Versicherungstipp Wichtige Klausel bei Gebäudeversicherung beachten

´ (Bild: Shutterstock)

Die so genannte „strenge Wiederherstellungsklausel“ in der Brandschutzversicherung sorgt häufig dafür, dass die Entschädigung im Schadenfall meist nicht so ausfällt wie erwartet.

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Der Zeitwert des Gebäudes unmittelbar vor dem Brand ist meist niedriger als die Aufwendungen zum Wiederaufbau. Deshalb kommt die Klausel zum Einsatz: Eine Neuwertentschädigung findet nur statt, wenn das Gebäude an derselben Stelle und in selber Art und Weise wiedererrichtet wird. Wessen kleines Hotel also abbrennt, der kann es weder an einer anderen Stelle wieder errichten, noch wesentlich erweitern oder radikal modernisieren.

Strenge Regel mit harten Folgen

Der Paragraf 28 der Allgemeinen Wohngebäudeversicherungsbedingungen (VGB 2010) enthält die strenge Wiederherstellungsklausel. Sie soll den Schaden ausgleichen, „der dem Versicherungsnehmer dadurch entsteht, dass er einen höheren Betrag als den Zeitwert aufwenden muss, wenn er das zerstörte Gebäude wiederherstellt“. Die Versicherung zum Neuwert soll demnach nicht Aufwendungen abdecken, die durch wesentliche Verbesserungen verursacht werden. Es soll zudem nicht als Motivation verstanden werden, seinen Betrieb mutwillig abbrennen zu lassen.

Was können Hoteliers jedoch machen, wenn sie das Gebäude verändern oder an einem attraktiveren Standort neu bauen wollen? Oder wenn sie sich gar zu Ruhe setzen und auf einen Neubau verzichten möchten? Dann müssen sie sich im Zweifel mit dem Zeitwert begnügen, denn Ausnahmen von dieser Regel gibt es nahezu keine. Nur wer sein Hotel exakt nachbaut, hat Anspruch auf den Differenzbetrag zwischen Zeitwert und Wiederaufbau, die so genannte Neuwertspitze.

Hilfe durch spezialisierte Anwälte

Wer sich entschließt, sein Hotel nach der strengen Wiederbeschaffungsklausel wiederaufzubauen, sollte sich möglichst zeitig rechtliche Unterstützung einholen, damit er die Neuwertspitze realisieren kann. Viele Voraussetzungen finden sich in der aktuellen Rechtsprechung und können von spezialisierten Anwälten ausgelegt werden. Sie sind es auch, die Leistungsentscheidungen von Versicherungen nochmals überprüfen können.

Versicherungstipp: Wenige spezialisierte Makler bieten einen anderen Weg. Sie haben mit Versicherungen abgemilderte Wiederherstellungsklauseln vereinbart. Die Wiederaufbauverpflichtung ist in diesen Verträgen erfüllt, wenn innerhalb der Bundesrepublik Deutschland wieder aufgebaut wird. Dabei genügt ein Aufbau für eine ähnliche Betriebsart. Ein Hotel sollte also ein Hotel bleiben, muss aber nicht im Urzustand wieder aufgebaut werden.

 

Autor: Alexander Fritz (B. A. Versicherungswirtschaft) ist Geschäftsführer der Fritz & Fritz
Risikoberatung UG (Margetshöchheim). Er ist auf Risikomanagement-Konzepte und Pakete zur Unternehmensabsicherung für die Hotellerie spezialisiert.

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