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Start Design & Inspiration Umbau des Alpin Life Resorts Lürzerhof: Kinoreife Frischekur

Umbau des Alpin Life Resorts LürzerhofKinoreife Frischekur

Tiefgarage, Schwimmteiche, Ausbau des Spa-Bereichs und Auffrischung für 40 Zimmer. Der Lürzerhof in Untertauern brachte während des Lockdowns einen Mega-Umbau erfolgreich unter Dach und Fach.

Harald Habersatter hat bewegte Zeiten hinter sich – ganz unabhängig von der Corona-Pandemie. Vielmehr hat der 41-Jährige im Frühjahr seinen Lürzerhof in Untertauern im Salzburger Land großflächig umgebaut und dabei Hunderte Lkw-Ladungen Erdreich bewegt. 10.000 Kubikmeter mussten die Fahrer abtransportieren, damit eine Tiefgarage und zwei Schwimmteiche entstehen konnten. Zudem bekamen 40 der 60 Zimmer eine grundlegende Frischekur verpasst.

Der Wellnessbereich ist um ein Drittel auf nunmehr 4.000 Quadratmeter angewachsen. Es gibt sieben Saunen und Dampfbäder und sechs Pools. Habersatter hat für diesen Um- und Ausbau einmal mehr auf die Innenarchitekten von Köck und Bachler aus Fieberbrunn vertraut. Insgesamt hat der Hotelier fast fünf Millio­nen Euro in den neuen Look seines Hauses investiert.

Schneesicher bis 3.000 Kilogramm Last pro Quadratmeter

Die Baumaßnahmen waren mitunter tiefgreifend: Der bestehende Hotelpool musste bis in eine Tiefe von acht Metern mit Spritzbeton abgesichert werden. Im angrenzenden Erdreich entstand die Tiefgarage mit 35 Stellplätzen. Auf dieser befinden sich nun die beiden Schwimmteiche mit 250 und 120 Quadratmetern Fläche. Die Baufirmen standen vor der Aufgabe, Gewerke teils auf Lasten von mehr als 3.000 Kilogramm pro Quadratmeter auszulegen, weil im 1.000 Meter hoch gelegenen Untertauern im Winter viel Schnee fallen kann, dessen Gewicht zusätzlich zum Schwimmteich-Wasser wirkt.

Die Fläche, auf der Tiefgarage, Schwimmteiche und Außenbereich neu entstanden sind, gehörte bereits zum Hotel. „Das war unser Garten, der aber nicht optimal genutzt wurde“, so Harald Habersatter. Davon kann nun nicht mehr die Rede sein. Neben einer Eventsauna, in der es Aufgüsse mit Licht- und Nebeleffekten gibt, entstand eine Outdoor-Lounge, die die Wellness-Gäste vor oder nach dem Schwitzen genießen können. „Wir haben sie wie ein Wohnzimmer im Freien gestaltet.“ Nur auf den ersten Blickt wirkt die Lounge mit dem großzügigen Sofa und den eleganten Deckenleuchten wie eine abgeschlossene Wohlfühl-Kuschelzone. Tatsächlich bietet sie ein Maximum an Frischluft und Freiraum. Davor befindet sich ein neuer, ganzjährig beheizter Whirlpool, der in den kleinen Schwimmteich integriert, aber mit senkrechten Edelstahlwänden abgegrenzt ist.

Die Teiche kommen ohne Chemie aus. Die gekiesten Ränder dienen als Filterzonen, zudem gibt es größere Kiesfilter, durch die das Wasser regelmäßig gepumpt wird. „Es bildet sich ein Biofilm. Wie bei einem Bachbett, in dem das Wasser ständig in Bewegung ist und gefiltert wird“, erläutert Habersatter und ergänzt: „Das Gesteinsmaterial ist phosphatfrei. Andernfalls hätte man einen ständigen Eintrag ins Wasser, als würde man düngen: Dadurch würde das Algenwachstum gefördert werden.“

Saunieren mit Unterhaltungswert

Neben der Event-Sauna haben die Gäste nun die Wahl zwischen einer Bio-Almhüttensauna, einer Steinsauna, einem Aroma-Dampfbad, einem Sole-Dampfbad und einer Familiensauna. Ein Highlight ist das Wellness-Kino mit den fünf Infrarot-Sesseln, die Wärme auf den Rücken abstrahlen. „Infrarot ist eigentlich eine langweilige Sache, weil es eine gewisse Zeit zum Aufheizen braucht. Deswegen wollten wir Unterhaltung bieten“, meint Habersatter. Auf einem großen Bildschirm laufen daher zu festen Zeiten regionale und Naturfilme.

