Tourismus So verändert sich das Reiseverhalten der Asiaten – mit Auswirkungen für Europa

Gerade Chinesen gehören zu den Wachstumstreibern auf dem internationalen Reisemarkt. (Bild: Fotolia)

Der Anstieg der Auslandsreisen aus Fernost ist weiterhin stark: Allein in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres betrug das Plus satte acht Prozent. Doch profitiert davon auch die europäische Hotellerie?

Ein maßgeblicher Wachstumstreiber waren Reisen innerhalb Asiens, die um zehn Prozent zugenommen haben und damit alle anderen Regionen übertrafen. Das geht aus der Trendanalyse des World Travel Monitor® im Auftrag der ITB hervor.

Laut der Analyse sind Reisen aus Asien mit acht Prozent schneller gewachsen als der weltweite Auslandstourismus mit sechs Prozent. „Nach einem eher moderaten Anstieg im Jahr 2017 verzeichnet Asien wieder einen sehr starken Aufwärtstrend. Ein wesentlicher Faktor für das Wachstum ist China mit 13 Prozent mehr Auslandsreisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum”, kommentiert Rolf Freitag, CEO von IPK International.

Auslandsreisen innerhalb Asiens überholen andere Regionen

Reisen innerhalb des eigenen Kontinents trugen wesentlich zum starken Wachstum in Asien bei. Sie wuchsen mit einem Anstieg von zehn Prozent deutlich stärker als Reisen in andere Regionen. In den ersten acht Monaten von 2018 stiegen die Reisen der Asiaten nach Europa um vier Prozent an und zeigen damit etwas schwächere Wachstumsraten im Vergleich zum letzten Jahr.

Trotz der allgemein stagnierenden Zahlen war Spanien mit einem Zuwachs von 14 Prozent eines der beliebtesten europäischen Reiseziele. Auch Großbritannien konnte – trotz allgemein weniger Besuchern – bei den Asiaten ein Plus von acht Prozent verbuchen. Für Reisen nach Nord- und Südamerika setzten sich die unterdurchschnittlichen Wachstumsraten des letzten Jahres fort, denn sie empfingen ein Prozent weniger Asiaten.

Strandurlaube wachsen – Rundreisen sind rückläufig

Wie in allen Ländern der Welt, haben die Urlaubsreisen der Asiaten wesentlich zum globalen Wachstum der Auslandsreisen beigetragen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres lagen sie mit zehn Prozent sogar im zweistelligen Bereich. Dagegen blieben Geschäftsreisen sowie Besuche bei Verwandten und Freunden mit jeweils zwei Prozent im Vergleich zum letzten Jahr deutlich unter dem Durchschnitt.

Städtereisen sind mit einem Marktanteil von rund einem Drittel nach wie vor die beliebteste Urlaubsart der Asiaten und wuchsen zwischen Januar und August um weitere zehn Prozent. Noch stärkere Zuwächse gab es bei Strand- und Badeurlauben. Das zweitwichtigste Segment in Bezug auf asiatische Auslandsreisen legte um 15 Prozent zu. Rundreisen hingegen – ähnlich wie im letzten Jahr – waren rückläufig und gingen um zwei Prozent zurück.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Asiaten während Auslandsreisen nahm leicht ab und sank auf durchschnittlich 5,6 Nächte. Grund ist hier mitunter die Verschiebung von Rundreisen, die in der Regel mit einem längeren Aufenthalt verbunden sind, hin zu mehr Städtereisen sowie Strandurlauben. Die durchschnittlichen Ausgaben sind mit circa 1650 Euro pro Reise in etwa gleich geblieben.

Langsameres Wachstum für 2019 erwartet

Mit Blick auf das Jahr 2019 sagt IPK International einen Anstieg der Auslandsreisen der Asiaten von sechs Prozent voraus. Damit liegen sie auf dem gleichen Niveau des weltweiten Trends. Im Vergleich zu den bisherigen Entwicklungen ist in den nächsten zwölf Monaten mit einem immer noch positiven, aber langsameren Wachstum zu rechnen. Einer der Gründe dafür sind die Entwicklungen in Japan, wo IPK International einen stagnierenden Markt erwartet. Diese Prognosen basieren auf dem World Travel Confidence Index von IPK International, der jährlich auf Grundlage von Aussagen der Umfrageteilnehmer über ihre Reiseabsichten für die nächsten zwölf Monate erstellt wird.