Vor Bund-Länder-Beratungen am Montag Landespolitiker dringen auf Perspektive für Tourismus in Deutschland

Für viele ist es unverständlich, warum Osterurlaub auf Mallorca möglich ist, nicht aber in Deutschland. © Pixabay/WebWertig

Die jüngsten Entwicklungen auf dem internationalen Reisemarkt erfordern nach Meinung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) rasche Entscheidungen zum Tourismus in Deutschland. "Wir werden über Ostern reden müssen", sagte sie mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen am Montag, den 22. März 2021. "Ich glaube, dass es schwer vermittelbar ist, dass die Bundesregierung einerseits jetzt wieder Urlaub in anderen Ländern frei gegeben hat, zum Beispiel Urlaub auf Mallorca, und gleichzeitig kein Urlaub im eigenen Bundesland möglich ist", sagte Schwesig.
Das sieht auch Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga, so. Sie sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Es ist für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen - und ich kann es auch niemandem erklären." Zumal es an der deutschen Küste zum Teil niedrige Inzidenzwerte gebe.

Osterurlaub noch nicht abgeschrieben

Schwesig hatte sich in der Vergangenheit nicht abgeneigt gezeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern mit dem Nachbarland Schleswig-Holstein regional eine schrittweise Öffnung für den Tourismus anstreben könnte, falls es keine bundesweit einheitliche Regelung geben sollte. Denn die Branche habe Ostern als Saisonauftakt noch nicht abgeschrieben. In den Hotels lägen viele Vorbuchungen vor.

Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert von der Bund-Länder-Schalte zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie "ein klares Signal für Osterurlaub in Deutschland". Das Ostergeschäft sei für viele "der letzte rettende Strohhalm", sagte Aiwanger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Tausende Betriebe stünden finanziell und emotional mit dem Rücken zur Wand, "da darf die Politik nicht mehr länger zusehen", forderte Aiwanger. Auch aus Sicht des Infektionsschutzes halte er Urlaub in Bayern für besser als auf Urlaubsinseln im Süden mit diversen zusätzlichen Kontakten. dpa