So wie im Kino ist auch im übrigen Spa gebeizte Eiche verbaut, die nicht nur langlebig ist, sondern beim Betrachten auch ein Gefühl der Wärme erzeugt. Neben Wänden und Decken sind auch die Böden in dem eleganten Holz gehalten. Schwierig wird es immer dort, wo es nass werden kann. An diesem Stellen setzt Harald Habersatter auf hochwertige und helle Steinzeug-Fliesen, die einen willkommenen Kontrast zu den elegant-dunklen Farben setzen. Dasselbe gilt für die beigen Stoffe und Bezüge, die für zusätzliche Auffrischung sorgen.

Die Beleuchtung ist fast immer indirekt, an einigen Stellen setzen Designer-Lampen ein Highlight. Zudem kommt im gesamten Haus viel Glas zum Einsatz, das Ein- und Ausblicke schafft. Auf diese Weise sind Sichtachsen entstanden, die die Natur direkt ins Hotel holen. Im „Private Spa“ wird es dank samtig anmutender Decken und Sofadesigns noch weicher und kuscheliger. Die Lichtspots sind zurückhaltend eingesetzt und illuminieren doch großzügig, sodass das Auge Raum und Größe auf Anhieb erfassen kann und keine verborgenen Nischen entstehen.

Viel Raum für Eleganz

In den 40 renovierten Zimmern des Haupthauses setzt sich das schlichte, aber wirkungsvolle Design fort. Holz und Glas bleiben dominant, Abwechslung entsteht durch die Kombination unterschiedlicher Hölzer. Eiche breitet sich auch hier auf dem Boden aus, Fichte und Lärche der Möbel und Wandverkleidungen geben dem Ensemble dabei eine neue, erfrischende Struktur. Alles ist eine Spur heller. Die Zimmer sind stark reduziert, Hotelier Habersatter hat bewusst einen puristischen Stil gewählt. „Wir wollen lieber das Maximum an Platz rausholen. Die Zimmer sind elegant im Design, haben aber durch das große Raumangebot einen hohen Nutzwert.“ Das trifft auch auf die Aufteilung zu. Die Familienzimmer verfügen über Stockbetten aus Lärchenholz für die Kinder. Davor sind zwei Schiebetüren eingebaut, um den Raum flexibel gestalten zu können. Offen entsteht tagsüber dadurch zusätzlicher Raum, nachts werden bei geschlossenen Türen zwei unterschiedliche Wohlfühl-Refugien für Groß und Klein geschaffen.

Die übrigen 20 Zimmer und Suiten hat Harald Habersatter 2016 neu bauen lassen. „Eigentlich haben wir seit 2002 immer irgendwo eine Baustelle“, sagt der 41-Jährige, der in jenem Jahr mehr oder weniger den Staffelstab von seinen Eltern übernommen hat. Heute führt er das Haus mit seiner Frau Christina, seine Eltern arbeiten im Hintergrund weiter tatkräftig mit. In Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit verfolgt der Hotelier einen langfristigen Plan: 2007 hat er ein Biomasse-Heizkraftwerk bauen lassen, das mit Hackschnitzel „gefüttert“ wird. Die Bäume dafür wachsen im hoteleigenen Wald.

Mittlerweile verfügt der Lürzerhof auch über eine kleine Wasserkraftanlage, die an der nahen Taurach steht. Damit werde zehnmal mehr Energie erzeugt, als das Hotel benötigt, betont Habersatter. Das 6,5 Millionen Euro teure Projekt hat er zusammen mit den Österreichischen Bundesforsten umgesetzt. Indirekt treibt die Taurach auch eine Wärmepumpe an. Das Wasser, das mit neun Grad Celsius fließt, wird auf vier Grad Celsius heruntergekühlt. „Dafür ist zwar Strom nötig, aber den produzieren wir ja ohnehin selbst“, freut sich der Hotelier.

Früherer Baustart in der Krise

Habersatter ist zufrieden mit den jüngsten Renovierungs- und Umbauarbeiten im Lürzerhof. Er musste das Hotel Mitte März durch die Coronakrise zwei Wochen vor dem geplanten Termin schließen. „Wir haben alles darangesetzt, die Bauarbeiten ebenfalls um diese 14 Tage vorzuziehen“, so der Hotelier. Das war kein einfaches Unterfangen, da bei Maßnahmen dieser Größenordnung ein Termin vom nächsten abhängt. Auch wusste in den ersten Tagen niemand, ob die Baggerfahrer überhaupt arbeiten durften. Schlussendlich wurde eine Punktlandung hingelegt und in der letzten Juli-Woche wie geplant eröffnet.

Christian Schreiber

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