Weihnachtsgeschäft Tourimusbranche kritisiert Bahnstreik

Bahnverkehr im Bahnhof mit Uhranzeige
Sollen ab Donnerstagabend wieder die Arbeit einstellen: Die GDL hat erneut zu Warnstreiks aufgerufen. © MKS - stock.adobe.com

Die Lokführergewerkschaft GDL hat wieder zum Warnstreik aufgerufen. Branchenvertreter befürchten spürbare Auswirkungen auf den Deutschlandtourismus.

Durch den angekündigten Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) müssen Reisende auf der Schiene mit massiven Einschränkungen rechnen - ab Donnerstagabend, 22.00 Uhr, soll der Ausstand im Personenverkehr beginnen, im Güterverkehr soll es schon ab 18.00 Uhr losgehen.

Zwar hat die Deutsche Bahn (DB) für den Fernverkehr einen Notfahrplan erstellt, doch zahlreiche Verbindungen werden wegen des Warnstreiks, der bis Freitagabend (22.00 Uhr) andauern soll, wohl ausfallen.

Kritik an erneuten Warnstreiks

Sowohl die deutsche Tourismuswirtschaft (BTW) als auch der deutsche Tourismusverband (DTV) kritisieren die GDL für den erneuten, bundesweiten Streik. "Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Dennoch kritisieren wir, dass lange geplante Reisen und Auszeiten, die sich die Menschen zum Ende dieses herausfordernden Jahres verdient haben, nun der extremen Kurzfristigkeit des Streiks zum Opfer fallen", so der Generalsekretär des BTW, Sven Liebert. Durch den jüngsten Wintereinbruch hätte die touristische Mobilität bereits massive Unregelmäßigkeiten erfahren. Der jetzige Streik mit all den damit verbundenen Problemen schließe nun fast nahtlos daran an. "Zudem brauchen zahlreiche touristische Unternehmen ein starkes Winter- und Adventsgeschäft. Diese leiden nun unter kurzfristigen Absagen von Gästen, wenn diese ihre Anreisen nicht antreten können", so Liebert.

Auch der Geschäftsführer des DTV, Norbert Kunz, äußerte sich zum Warnstreik: "Die Zeit vor Weihnachten wird nach unserer Erfahrung häufig für Städtereisen oder Tagesausflüge, vielleicht zum Weihnachtsmarkt in einer größeren Metropole oder auch ins Umland genutzt. Wenn diese Fahrten jetzt durch den Streik ausfallen müssen, bedeutet das für die Reisenden nicht nur entgangene Lebensfreude und den Aufwand der Stornierungen."

Für Hotels und Gastgeber sowie die Kommunen und ihre jeweilige Tourismuslandschaft seien die Einbußen noch gravierender: Ihnen entgehe erheblicher Umsatz. Im Durchschnitt aller Reisen generiert jeder Tourist bei einer Übernachtung rund 100 Euro Umsatz. Das sind immense wirtschaftliche Folgen", sagt Kunz. Vor diesem Hintergrund treffe der aktuelle Streik eine Branche, die sich noch nicht vollkommen von den Corona-Auswirkungen erholt und auf das Weihnachtsgeschäft gehofft hat. "Wenn man nun speziell auf die Gastronomie und die vermutlich ab Januar leider wieder auf 19 Prozent steigende Mehrwertsteuer schaut, ist der Zeitpunkt für diese Einbußen denkbar ungünstig", so Kunz abschließend. sar/dpa