SteuertippUmsatzsteuer in der Wellnessoase

Fast jedes größere Hotel verfügt über einen Fitness- und Wellnessbereich, in dem Tees, Milchshakes und Kaffeespezialitäten angeboten werden. Regelsteuersatz oder ermäßigter Steuersatz – das ist hier die Frage.

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Für Hoteliers ist die richtige umsatzsteuerliche Behandlung ihrer Leistungen schon seit Jahren eine unendliche Geschichte, denn seit dem 1. Januar 2010 gilt für Übernachtungen der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Ermäßigt besteuert werden jedoch nur Leistungen, die unmittelbar mit der Übernachtung zusammenhängen. Andere Nebenleistungen, die mittelbar mit der Übernachtung zusammenhängen, unterliegen dem 19-prozentigen Steuersatz. Dazu gehören auch Leistungen, die das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden steigern wie Wellnesspakete und Wohlfühlmassagen. Doch es gibt Ausnahmen: Werden im Zusammenhang mit einer begünstigten Beherbergungsleistung Schwimmbäder überlassen oder Heilbäder verabreicht, so unterliegen diese nur dem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent. In den Wellnessoasen eines Hotels kommt der ermäßigte Steuersatz für Heilbäder in aller Regel weder für Massagen noch für die Sauna in Betracht.

Auch alle Getränke und Snacks, die zu einem Wohlfühlpaket gehören, unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. Doch wie verhält es sich mit Getränken, die Gäste von einer Hotelbar in den Fitness- oder Wellnessbereich mitnehmen und damit nicht vor Ort verzehren? Auch bei den to go-Getränken wird in aller Regel der 19-prozentige Umsatzsteuersatz anzuwenden sein, denn für Mineralwasser, Frucht- und Gemüsesäfte, aber auch für isotonische und nährstoffreiche Fitness- und Sportgetränke sowie für alle alkoholischen Getränke fallen stets 19 Prozent Umsatzsteuer an. Gleiches gilt für frisch zubereiteten Tee, Filterkaffee oder einen Espresso – sogar aus dem Selbstbedienungsautomaten. Milchmischgetränke wie Milchshakes oder molkehaltige Fruchtdrinks, aber auch Kaffeespezialitäten wie Latte Macchiato zum Mitnehmen unterliegen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent, sofern das Getränk zu mindestens 75 Prozent aus Milch oder Molke besteht.

Hinweis: Auch bei Milchmischgetränken, die von der Bar in den Fitness- oder Wellnessbereich mitgenommen werden, fällt nach Auffassung von ETL ADHOGA nur sieben Prozent Umsatzsteuer an. Zwar stehen in Wellnessbereichen auch Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Doch diese sollen – wie im Wartebereich eines Kinos – nicht in erster Linie den Verzehr von Snacks und Getränken erleichtern. Daher dürften Hoteliers auch für diese Getränke vom ermäßigten Steuersatz profitieren.

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