Traube Tonbach Endspurt beim Neubau

Traube Tonbach Endspurt Eröffnung
Renate Finkbeiner hat die neuen Küchen mit ihren Teams gemeinsam geplant. © Julian Beekmann Fotografie

Das Großbauprojekt der Traube Tonbach ist auf der Zielgeraden: Ab dem 8. April heißt die Hoteliersfamilie Finkbeiner wieder ihre Gäste an dem Ort willkommen, wo einst das historische Stammhaus des Traditionshotels stand. Während der Innenausbau den Feinschliff bekommt, beginnt das Traube-Team mit dem Einzug in seine neue Wirkungsstätte. 

"Im Stammhaus zieht jetzt Leben ein", freut sich Seniorchef Heiner Finkbeiner mit Blick auf die kommende Woche. Um beim Endspurt mit vereinten Kräften ans Werk gehen zu können, ruht der reguläre Hotelbetrieb für die letzten Tage bis zur Wiedereröffnung. "Organisatorisch ist der Einzug ein Kraftakt, für den wir nochmals unsere Energie bündeln müssen, damit im neuen Gebäude alles seinen Platz findet", so der Hotelinhaber der Traube Tonbach.

Platz ist mit Blick auf den Neubau ein Schlüsselbegriff: Mit knapp 3.000 Quadratmetern über drei Geschosse wurde das Grundstück in Hanglage optimal genutzt. Im Inneren erwartet die Gäste künftig auf über 420 Quadratmetern wieder die kulinarische Vielfalt des Hotels mit den drei À-la-Carte-Restaurants "Schwarzwaldstube", "1789" und "Schatzhauser" im Erdgeschoss sowie dem "Quartier" für private Events im Obergeschoss.

Neuer Wirtschafts- und Servicetrakt

Fünfmal so groß ist der neue Wirtschafts- und Servicetrakt. Eine durchgängig optimierte Anordnung der einzelnen Küchenbereiche, Kühlhäuser und Trockenlager bis hin zur integrierten Warenanlieferung und Müllentsorgung sorgt hinter den Kulissen für verkürzte Wege und verbesserte Arbeitsabläufe, so die Verantwortlichen. "Auf unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen warten zwei großzügige Profiküchen nebst Patisserien, bestens ausgestattete Service- und Getränkestationen, hochmoderne Vorbereitungs- und Spülküchen sowie ansprechende Aufenthaltsräume und helle Büros", so Hotelier Sebastian Finkbeiner.

Die Größe ist jedoch nicht mit der tatsächlichen Nutzfläche gleichzusetzen, merkt Matthias Finkbeiner an: "Die verbaute Technik für Energie, Lüftung, Elektrik, Kühlung und Fahrstühle ist auf dem allerneuesten Stand und füllt – gut verborgen – ganze Räume." Der Hotelier ergänzt: "Wenig verwundern wird wohl, dass wir besonderen Wert auf ein innovatives und voll elektrisches Sicherheitskonzept bezüglich Einbruch und Brandschutz gelegt haben."

Neue Küche

Florian Stolte wird aus einer neuen Küche heraus mit seiner rund 20-köpfigen Mannschaft das neue "Schatzhauser" und "1789" bespielen. "Herzstück ist natürlich unser maßgeschneiderter Herdblock von Menü System, aber zum Kochen wird die neue Küche einfach von A bis Z ein Gewinn sein", freut sich Stolte. "Wir haben viele clevere Gadgets geplant, die das Arbeiten leichter und rückenschonender machen."

Die beiden Gourmetadressen der Sterneköche fanden während der Bauphase eine vorübergehende Bleibe. An das auf dem Parkhausdach des Luxushotels eigens errichtete "temporaire" erinnern nach Hotelangaben heute nur noch die Container, in denen die beiden Küchen untergebracht waren. "Kaum zu glauben, dass unser Team hier in den vergangenen 21 Monaten über 10.000 Gäste verwöhnt und seine Michelin-Sterne zurück erkocht hat", verdeutlicht Matthias Finkbeiner. Anfang März wurde mit dem Rückbau der Restaurants begonnen. "Wir wollten trotz des Zeitdrucks nach dem Brand nachhaltig und vorausschauend bauen. Deshalb haben wir 2020 alles gleich so konzipiert, dass die Herde, Küchengeräte und ein Großteil des Mobiliars im Stammhaus wieder eingebaut oder weiterverwendet werden kann", erklärt Finkbeiner.

Bauleitender Architekt

Rainer Günter berät die Traube Tonbach bereits seit über 30 Jahren und hält als bauleitender Architekt die Fäden zusammen. Bauherrin Renate Finkbeiner nennt ihn "unseren Dompteur im Durcheinander". Bei seinen Auftraggebern musste Günter nach eigenen Aussagen neben dem Mut für Neues vor allem auf maximale Entschlussfreudigkeit vertrauen. "Bauen unter Zeitdruck heißt Entscheiden unter Zeitdruck", sagt Renate Finkbeiner im Rückblick auf die fast zweijährige Planungs- und Bauphase. Hunderte Details mussten ausgesucht und umgehend bestellt werden, so die Bauherrin. "Nicht nur Schönes wie Holz, Fliesen, Stoffe, Leuchten, Mobiliar. Auch weniger dekorative, aber wichtige funktionale Dinge wie Sicherheitstüren oder Belüftungs- und Akustiklösungen." Trotz einiger Lieferengpässe bei Baumaterialien sei der ambitionierte Zeitplan aufgegangen.

Im großen Rahmen gefeiert werden soll die Wiedereröffnung indes nicht. Heiner Finkbeiner verrät, dass sich sein Team vor allem auf etwas freue, was es in den letzten zwei Jahren im Hotel praktisch nicht gegeben habe: "Normalität wünschen wir uns. Deshalb öffnen wir am 8. April einfach das Stammhaus, begrüßen unsere Gäste in unseren neuen Restaurants und sind wieder das, was wir am liebsten sind: Gastgeber."