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StartHotel+TechnikUmbau & SanierungUmbau-Story des Mercure Hotel Mainz City Center::Relaunch in Rekordzeit

Umbau-Story des Mercure Hotel Mainz City CenterRelaunch in Rekordzeit

Weniger als fünf Monate hat es gebraucht, das Mercure Hotel Mainz City Center bei laufendem Betrieb zu kernsanieren. Für den Eigentümer LFPI Hotels, vor allem aber für die Mitarbeitenden des Hauses ein echter Kraftakt. Jetzt strahlt das Dreisterne-Superior-Hotel im Mid-Century-Stil und positioniert sich bei Individualgästen.

Anfang August 2022 im Mercure Hotel Mainz City Center: Der Hoteleingang ist mit Plastikplanen verhängt, Rezeption und Restaurant geschlossen. Der Umbau erreicht damit die unteren Etagen des Hotels und kommt in den öffentlichen Bereichen an. Zum Frühstück finden sich die Gäste in der Bar ein, deren Tresen gleichzeitig als Empfang dient.

Das Interior-Konzept ist vom Mid-Century-Stil
inspiriert, Petticoat-Kronleuchter inklusive. (Bild: LFPI)

Im Vergleich zu dieser Situation waren die ersten Renovierungsmonate ein Spaziergang. Wie bei Hotelsanierungen üblich, hatten sie ab Ostern im obersten, sechsten Stockwerk des Hotels begonnen und sich etagenweise nach unten bewegt. Die Beeinträchtigung der Gäste hielt sich dadurch in Grenzen.

Mittlerweile ist die Komplettsanierung des Mercure Hotels Mainz City Center abgeschlossen. Renoviert wurden sämtliche Etagen, außerdem vier Suiten und ein Meetingraum in Zimmer umgewandelt, sodass sich deren Zahl auf 103 erhöht hat. Und auch die Fassade erhielt einen neuen Anstrich.

Tapete ab, Bodenbelag raus: General Manager Jürgen Axel im entkernten ehemaligen Restaurant. (Bild: Susanne Stauß)

Alle Zimmer sind jetzt klimatisiert und mit neuen Bädern ausgestattet. Die Zimmertüren erhielten ein neues Bluetooth-fähiges Schließsystem und wurden darüber hinaus durch den Überzug von Spezialfolien aufgewertet. Diese Methode eines italienischen Unternehmens ersparte den kompletten Austausch der Türen und dient somit auch der Nachhaltigkeit.

Rechterhand des Hoteleingangs ist im Bereich des ehemaligen Restaurants eine Kombination aus Lounge, Restaurant und Arbeitszone entstanden – Gesamtfläche 200 Quadratmeter. Das Storytelling des Hotels orientiert sich an seiner ursprünglichen Entstehungszeit Ende der 50er-Jahre. „Andere Hotels in Mainz setzen auf die klassischen Themen der Stadt wie Gutenberg, Fastnacht, Wein oder die römische Vergangenheit“, so General Manager Jürgen Axel. „Davon wollten wir uns abheben.“

Das Mid-Century-Thema spiegelt sich zum einen in der Farbauswahl von Wänden, Teppichen und Mobiliar wider, zum anderen im Nachbau von Möbelklassikern der damaligen Zeit wie Nierentischen oder Ohrensesseln. Den Empfangsbereich schmückt ein Kronleuchter in Form eines Petticoats, eine Jukebox darf natürlich nicht fehlen.

Der Empfangsbereich wurde zum Livingroom umgestaltet. Detail aus den 50er-Jahren: die Jukebox. (Bild: LFPI)

Gäste und Mitarbeitende detailliert informiert

„Als der Renovierungsplan im Frühjahr feststand, wurden die Gäste von uns informiert“, berichtet Jürgen Axel, der das Hotel seit 15 Jahren leitet. „Auf unserer Webseite klärte ein Info-Fenster über die Renovierung auf, die OTAs haben Gäste erst nach der erfolgten Buchung über die Umstände informiert.“

Die Mitarbeitenden des Hotels waren vorbereitet. Eigentümer und Hotelleitung hatten sie früh im Jahr über den Bauablauf informiert und ihnen die Renderings vorgestellt. Vor allem das Housekeeping war durch die sehr hohe Staubentwicklung besonders gefordert. „Sehr wichtig war es uns, das Team auf potenzielle Beschwerden vorzubereiten und ihm Handlungsspielraum einzuräumen“, so Axel. Gästen, die sich durch die Bauarbeiten gestört fühlten, wurden zum Frühstück eingeladen oder sie erhielten Gutscheine für spätere Aufenthalte. Solche Extra-Aufwendungen waren Teil des Baubudgets.

