Hotelimmobilienmarkt Transaktionsaktivität bei Hotels weiter gering

Deal besiegeln durch einen Handschlag.
Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen nach Angaben von CBRE in den ersten drei Quartalen dieses Jahr rund 514 Millionen Euro. © Freedomz - stock.adobe.com

In den ersten drei Quartalen von 2023 summierte sich das Investitionsvolumen auf rund 514 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 60 Prozent.

Das Immobiliendienstleistungsunternehmen CBRE teilt mit, dass im dritten Quartal 2023 am Hotelinvestmentmarkt in Deutschland 16 Transaktionen in Höhe von zusammen 155 Millionen getätigt wurden. Mit 48 Prozent fand, wie auch im Vorjahreszeitraum, ein großer Anteil im Value-Add und opportunistischen Bereich statt. Die einzige Core-Transaktion seit das Holiday Inn Mannheim City – Hauptbahnhof. Zudem entfielen laut CBRE zweit Drittel des Volumens auf Standorte außerhalb der Top-7-Städte.

Zu den größten Transaktionen im dritten Quartal 2023 zählten:

  • Der Ankauf des Holiday Inn Mannheim mit 150 Zimmern, Teil der mischgenutzten Büro- und Hotelprojektentwicklung „No.1“, durch den Hamburger Investment- und Assetmanager Fondsgrund. Verkäufer war die Adler-Tochter Consus. Der Gesamtpreis lag bei rund 75 Millionen Euro.
  • Die Veräußerung des Essential by Dorint Hotels in Köln-Deutz und des Nh Hotels in Magdeburg mit insgesamt 260 Zimmern an die Alchemy Step Hotel Group. Die Hotels werden in den kommenden Monaten renoviert und an das Marriott System im Form von Franchise Verträgen angeschlossen.
  • Der Erwerb des Nestor Hotels in Neckarsulm mit 84 Zimmern durch die Art-Invest. Im Zuge eines neuen langfristigen Pachtvertrages mit der The Chocolate on the Pillow Group wird eine Renovierung und Neupositionierung des Hotels vorgenommen.

Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen nach Angaben von CBRE in den ersten drei Quartalen dieses Jahr rund 514 Millionen Euro – ein Rückgang um 60 Prozent im Vergleich zu 2022. "Der Hotelinvestmentmarkt spiegelt die allgemeine abwartende Haltung am Immobilieninvestmentmarkt wider, obwohl die Betreiberzahlen positiv sind. Dementsprechend sehen wir auch viele Betreiber, die aktuell als Käufer auftreten", sagt Helena Rickmers, Associate Director Hotel Investment bei CBRE. Allein Whitbread, der Mutterkonzern des Hotelbetreibers Premier Inn, machte mit bisher drei getätigten Transaktionen in diesem Jahr mehr als zehn Prozent des Gesamtvolumens aus. Die stärkste Käufergruppe waren aber weiterhin offene Immobilienfonds mit einem Anteil von 29,1 Prozent. Damit waren institutionelle Investoren weiterhin aktiv – auch wenn deutlich selektiver als zuvor.

Zum ersten Mal seit 2012 wurde in den ersten drei Quartalen keine Transaktion mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro abgeschlossen, so CBRE. Zudem hätte auch nur eine Transaktion oberhalb der 50-Millionen-Euro-Marke stattgefunden.

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Hoteltransaktionsvolumen seit 2009. - © CBRE Research

Prognose für das Gesamtjahr 2023

"Bis zum Jahresende erwarten wir ein Investitionsvolumen am Hotelimmobilienmarkt von einer Dreiviertelmilliarde Euro", sagt Rickmers. "Es befinden sich aber auch noch großvolumige Transaktionen auf dem Markt, die – sollten sie noch 2023 abgeschlossen werden – das Volumen über die Eine-Milliarde-Euro-Hürde heben könnten." red/sar