Vertrieb Waldmann verkauft Conichi vollständig an HRS

Das 2014 gestartete Startup war bisher mit zehn Millionen Euro HRS-Investition eigenständig tätig gewesen, nun hat das Kölner Buchungsportal alle restlichen Conichi-Anteile erworben. Im Interview mir Tophotel erklärt Gründer Maximilian Waldmann, wie die Kombination aus HRS und Conichi auf globaler Ebene erfolgreich sein kann.

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Tophotel: Welche Gründe sprachen dafür, Ihr Unternehmen an HRS zu verkaufen?

Maximilian Waldmann: Wir haben zwei Ziele, die für uns wichtig waren: Einerseits mit der Conichi-Lösung einen globalen Standard zu etablieren. Smarthotel funktioniert in Deutschland und in Teilen von Europa sehr gut, ist von einem globalen Setup noch weit entfernt. Andererseits ist es uns wichtig, den Erfolg für das gesamte Team weiterzufahren und auf die nächste Stufe zu kommen. Denn: Wir haben uns zwar intensiv mit dem Thema Check-in und Check-out beschäftigt, das Kernthema war aber immer die Zahlung. In den Gesprächen mit HRS-Chef Tobias-Ragge stellte sich dann schnell heraus, dass wir ein Setup entwickeln können, das den gesamten Workflow abbildet.

Tophotel: Wie würde sich dieser Ablauf in der Praxis darstellen?

Maximilian Waldmann: Der Kunde tätigt seine Buchung und alle weiteren Prozesse laufen vollautomatisiert ab: Wir kreieren eine virtuelle Kreditkarte und geben diese an das Hotel weiter, wir prozessieren die Zahlung, führen den Check-in durch und sammeln schlussendlich alle relevanten Rechnungen.

Tophotel: Wie erfolgt die Integration in HRS?

Maximilian Waldmann: Parallel zum Verkaufsprozess wurde von unserem Team in Köln bereits damit begonnen, alle HRS-Entwicklungen im Paymentbereich, die für unseren gemeinsamen Weg interessant sind, herauszufiltern und aufzubereiten. Die Kombination aus Conichi-Know-how hinsichtlich der Hotelprozesse gepaart mit den HRS-Lösungen und den 1600 Mitarbeitern, die mit den Hotels in Kontakt stehen, soll den Erfolg gewährleisten. Auf Personalebene wurde im Übrigen mit Nicole Mantow eine weitere Geschäftsführerin engagiert, die zuvor zehn Jahre lang EVO Payments International leitete.

Tophotel: Ist es Ihnen leicht gefallen, Conichi zu veräußern?

Maximilian Waldmann: Ehrlich gesagt: nein, denn an dem gesamten Projekt hängt extrem viel Herzblut. Wir sind aber auch sehr gespannt, wie es in den kommenden Wochen und Monaten weitergeht.

Tophotel: 2016 wurde sehr transparent kommuniziert, dass HRS Ihr Start-up mit zehn Millionen Euro unterstützt hat. Machen Sie den jetzigen Verkaufspreis auch öffentlich?

Maximilian Waldmann (lacht): Nein. Beide Parteien haben entschieden, den Preis nicht zu kommunizieren.


Hintergrund: HRS strebt eine skalierbare und weltweit akzeptierte Payment Lösung an, die weit über die eigentliche Transaktion hinausgeht. Firmenkunden und Hotelpartner sollen von maßgeschneiderten Lösungen profitieren, die zusätzliches Einsparpotenzial heben und die Effizienz von Prozessen steigern. Auf der im Oktober stattfindenden Innovate Conference in New York City wird Maximilian Waldmann die neuen Zahlungslösungen von HRS vorstellen.

 

 

 

 

 

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