Von der "Treudelbar" bis zur "Herrenlounge" So sieht das Steigenberger Treudelberg Hamburg nach der Renovierung aus

Elf Monate Bauzeit waren notwendig, um das Steigenberger Treudelberg einer Kernsanierung zu unterziehen. Der Look ist jetzt ein völlig anderer, auch konzeptionell hat sich das Luxushotel weiterentwickelt. Aufgrund der Coronakrise musste der Betrieb allerdings 18 Tage nach dem ersten Check-in vorübergehend eingestellt werden. KLICKEN SIE SICH DURCH DIE BILDER DES LUXUSHOTELS.

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Aus dem Rankwerk an der opulenten Deckendekoration des Steigenberger Hotels Treudelberg quellen Blüten sowie animalische und menschenähnliche Gestalten. Putten tragen Blumenkörbe, es wird auf dem Dudelsack, der Laute und auch auf der Geige musiziert. Beim Anblick dieses Kunstwerks fühlt man sich versetzt in ein altehrwürdiges Hamburger Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert.

Jedoch: Es ist das neue Restaurant “Lemsahler”, in dem sich der Betrachter befindet. Das auf Tapete gezogene Kunstwerk, das die Blicke im À-la-carte-Restaurant auf sich zieht, entstammt einem Original aus dem Museum der Hamburger Geschichte. Letzteres diente den Münchner Innenarchitekten der Meierei als “Schatzkammer der Inspiration” – schließlich galt es, das alte Hamburg-Gefühl gekonnt in das Design des Luxushotels einzuweben.

Alt und neu, Stadt und Wasser, Bodenständigkeit und Internationalität. Diese und weitere Attribute mit Bezug zur norddeutschen Metropole flossen in die elfmonatigen Renovierungsarbeiten des Steigenberger Hotels Treudelberg ein. Ende Februar war das Werk vollbracht. Hoteldirektor Michael Fritz gesteht, dass er sich rein aus den Zeichnungen “nicht hätte träumen lassen, dass es so schön wird”.

Vorhang auf: Das neu designte Golfresort Steigenberger Treudelberg

Ein erstes Ausrufezeichen setzt das ehemalige landwirtschaftliche Gut, das 1992 zum Golf-Resort umgebaut wurde und seit 2006 als Steigenberger firmiert, im Eingangsbereich, den die Gäste nur schwerlich wiedererkennen werden. Einerseits wurde der große Empfangstresen gegen zwei Check-in-Desks getauscht, andererseits haben die Interior Designer zwei großflächige Stoffvorhänge installieren lassen, um dem Raum eine Art Vorhang zu verleihen.

Dahinter macht sich eine beeindruckende Kulisse auf, bestehend aus großzügiger Lobby samt echtem Kamin sowie – durch die großflächigen Fenster omnipräsent – dem Blick auf das satte Grün des 18. Lochs. Während der Rezeptionsbereich mit einem kühlen Fußboden aufwartet, prägen den gastronomischen Bereich warme Holztöne und klare geometrische Formen. Dieses Stilelement findet sich auch im “Lemsahler” wieder, das in einen hell gestalteten Teil mit Wintergarten sowie einen in dunklen Tönen gehaltenem Part mit der eingangs beschriebenen Deckendekoration aufgeteilt wurde.

Konzeptionell soll sich das À-la-carte-Restaurant anspruchsvoller als in der Vergangenheit positionieren, weshalb das Küchenteam um Tim Woitaske als Küchendirektor ergänzt wurde. Gleichzeitig wurde im Außenbereich ein eigener Zugang geschaffen, um sowohl das Restaurant als auch die in Vintage-Metallictönen gestaltete “Treudelbar” stärker zu positionieren.

Logisbereich Steigenberger Treudelberg:
Upcycling und “Meeresleuchten”

Kaum wiederzuerkennen ist auch der Logisbereich des Hauses. Als Blickfang in den 135 Zimmern dienen vor allem die aufwendigen Wanddekorationen in drei verschiedenen Designs. Hierfür ließ sich das Architektenteam der Meierei vom Stil “Alter Meister” sowie einer modernen Interpretation des “Meeresleuchten” und Eindrücken im Stil “Zarte Botanik” inspirieren. Statt eines Teppichbodens wurden Holzdielen verwendet, und bei den Möbeln dominieren Wiederverwertung und die Nutzung vorhandener Ressourcen.

Viele Möbelstücke wie die Rückwände der vorhandenen Betten wurden aufgearbeitet und neu drapiert. Auch bei anderen Elementen zählt der nachhaltige Gedanke: So wurden die Rugs der Zimmer aus recycelter Baumwolle und Korkeiche von Hand gewebt. Auch die 349 Türen wurden aufgearbeitet und teilweise erneuert.

