Urteil des BGHOnline-Portal Yelp darf Bewertungen aussortieren

Die Entscheidung des Bundesgerichtshof ist gefallen: Online-Portale wie Yelp dürfen ihre Bewertungen mittels einer Software (aus)sortieren. Bei der Entscheidung beruft sich der BGH auf die Berufs- und Meinungsfreiheit.

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Mit diesem Schritt stärkt der BGH die Rechte von Bewertungsportalen wie Yelp deutlich. Davon sind auch Hoteliers betroffen, denn oftmals führen die angesprochenen Portale neben  Restaurants oder Handswerksbetrieben auch Hotels auf.

Hintergrund der Verhandlung war gewesen, dass die Betreiberin eines Fitnessstudios geklagt hatte. Die Vorinstanz, das Oberlandesgericht München, hatte ihr zwar Recht gegeben. Doch der BGH entschied anders. Die Betreiberin hatte beklagt, dass ihre Gesamtnote auf dem Portal Yelp relativ schlecht war. Der Grund: Diese setzt sich zusammen aus Bewertungen, die zwar von Usern abgegeben, allerdings von einer automatischen Software aussortiert werden. Im Fall der Studiobetreiberin seien ihrer Ansicht nach die guten Bewertungen aussortiert worden.

Für Yelp sei es notwendig, zu sortieren, hieß es in der Verhandlung. Somit verhindere man, dass Fake-Bewertungen gezählt würden. “Unsere User veröffentlichen auf Yelp Millionen von Beiträgen. Aus diesem Grund benutzen wir eine automatisierte Software um die hilfreichsten Beiträge hervorzuheben. Diese Software zieht mehrere Faktoren in Betracht, wie die Qualität, die Vertrauenswürdigkeit und die bisherige Aktivität des Users auf Yelp.”

Im Urteil des BGH heißt es: “Die Anzeige des Bewertungsdurchschnitts und der Einstufung von Nutzerbewertungen als ’empfohlen’ oder ‘nicht empfohlen’ sind durch die Berufs- sowie Meinungsfreiheit geschützt; ein Gewerbetreibender muss Kritik an seinen Leistungen und die öffentliche Erörterung geäußerter Kritik grundsätzlich hinnehmen.”

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