Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartManagementUnesco-Welterbe: Zwei weitere deutsche Stätten ausgezeichnet

Unesco-WelterbeZwei weitere deutsche Stätten ausgezeichnet

Nach den Kurorten Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sowie der Mathildenhöhe Darmstadt wurden zwei weitere Stätten in Deutschland als Welterbe ausgezeichnet: Die Shum-Stätten in Speyer, Worms und Mainz sowie der niedergermanische Limes.

Das Unesco-Welterbekomitee hat die Schum-Stätten Speyer, Worms und Mainz zum Welterbe erklärt. Als Welterbe werden Kultur- und Naturstätten von „herausragendem universellen Wert“ ausgezeichnet, wie es die Unesco – die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation mit Sitz in Paris – formuliert. Die Auszeichnung bedeutet oft touristische Aufmerksamkeit und Einnahmen.

Die Unesco begründet die Auszeichnung der Shum-Stätten damit, dass der Judenhof in Speyer, der Wormser Synagogenbezirk mit dem Friedhof Heiliger Sand und der Alte jüdische Friedhof Mainz von der langen und wechselvollen Geschichte der drei jüdischen Gemeinden zeugen. Die Schum-Stätten sind die 50. Welterbestätte in Deutschland.

Dazu erklärt Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt: „Die Anerkennung dieses jüdischen Gemeindeverbundes, dessen Wurzeln auf das 10. Jahrhundert zurückgehen, ist die Krönung der Feierlichkeiten im Festjahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Als 50. Welterbestätte in unserem Land stehen die Schum-Stätten für die Verpflichtung, dem Weg des Friedens und der Versöhnung zu folgen. Hierfür ist der Wiederaufbau der von den Nationalsozialisten zerstörten Wormser Synagoge eine wichtige Wegmarke.“

Geschichte der Schum-Städte

Als Verbund der Schum-Städte bildeten Speyer, Worms und Mainz im Mittelalter das Zentrum des Judentums in Mitteleuropa, so die Unesco. Die Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei hebräischen Städtenamen zusammen: Schpira, Warmaisa und Magenza. Sie gelten als Wiege des aschkenasischen Judentums. Schum-Gelehrte erließen hier vor 1.000 Jahren religionsrechtliche Reformen, verfassten Liturgien und Gebete, die seither Bestand haben.

Die Bauwerke und Friedhöfe der drei Gemeinden, deren Geschichte bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht, zählen laut Unesco zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen jüdischen Lebens in Deutschland und Europa. In den Schum-Stätten spiegele sich das rituelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinden. Ihre Form und Gestaltung sollte die Architektur jüdischer Gemeindebauten von Mitteleuropa über Nordfrankreich bis nach England prägen.

Auch niedergermanischer Limes in Welterbeliste aufgenommen

Der Limes erstreckt sich entlang des Rheins. (Bild: Unesco-Kommission/Erik Hartung)

Auch der niedergermanische Limes gehört jetzt zum Unesco-Welterbe. Er erstreckt sich entlang des Rheins von Rheinland-Pfalz über Nordrhein-Westfalen bis zur niederländischen Nordseeküste. Archäologen aus den Niederlanden und Deutschland haben den Antrag gemeinsam erarbeitet.

„Am Niedergermanischen Limes finden wir einige der ältesten Zeugnisse der Grenzen des Römischen Reiches“, sagt die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission Maria Böhmer. „Entlang des Rheins entwickelten die Römer Kastelle und Siedlungen, aus denen große Städte wie Köln, Bonn und Nijmegen erwachsen sollten“, so Böhmer.

Die neue Welterbestätte setzt sich aus 44 Teilabschnitten von Remagen bis ins niederländische Katwijk zusammen. Sie erzählen von mehr als 400 Jahren römischer Entwicklung im Norden des einstigen Imperiums, so die Unesco. mit dpa

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link