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StartBusiness & ManagementCoronaVor Politik-Beratungen:: So appellieren Branchenvertreter an Kanzlerin und Ministerpräsidenten

Vor Politik-Beratungen So appellieren Branchenvertreter an Kanzlerin und Ministerpräsidenten

Mit Blick auf die Beratungen zwischen Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am heutigen Donnerstag melden sich Hoteliers und Verbandspräsidenten zu Wort, um auf die „katastrophale Lage“ der Branche aufmerksam zu machen. Tenor: Die Betriebe brauchen jetzt schnell Hilfsgelder, um am Leben zu bleiben, sowie dringend eine Öffnungsperspektive.

Um die Corona-Krise zu überstehen, bleibt die Bildung eines Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen für alle Betriebe des Gastgewerbes die wichtigste Forderung der Branche. „Die Lage in Hotellerie und Gastronomie ist katastrophal“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). „Die Branche liegt am Boden. Eine Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes droht. Verzweiflung bei Unternehmern wie Mitarbeitern macht sich breit. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.“ Die bisherigen Liquiditätshilfen und Kredite von Bund und Ländern reichten nicht aus.

Anspruch auf Pachtminderung im Gesetz verankern

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Dehoga beim Thema Pachtminderung. Die meisten Betriebe seien geschlossen und hätten keinerlei Einnahmen. Umsätze aus dem Liefer- und Abholgeschäft seien in den wenigsten Fällen kostendeckend. „Die Fixkosten, insbesondere Mieten und Pachten, aber auch Leasinggebühren und allgemeine Betriebskosten, laufen indes unverändert weiter“, macht Zöllick deutlich.

In den meisten Miet- und Pachtverträgen sei explizit der Verwendungszweck der vermieteten Räume zum Beispiel als Hotel, Restaurant oder Diskothek vereinbart. „Wenn die Räume zum Betrieb eines Restaurants vermietet oder verpachtet wurden, und diese Nutzung massiv beschränkt bzw. untersagt ist, kann das Betriebsrisiko aber nicht wie jetzt in voller Höhe allein vom Mieter bzw. Pächter getragen werden“, mahnt Zöllick an.

„Es kann nicht sein, dass Investmentfonds jahrelang hohe Renditen insbesondere mit Hotels als Pächter erzielt haben und unsere Betriebe nun im Regen stehen lassen.“ Das sei unfair. „In der größten Krise nach dem Zweiten Weltkrieg sind alle gefordert. Auch die Immobilienwirtschaft muss ihrer Verantwortung gerecht werden.“ Zöllick betont, es gebe durchaus Verpächter mit Format, die sich auf vernünftige Pachtminderung verständigt hätten. Aber dies sei leider nicht der Regelfall.

Dirk Iserlohe: „Solidarpakt zur Minderung der Staatslasten“

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Dorint Hotelgruppe, Dirk Iserlohe, appelliert in seinem fünften offenen Brief an die Bundeskanzlerin und ihr Kabinett, dass die Regierung eine Branche mit mehr als 2,4 Millionen Arbeitnehmern – immerhin dreimal so viel wie in der Automobilindustrie – nicht opfern darf. Als Ausweg aus dem derzeitigen Dilemma der Hotelindustrie fordert Konzernchef Iserlohe einen gesetzlich geregelten Solidarpakt, der zunächst die Staatsausgaben mindert. Basierend auf drei Säulen (Solidarpakt, Zuschüsse und Deregulierungen) werde dieser eine stabilisierende Wirkung für eine ansonsten aussterbende Branche haben.

„Die Hotellerie ist eine Branche, die vielleicht in den Köpfen der Menschen derzeit keine Systemrelevanz hat. Ihr Niedergang jedoch würde nach der Krise – dann, wenn die bisher als selbstverständlich angesehenen Oasen der Erholung und der Gastlichkeit fehlten – als ein zu großer Verlust im gesellschaftlichen Leben wahrgenommen“, so Iserlohe.

Reisebranche demonstriert bundesweit für schnelle Staatshilfen

Mitarbeiter der Reisebranche haben heute – als Aktionsbündnis: ‘Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebranche – rettet die Touristik‘ – bundesweit für schnelle Staatshilfe in der Corona-Krise demonstriert. Dazu DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz: „Wir haben Verständnis, dass der Tourismus vor zwei Wochen noch nicht Priorität hatte. Die Branche braucht aber nach Wochen des Lockdowns jetzt einen Fahrplan für den schrittweisen Neustart des Deutschlandtourismus und damit eine Perspektive.“

Für den DTV besteht diese dringend nötige Perspektive konkret aus drei Punkten:

  • einer TaskForce auf Bundesebene in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Spitzenverbänden des Tourismus zur Erarbeitung von Konzepten und Standards.
  • einen Fahrplan für den Neustart des Deutschlandtourismus, der vor allem auch den Übernachtungs- und Tagestourismus differenziert berücksichtigt.
  • einem „Rettungsschirm Deutschlandtourismus“ des Bundes vor allem für all jene Akteure und Betriebe bis 250 Beschäftigte, die existenzbedroht sind und durch bestehende Hilfen noch nicht erreicht werden.

 

 

 

 

 

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