Hidden Hospitality TT Hospitality: Alles aus einer Hand

Auf einem Bergplateau im Rheingau entstand mit dem Wald Weit ein Rückzugsort zwischen Wald, Weinbergen und moderner Architektur.
Auf einem Bergplateau im Rheingau entstand mit dem Wald Weit ein Rückzugsort zwischen Wald, Weinbergen und moderner Architektur. © Tim Karapetian

Der Auftritt kleinerer Hotelgruppen wird oft weniger wahrgenommen, da große Ketten im Rampenlicht stehen. Das will unsere Serie ändern. Diesmal im Fokus: die TT Hospitality aus Ingelheim.

Das Modell, Hotels nicht nur zu bauen, sondern sie auch selbst zu betreiben, erlebt seit der Pandemie in Deutschland eine Renaissance. Insbesondere dann, wenn es sich bei den Bauherren um private Unternehmer handelt. Ein Beispiel dafür ist die TT Hospitality. Das Unternehmen führt das im Februar 2025 eröffnete, oberhalb des Weindorfs Kiedrich gelegene Wald Weit Rheingau Hotel & Retreat. Es wurde von der Ingelheimer Unternehmensgruppe Molitor/Gemünden realisiert, die sich sowohl auf Wohnungs- als auch Gewerbebau spezialisiert hat.

Das Wald Weit ist das zweite Hotel, das die Geschwister Tina Badrot und Tim Gemünden, Geschäftsführer der Gesellschaft TT Hospitality und beide auch Mitglieder der Geschäftsleitung von Molitor/Gemünden, selbst betreiben. Ihr erstes Hotel in Eigenregie war das Hofgut Wißberg – Das Weinberghotel in St. Johann in Rheinhessen.

Mittlerweile betreibt TT Hospitality zudem das bisherige IBB Hotel in Ingelheim unter dem neuen Namen Das Karl. Dieses Haus hatte Molitor/Gemünden vor acht Jahren selbst entwickelt und realisiert. „Wir freuen uns, den Bereich der Hotellerie nun auch in unserer Heimatstadt weiter voranzutreiben,“ erklärten die Geschwister am Tag der Übernahme. In den vergangenen Jahren hatte Molitor/Gemünden bereits mehrere Hotelimmobilien realisiert, darunter zum Beispiel auch das Hyatt Place in Frankfurt Gateway Gardens oder die Serviced Apartments im Aparthotel Parkallee in Mainz-Budenheim.

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    Die Geschäftsführer der TT Hospitality: Tina Badrot und Tim Gemünden.
    © TT Hospitality GmbH & Co
    Die Geschäftsführer der TT Hospitality: Tina Badrot und Tim Gemünden.
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    Malte Budde die Gesamtverantwortung für die Hotelleriesparte und damit auch die Direktion des Hotels Wald Weit.
    © TT Hospitality GmbH & Co
    Malte Budde die Gesamtverantwortung für die Hotelleriesparte und damit auch die Direktion des Hotels Wald Weit.

Operative Hotelkompetenz

Mit der Entscheidung, die drei Hotels in St. Johann, Kiedrich und Ingelheim selbst zu betreiben, holten sich die Geschwister mit Malte Budde einen erfahrenen Hotelexperten ins Boot, der zudem in der Region bestens vernetzt ist. Er fungierte zunächst als Leiter Strategisches Management und Vertrieb und übernahm im März 2026 die Gesamtverantwortung für den Betrieb und damit auch die Direktion des Wald Weit. Unter seiner Leitung soll die Betriebsgesellschaft aber auch um weitere Hotels wachsen.

„TT Hospitality verfolgt eine langfristige Wachstumsstrategie mit einem Fokus auf individuelle Hotels und Gastronomiebetriebe mit Entwicklungspotenzial. Dabei interessieren wir uns speziell für inhabergeführte Unternehmen, bei denen eine Nachfolgeregelung fehlt oder eine neue Perspektive gesucht wird“, erklärt der Manager. Als Teil einer Unternehmensgruppe mit Wurzeln in der Bau- und Projektentwicklung verfüge die TT Hospitality zudem über umfassende Expertise, Immobilien nicht nur operativ erfolgreich zu führen, sondern auch baulich und konzeptionell weiterzuentwickeln.

„Dadurch können wir das Potenzial eines Standortes ganzheitlich erschließen – von der strategischen Neupositionierung über Investitionen bis hin zur langfristigen Wertsteigerung“, so Budde. Im Vordergrund stehe dabei, charakterstarke Betriebe nachhaltig weiterzuentwickeln und ihnen eine erfolgreiche Zukunft zu geben – immer mit Respekt vor ihrer Geschichte und ihrer Identität.

TT Hospitality

  • Unternehmenssitz: Ingelheim am Rhein
  • Gründungsjahr: 2021
  • Geschäftsführung: Tina Badrot und Tim Gemünden
  • Geschäftsführer Hotelbetrieb: Malte Budde
  • Hotels: Wald Weit Rheingau Hotel & Retreat, Kiedrich (80 Zimmer), Hofgut Wißberg – Das Weinberghotel, St. Johann in Rheinhessen (23 Zimmer), Hotel Das Karl, Ingelheim (109 Zimmer)
  • Vertragsarten: Eigentum, Pacht, Management
  • Mitarbeitende (Stand 2026): zirka 120
  • Gesuchte Objekte: Hotels und Gastronomiebetriebe im gehobenen Segment in der Region Rhein-Main-Gebiet, Rheinhessen, Rheingau sowie angrenzenden Regionen

Expanison in der Region

Derzeit befinden sich alle von der TT Hospitality GmbH & Co. KG betriebenen Hotels im Eigentum der Unternehmensgruppe. Grundsätzlich ist sie jedoch offen für unterschiedliche Betreibermodelle. Je nach Objekt, Standort und Entwicklungspotenzial können neben dem Eigenbetrieb auch Managementverträge, Pachtmodelle oder andere partnerschaftliche Vertragsformen sinnvoll sein. Vorgesehen ist dabei, das Portfolio gezielt und mit Augenmaß weiterzuentwickeln. „Unser Fokus liegt dabei auf unserer Heimatregion – insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, in Rheinhessen und im Rheingau und den angrenzenden Regionen. Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltiges Wachstum dort entsteht, wo man den Markt, die Menschen und die Besonderheiten einer Region wirklich kennt“, erläutert Budde die Strategie weiter.

Bei der Auswahl würden keine standardisierten Hotelkonzepte gesucht, sondern individuelle Betriebe mit Charakter und einer starken Identität. Besonders interessant seien Hotels und Gastronomiebetriebe im gehobenen Segment, die sich durch Qualität, Persönlichkeit, eine exklusive Lage und eine besondere Geschichte ­auszeichneten.

Eine klassische Hauptverwaltung gibt es bei der TT Hospitality derzeit bewusst nicht. Zentrale Funktionen wie Revenue Management, Human Resources, Buchhaltung und Reservierung werden standortübergreifend vom Wald Weit aus gesteuert und unterstützen alle Betriebe der Gruppe. Gleichzeitig bleibt jedes Haus operativ eigenständig und kann seine individuelle Identität sowie die Nähe zum Gast bewahren. „Dieses Modell ermöglicht es uns, Synergien effizient zu nutzen, Know-how zu bündeln und gleichzeitig die Flexibilität und unternehmerische Eigenständigkeit unserer ­Hotels zu erhalten“, zeigt sich Budde überzeugt.