Tortue Hamburg Trio eröffnet Hamburgs jüngstes Designhotel

Carsten von der Heide, Anne-Marie Bauer und Marc Ciunis (Foto: Tortue)

Typisch französisches Savoir Vivre trifft auf hanseatischer Schick: Marc Ciunis, Carsten von der Heide und Anne-Marie Bauer haben im restaurierten Stadthöfe-Quartier mit dem Tortue ein neues Hotel geschaffen, das sich mit seinen 126 Zimmern zwar als Boutiquehotel versteht, aber eine riesige Gastronomie anbietet. Die Erwartungshaltung: Das Tortue soll einschlagen, »wie eine Bombe«.

»Tortue« (sprich: Tortüh) ist das französische Wort für »Schildkröte«. Ein ungewöhnlicher Name für ein Hotel, aber gut gewählt, um Aufmerksamkeit beim Publikum zu erzielen und sich in dessen Gedächtnis zu verankern. Hinter dem Projekt stehen drei Vollprofis aus der Hamburger Hotellerie und Gastronomie, miteinander befreundet und nun im Trio auch als Geschäftspartner verbandelt: Marc Ciunis, bis 2014 Geschäftsführer und Gesellschafter des Designhotels East auf St. Pauli, Anne-Marie Bauer, die das East bis 2013 leitete, sowie der Inhaber des Hamburger Restaurants »Tarantella«, Carsten von der Heide. Ciunis und von der Heide fungieren in dem gepachteten Objekt (Eigentümer ist die Ärzteversorgung Niedersachsen) als operative Geschäftsführer, Anne-Marie Bauer als Hoteldirektorin.

TORTUE HAMBURG Treppenhof

Als Teil des Stadthöfe-Quartiers ist das sechsstöckige Gebäude im ehemaligen Amt für Stadtentwicklung (erbaut 1888) untergebracht – imposant und Zeitzeuge zugleich ist die rote Backsteinfassade des Luxushotels. Innen wurde so einiges umgestaltet. Unter der Ägide von David Chipperfield Architects und dem in Hamburg ansässigen Stephen Williams Associates wurden Säulen behutsam restauriert und in das Designkonzept eingebunden. Meterhohe Decken und schmiedeeiserne Detailarbeiten harmonieren mit original Fresken von Adrian Karbowsky aus dem Jahr 1910, Böden aus Mosaikfliesen und hohen, gewölbten Fenstern.

Die 114 Zimmer, acht Suiten und vier Longstay-Apartments strahlen schon beim Betreten dank des wunderbaren Mustermix, dezenten Farbgebungen und überlegten Proportionen eine Wohlfühlatmosphäre aus. Vornehme, aber einladende Zimmereinheiten hat Innendesignerin Kate Hume in ihrem ersten kommerziellen Großprojekt geschaffen. Sie kombiniert eigens für das Tortue Hamburg angefertigte Tapeten von Little Owl Design aus Amsterdam mit sanften Messinghängelampen von Arieti, hellgefliesten Bädern und Illustrationen aus Wasserfarbe der Hamburger Künstlerin Anne Katrin Stroeh. Französische Balkone an einigen der Zimmer runden das Flair ab.

In den Restaurants und Bars des Tortue Hamburg empfängt den Gast dann ein anderes Design. Keine Geringere als die in Hong Kong ansässige Joyce Wang wählte für das asiatische Restaurant Jin Gui ein dunkleres und verführerisches Interieur – geschickt unterbrochen von kleinen Zweier-Sofas, bezogen mit einem grafischen, wandteppichgleichen Stoff. Mit saisonalen, und wann immer auch möglich biodynamischen, Gerichten werden die Gäste hier, in der Glasveranda und auf der Terrasse im Innenhof verwöhnt.

Das Tortue wirkt vom Start weg derart stimmig, dass sich die Frage aufdrängt, ob sich das Konzept nicht auch in andere Städte exportieren lässt. »Erst einmal soll das Haus hier einschlagen wie eine Bombe. Wir sind aber nicht abgeneigt zu expandieren, wenn sich da was entwickelt«, sinniert Marc Ciunis.

Einen großen Opening-Bericht zum Tortue Hamburg lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe von Top hotel.