf den jeweiligen Einsatzzweck abzustimmen.

Wie beeinflusst die Wasserqualität das Geschmackserlebnis bei Kaffee, Tee oder Speisen?

Entscheidend ist die optimale Filtration – je nach lokaler Rohwasserqualität, dem Wasserbedarf und dem Anwendungsbereich. Hier sind auch kompakte Umkehrosmoseanlagen eine gute Alternative zu klassischen Filterkerzen. Dabei werden dem Rohwasser im ersten Schritt unerwünschte Inhaltsstoffe entzogen beziehungsweise auf den voreingestellten Mineraliengehalt im Wasser optimiert. Solche Systeme eignen sich beispielsweise ideal für den Bereich der Spültechnik, bei Kombidämpfern oder Backöfen. Speziell für Anwendungen im Heißgetränke-Bereich reichern wir das Wasser nach der Umkehrosmose mit Mineralien wie Magnesium und Silikat an. Das sorgt für eine optimale Extraktion bei Kaffee oder Tee und unterstützt die volle Entfaltung des Geschmacksprofils.

Welche Unterschiede merkt man zwischen unbehandeltem und aufbereitetem Wasser?

Unbehandeltes Wasser enthält oft Kalk, Gips oder mikroskopisch kleine Partikel. Diese führen zu Ablagerungen in Maschinen, blockieren Magnetventile oder reduzieren die Effizienz von Heizsystemen. Unsere Filtrationslösungen wie „BWT bestclear“ und „BWT bestsoft“ oder bei höherem Wasserbedarf die „BWT bestaqua-ROC Produktreihe“ entfernen diese Stoffe. In der Spültechnik hat das gleich zwei Effekte: Die Maschine wird geschützt, und die Spülergebnisse – etwa bei Gläsern oder Geschirr – sind sichtbar besser.

Wie können Hotels mit moderner Wassertechnologie Kosten senken?

Wer in hochwertige Wasseraufbereitung investiert, verlängert die Lebensdauer teurer Geräte, spart Reparatur- und Wartungskosten und reduziert den Energieverbrauch. Gerade in der Spültechnik kann zudem der Einsatz von Reinigungschemie deutlich reduziert werden.

Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit ein?

Einen sehr hohen. Unser ROC-System verlängert beispielsweise die Wechselintervalle der Filterkerzen auf bis zu einmal jährlich – und das auch bei sehr hohen benötigen Wassermengen. Darüber hinaus haben wir ein neues Recyclingverfahren etabliert, bei dem bis zu 99 Prozent der Materialien dem „BWT-Recycling“ zugeführt werden. Die gebrauchten Filterkerzen werden in ihre einzelnen Komponenten wie Kunststoffe, Harze und weitere Bestandteile getrennt und für eine sinnvolle Weiterverwendung aufbereitet. Das schont wertvolle Ressourcen und reduziert Abfall erheblich.

Welche Trends beobachten Sie?

Das Bewusstsein für die Bedeutung von Wasserqualität wächst spürbar, nicht nur national, sondern weltweit. Die Frage ist längst nicht mehr, ob Wasser aufbereitet werden sollte, sondern wie professionell und effizient das geschieht. Qualität und Nachhaltigkeit sind hier die entscheidenden Faktoren.

Wie beurteilen Sie digitale Steuerung und IoT (Internet of Things) bei der Wasseraufbereitung?

Mit unserem BWT b.Connect bieten wir eine Echtzeitüberwachung von Wasseraufbereitungsanlagen. Das erlaubt es, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Weitere Vorteile sind, dass sich Serviceeinsätze gezielt planen lassen und alle Betriebsdaten zentral auswertbar sind. Gerade für Betreiber mehrerer Standorte ist das ein Gamechanger in Sachen Effizienz und Betriebssicherheit.

Wie möchten Sie die Branche in den kommenden Jahren weiter unterstützen?

Wir sehen uns als Partner der Branche. Wir haben den Anspruch, nicht nur Wasser zu optimieren, sondern auch Prozesse zu vereinfachen und nachhaltige Lösungen zu etablieren. Unser Ziel: Die Hotellerie soll sich auf das konzentrieren können, was zählt – nämlich ihren Service und ihre Gäste. Um das zu ermöglichen, liefern wir perfektes Wasser – für jede Anwendung in der Hotellerie und bei jeder lokalen Wasserqualität.

Zur Person

Frank Neuhausen ist seit 2005 Geschäftsführer von BWT water+more Deutschland. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt seit mehr als 20 Jahren auf der Wasseraufbereitung für Kaffee und andere Heißgetränke. Im Rahmen seiner Tätigkeit war Neuhausen international in Vertrieb, Konzeptentwicklung und Markteinführung tätig. Zwischen 2014 und 2019 war er Mitglied im Board of Directors der Specialty Coffee Association (SCAE, später SCA); er engagiert sich seit vielen Jahren in deren Fachgremien und Projekten. Der Geschäftsführer ist promovierter Naturwissenschaftler mit Schwerpunkt Mikrobiologie. BWT Water+More Deutschland ist innerhalb der Best Water Technology AG (BWT) der Spezialist für Horeca-Anwendungen.