Top-Refugium des Hauses ist die “Treudelberg Suite” auf 83 Quadratmetern. Neben einem weitläufigen Blick über die Golfanlage punktet das Refugium mit einem privaten Spa-Bereich, der Whirlpool, finnische Sauna, Infrarotsessel und eine gemütliche Chill-out-Area umfasst. Für rund 350 Euro sind die Suiten des Steigenberger zu buchen.

16 Millionen Euro in die Renovierung investiert

Die Konferenz- und Tagungsräume mit Platz für 260 Personen wurden im Rahmen der 16 Millionen Euro umfassenden Renovierung ebenso neu gestaltet wie das Golfzentrum mit dem angeschlossenen “Bistro 19”. Hier wurde zudem eine alte Tradition wieder aufgegriffen: Im Stil eines Gentleman-Clubs wurde mit der “Herrenlounge” ein entsprechender Rückzugsort geschaffen.

Gerade nach dem Golfspiel soll sich dieser bei den Mitgliedern etablieren, zumal Signature Drinks wie der “Nordic Sour” (mit Aquavit, frischem Limettensaft und Waldblütenhonig) oder der “Treudelberg Lavender” (mit Rhabarbersaft, Ananassaft, Lavendelsirup und Tonic) auf der Karte stehen.

Abgerundet wird die Neuinszenierung des Luxushotels durch Wellness-, Spa- und Fitnessbereich, wodurch General Manager Michael Fritz aus dem Vollen schöpfen kann. “Das Steigenberger Treudelberg hat durch seine Lage im Alstertal und seinen hohen Clubanteil andere Voraussetzungen – und dies muss täglich neu gelebt werden. Ein gutes Beispiel sind die Tagungen im Grünen, mit denen wir uns vom Wettbewerb deutlich abheben.”

Auch Eigentümer Bernhard Garbe sieht das Haus für die Zukunft bestens gewappnet: “Wir haben eine gelungene Verjüngung unseres Hauses mit einer anspruchsvollen Atmosphäre verknüpft, die allen – auch technischen – Ansprüchen eines modernen Hotels gerecht wird.”


Interview: Michael Fitz,
General Manager Steigenberger Treudelberg in Hamburg

Welche Rolle soll das Steigenberger Treudelberg künftig auf dem Hamburger Hotelmarkt einnehmen?

Das Treudelberg war immer ein besonderes Produkt und schwer vergleichbar mit unseren lokalen Mitbewerben aufgrund seiner Vielfältigkeit und einzigartigen Lage im Grünen. Vollkommen renoviert und repositioniert sind wir ein Urban Resort auf dem Standard der gehobenen Player der Innenstadt.

In das Gastrokonzept wurde stark eingegriffen: Welche Ziele werden mit dem Restaurant “Lemsahler” verfolgt?

Wir sind der Ansicht, dass eine bessere Trennung zwischen Golfgastronomie und unserem À-la-carte-Restaurant eine klarere Positionierung beider Outlets ermöglicht. Der Snack auf die Schnelle oder eben ein ausgiebiges Dinner in besonderer Atmosphäre. In erster Linie möchten wir noch mehr Hamburger Gäste ansprechen und ins Haus locken.

Michael Fritz, General Manager des Steigenberger Treudelberg Hamburg: “Vollkommen renoviert und repositioniert sind wir ein Urban Resort auf dem Standard der gehobenen Player der Innenstadt.”

Die Einrichtung ist gespickt mit detail­reichen Ideen: Auf welche sind Sie ­besonders stolz?

Es verbirgt sich so viel Storytelling in der Architektur und im Design … Die Taue mit Goldapplikationen, die als Garderobe in der Lobby fungieren und das Motto “rustikale Eleganz” besonders authentisch widerspiegeln sind sicher mein Augenzwinker-Highlight. Verliebt bin ich aber vor allen Dingen auch in die Bar und ihre Deckenkonstruktion, die den Funkenflug des Schmiedes darstellt. Dieses Detail hat sich unsere Innenarchitektin einfallen lassen, da die Gastroplaner den Beruf des Barkeepers als “Handwerker” sehr bildlich dargestellt haben mit einem Schmied am Brennofen und entsprechendem Funkenflug.

Wie mussten Sie auf die Coronakrise reagieren?

Es ist natürlich besonders ernüchternd, mit einem grandiosen Team auf eine Eröffnung hinzufiebern, den Betrieb kurzzeitig aufzunehmen, um dann nur 18 Tage nach dem ersten Check-in in eine vorübergehende Schließung zu gehen. Aber Hauptsache, wir sind alle gesund, atmen nun einmal tief durch und starten so richtig, nachdem wieder ein wenig Normalität eingekehrt ist. Aktuell unterstützen wir das “Keiner kommt, alle machen mit”-Solidaritätsfestival von MenscHHamburg e.V.

Mathias Hansen

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