„Der Umbau wurde aus zwei Gründen bei laufendem Betrieb durchgeführt,“ so Felix Herfurth von LFPI Hotels Management Deutschland, die das Haus 2020 erworben hatten. „Wir wollten damit einerseits die Liquidität sichern, andererseits aber auch während der Renovierungsphase am Markt sichtbar bleiben.“ Die Gruppe kann bei Renovierungen auf bewährte Partner zurückgreifen und fürchtete daher wenig Probleme. „Das Wichtigste bei einer solchen Umbauphase ist die gründliche Bestandsaufnahme, um Überraschungen möglichst zu vermeiden“, so Erfurth.

Beim Umbau spielte das Thema Mid-Century die Hauptrolle. Typisch sind Möbelstücke mit schlanken Beinen und organische Formensprache. (Bild: Nicole Haines Fotografie )

Die Planungsphase für den Umbau betrug rund eineinhalb Jahre. Mit den Handwerkern wurden Kernzeiten festgelegt, in denen sie hämmern und bohren durften, ohne zu viele Gäste zu belästigen. „Außerdem haben wir einen Bauleiter aus dem benachbarten Wiesbaden eingesetzt“, so Erfurth weiter. „Auf einer so großen Baustelle sollte jederzeit ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen, der mit starker Stimme sprechen kann. Die Präsenz von Menschen mit Detailkenntnis ist wichtig.“ Entscheidend für das gute Gelingen sei auch der enge Austausch zwischen der Haustechnik und den Handwerksbetrieben, ergänzt Jürgen Axel.

Dass die Reklamationen während der gesamtem Umbauphase eher gering ausfielen, führt der General Manager auch auf Erfahrungen aus der Coronapandemie zurück. „Wir haben alle gelernt, in Zeitschienen zu arbeiten und die Gäste-Anzahl zu bestimmten Zeiten zu reduzieren“, sagt er. „Das war optimal für unsere Planung.“ So sei es beispielsweise durch vorzeitiges Abfragen der zeitlichen Vorlieben reibungslos gelungen, eine Gruppe von 100 Reisenden, die zu einem Event angereist war, auf drei Frühstücks-Slots aufzuteilen.

Akzente setzen grafische Wandmotive, gedeckte Farben und Holzkonsolen. (Bild: Nicole Haines Fotografie )

Größere Zwischenfälle habe es beim Umbau nicht gegeben. „Besondere Freude hat uns die Badsanierung mit dem Unternehmen Bothe aus Essen gemacht“, so Erfurth. „Es hat viel Erfahrung in der Sanierung von Altbauten und arbeitete sehr präzise.“ Einen Verzug gab es lediglich bei den Schließsystemen. „Wegen fehlender Halbleiter konnte zunächst nur die Hälfte der Zimmer damit ausgestattet werden“, so Jürgen Axel, dessen Laune das nicht trübte.

Geometrische Formen auch in den Bädern, harmonieren mit Holz in dunklen Tönen. (Bild: Nicole Haines Fotografie )

In der Historie ein Vorreiter

Das Mercure Hotel Mainz City Center war 1959 ursprünglich vom damals 22-jährigen Berno-H. Feuring, heute Senior-Chef des Beratungsunternehmens Feuring – Visionary Hotel Development aus Mainz, realisiert worden. Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung galt das Haus als richtungsweisender Hotelneubau, der modernen Komfort mit innovativen Servicekonzepten vereinte. Es hatte nicht nur eigene Badezimmer, sondern auch ein Frühstücksbuffet sowie weitere Ausstattungsmerkmale, die damals einer Sensation gleichkamen. So wurde eine zu damaliger Zeit unübliche Kategorisierung von Hotelzimmern vorgenommen: in Touristen-Komfort-Klasse, Business-Klasse und Luxus-Klasse. Durch Zukäufe und Erweiterungen wuchs das Hotel im Lauf der Jahre auf seine heutige Größe und wird von LFPI nach der extensiven Renovierung als Dreisterne-Superior-Hotel mit Fokus auf Individualgäste positioniert.

Susanne Stauß


Mercure Hotel Mainz City Center

  • Adresse:
    Kaiserstraße 7
    55116 Mainz
    T +49 (0)6131 971070
    hb829-gm@accor.com
  • Eigentümer: LFPI Hotels
  • General Manager: Jürgen Axel
  • Zimmer: 103
  • Food & Beverage: Frühstück, Tagesbar, Grab‘n-go-Station
  • Tagungen: Meeting-Raum

Renovierung 2022

  • Investitionsvolumen: ca. 3 Millionen Euro
  • Innenarchitekt: XiaWorks, Stuttgart
  • Projektleitung/Bauleitung: AXIAL Architekten, Wiesbaden
  • Badsanierung: Bothe Sanitär- Heizungs- und Lüftungs GmbH, Essen
  • Ausstattung: Hansgrohe (Armaturen), Kaldewei und Bette (Duschtassen), Villeroy & Boch (Toiletten), Kermi (Duschen), Aliseo (Haartrockner, Kosmetikspiegel)

 

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