Anzeige
Anzeige
Anzeige
Start Coronakrise Tourismus-Modellprojekt Lübecker Bucht: Arthotel Mare erklärt freiwilligen Ausstieg

Tourismus-Modellprojekt Lübecker BuchtArthotel Mare erklärt freiwilligen Ausstieg

Ab dem 26. April soll an der Lübecker Bucht ein Modellprojekt zum Neubeginn des Tourismus starten (wir berichteten). Das Arthotel Mare in Scharbeutz hat jetzt seinen freiwilligen Ausstieg bekannt gegeben. In einer Erklärung begründet das Hotel seine Entscheidung.

In der Erklärung auf der Webseite des Arthotels Mare heißt es: “Obwohl uns die zurückliegenden Monate vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt haben und weiterhin stellen, können und wollen wir nicht an aus unserer Sicht sinnlosen Maßnahmen teilnehmen.” Die Hotel-Verantwortlichen wollen dabei herausheben, dass die Tourismusagentur Lübecker Bucht zu jeder Zeit der Pandemie großen Einsatz gezeigt habe und alles Mögliche getan habe, um die Wiederöffnung für den Tourismus zu ermöglichen. Die gute Absicht rechtfertige jedoch nicht die nun angedachten Maßnahmen.

Hotel sieht Verstöße gegen die DSGVO

Die Anforderungen und Auflagen im Rahmen des Modellprojekts seien weder zielführend noch akzeptabel. Aus Sicht des Arthotels Mare seien sie teilweise sogar rechtwidrig, da sie in manchen Punkten der DSGVO widersprechen würden. So könne das Hotel nicht nachvollziehen, warum zur Kontaktnachverfolgung eine App eingesetzt werden müsse, die in seinen Augen Daten erhebe, intransparent verarbeite und Sicherheitslücken aufweise. “Der elementarste Grundsatz der DSGVO, nämlich die Einholung einer Zustimmung zur Erhebung von Daten – also die Freiwilligkeit – wird dabei ad absurdum geführt, da man als Gast faktisch ohne scannen des QR-Codes kein Geschäft betreten, in keinem Hotel einchecken und auch sonst keinen Ort betreten darf, an dem ein Scannen über die Luca App vorgesehen ist.”

Zudem ziehe die Verarbeitung von Gesundheitsdaten für Gastgeber aufwendige Anforderungen des Gesetzgebers nach sich, die sich laut Hotelverantwortlichen nicht in wenigen Tagen umsetzen lassen würden. “Da kein Gastgeber diese Anforderungen standardmäßig erfüllt, ist die Aufforderung, diese Daten zu speichern, insbesondere vor dem Hintergrund der drakonischen Strafen bei Verstößen gegen die DSGVO ein weiterer Widerspruch, den wir nicht weiter mittragen möchten und können”, heißt es in der Erklärung.

Und weiter schreiben die Verantwortlichen: “Vor dem Hintergrund das es nach über einem Jahr nach Beginn der Pandemie sehr wohl eine breite Datenlage gibt, die bestätigt, das Hotels nicht zum Infektionsgeschehen beitragen und dem Fakt das die nun geforderten Maßnahmen in keinem zumutbaren Verhältnis mehr stehen, sehen wir leider keine andere Option als unsere Teilnahme an dem Corona Modellprojekt zurückzuziehen.”

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link