Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBusiness & ManagementVor Corona-Gipfel am Montag::Hoffnung auf weitere Öffnungen schmilzt

Vor Corona-Gipfel am MontagHoffnung auf weitere Öffnungen schmilzt

Öffnungsschritte für das Gastgewerbe ab Montag rücken wohl in immer weitere Ferne. Unter anderem liegt in Bayern bereits der Restart der Außengastro auf Eis. Ministerpräsident Markus Söder forderte in Hinblick auf die anstehende Bund-Länder-Runde zudem eine „harte Notbremse“. Dennoch gibt es in einigen Bundesländern auch Strategien für Osterurlaub und Öffnungen.

(Stand: 19.03.2021, 13.30 Uhr) Aufgrund der weiterhin steigenden Corona-Zahlen wird es in Bayern ab kommendem Montag, 22. März, keine weiteren Öffnungsschritte geben, wie unter anderem der “BR” berichtet. Das bedeutet auch: Keine Öffnung für die Außengastronomie.

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt München nimmt die Zahl der neuen Coronainfektionen seit einiger Zeit wieder zu. Am gestrigen Donnerstag waren es 68,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) schließt daher nicht aus, dass die Stadt in absehbarer Zeit über den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 kommt. Dann trete die Corona-Notbremse in Kraft und alle Lockerungen müssten wieder rückgängig gemacht werden.

Söder für „harte Notbremse“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für die kommenden Bund-Länder-Beratungen  eine “harte Notbremse” gefordert. Das berichtet unter anderem der “Münchner Merkur“. Söder erhofft sich von dem nächsten Corona-Treffen eine einheitliche Durchsetzung der „harten Notbremse“. „Ich möchte aus einer im Moment sehr flexiblen Notbremse eine harte Notbremse machen“, so Söder am Donnerstag nach einer digitalen Länderkonferenz in München.

Gesundheitsminister Spahn hält zudem eine Rücknahme von Öffnungen für möglich, wie unter anderem die „Tagesschau“ am Freitag berichtete. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte bei der Pressekonferenz zur Corona-Lage demnach sogar für einen sofortigen harten Lockdown.

Sondersitzung in NRW

Die Angst vor der neuen Corona-Welle ist auch in NRW groß. Immer mehr Städte und Kreise wollen die Corona-Maßnahmen wieder verschärfen. Das Land drückt noch auf die Bremse. Angesichts wieder stark steigender Corona-Neuinfektionen kommt daher der nordrhein-westfälische Landtag am heutigen Freitag um 14 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Beantragt hatten die Sitzung Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen. Sie werfen der CDU/FDP-Landesregierung vor, ihr entgleite das Corona-Krisenmanagement.

Kreis Schwäbisch Hall erlässt tagsüber geltende Ausgangsbeschränkung

Der Corona-Hotspot Schwäbisch Hall mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von annähernd 300 wird zudem eine tagsüber geltende Ausgangsbeschränkung erlassen. „Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität, von daher müssen wir die Kontaktbeschränkungen noch einmal verschärfen und die Ausgangssperre tagsüber erlassen“, teilte Landrat Gerhard Bauer am Donnerstagabend mit. Die Regelung solle ab Samstag in Kraft treten. Das Verlassen der Wohnung sei dann nur noch aus triftigem Grund – wie etwa zum Einkaufen, dem Weg zur Arbeit oder Bewegung an der frischen Luft – erlaubt.

Niedersachsen will an Schnelltests gekoppelte Öffnungen prüfen

Dem wachsenden Druck von Kommunen, Handel und Gastronomie nach einer Öffnungsperspektive trotz anziehender Corona-Zahlen will Niedersachsen dagegen mit an Schnelltests gekoppelten Lockerungen insbesondere im Einzelhandel begegnen. Nachdem Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Vize-Regierungschef Bernd Althusmann (CDU) bei der Frage von Lockerungen und Inzidenzwerten zuletzt nicht auf einer Linie lagen, zurrte am Donnerstag ein Sonderkoalitionsausschuss einen gemeinsamen Kurs fest. Mit ihm kann das Land am kommenden Montag auch in die nächste Bund-Länder-Runde zur Coronakrise gehen.

„Wir haben heute in großer Geschlossenheit die Frage von Modellprojekten und damit der Rückkehr zu einem Stück weit Normalität beraten“, sagte Althusmann. „Wir werden aufs Engste die kommunalen Vorschläge einbinden.“ Das bedeute voraussichtlich ab Ende März eine deutliche Verbesserung der Situation für den Einzelhandel und für den gesamten Bereich in Niedersachsen. „Das ist nicht unvorsichtig, das ist nicht leichtsinnig, sondern wir orientieren uns nach wie vor an dem hohen Infektionsgeschehen. Und dennoch bieten wir damit Niedersachsen eine Perspektive.“

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Niedersachsen hatte am Donnerstag an den Ministerpräsidenten appelliert, eine Öffnungsperspektive zu Ostern zu schaffen. „Hoteliers und Gastronomen wollen wissen, wann es für sie endlich wieder losgeht“, hieß es in einem offenen Brief.

Haseloff und Schwesig für Urlaub im eigenen Bundesland

Besonders wichtig für die Branche ist auch die Frage nach dem Osterurlaub. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will sich etwa für „kontaktlosen Urlaub“ im eigenen Bundesland einsetzen. „Dass jetzt wieder der Mallorca-Urlaub sozusagen dem Urlaub im eigenen Land aus epidemiologischen Gründen vorgezogen wird, das versteht niemand“, sagte sie am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. „Die gegenwärtige Lage spricht für Rostock und gegen Mallorca“, betonte Schwesig. Im Interview mit der „Bild“ hatte sich zuvor auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), für ein ähnliches Modell ausgesprochen. „Das wäre ja für die Menschen im eigenen Land der Urlaub in der Ferienwohnung oder im Ferienhaus“, sagte Schwesig.

Hamburger Wirte fordern umsetzbare Öffnungsstrategie

In Hamburg haben sich Wirte inhabergeführter Gaststätten zudem in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die Bürgerschaft für eine umsetzbare Öffnungsstrategie stark gemacht. Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag legten sie ein Sechs-Punkte-Papier vor, in dem sie unter anderem mehr Freiheiten für Geimpfte fordern. „All denen, die schon geimpft sind, möchten wir Angebote machen dürfen, wie beispielsweise ‚Betreutes Trinken für Pflegekräfte‘“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Gleichzeitig boten sie ihre Läden als Impfzentren an – „den Schnaps zur Spritze gibt es von uns noch obendrauf“. Mit dpa

Wie es in der Coronakrise weitergeht, entscheiden Bund und Länder am Montag, 22. März, beim nächsten Corona-Gifel.

 

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link