Tophotel-Test: Das Drei-Generationen-Review im The Student Hotel Berlin Tophotel-Test: Das Drei-Generationen-Review im The Student Hotel Berlin

Als angesagter Player präsentiert sich das Student Hotel Berlin vor allem in den öffentlichen Bereichen. © The Student Hotel/Dominik Koppen

The Student Hotel Berlin versteht sich als moderne Destination – ohne Grenzen und offen für alle. Das Versprechen: Hier fühlen sich Studenten ebenso wohl wie ihre Eltern, Leisure-Gäste genauso wie Business-Reisende. Doch hält das Konzept, was es verspricht? Das perfekte Objekt für den Start der neuen Tophotel-Generationen-Review, in der Reporter der drei aktuell im Tourismus relevantesten Altersklassen Hotels unter ihren individuellen Gesichtspunkten beurteilen.

Neue Serie von Tophotel: Drei-Generationen-Review

 
Millennials (1981-1995), Gen X (1966-1980), Babyboomer (1956-1965) – jede Generation hat ihre eigenen, höchst unterschiedlichen Erwartungen an ein Hotel. In unserer neuen Serie lassen wir deshalb ausgewählte Häuser nicht von einem Tester besuchen, sondern gleich von drei anonymen Besuchern aus eben diesen drei Altersklassen.

Zum Start entsendete Tophotel die drei Mystery-Gäste in das Student Hotel Berlin, um von ihren individuellen Erlebnissen entlang der "Customer Journey" zu berichten, vom Check-in bis zum Dinner. Dabei setzt die Redaktion auf echte Profis: Alle drei Tester sind in der Hospitality-Branche beheimatet, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen.
Für die neue Tophotel-Generationen-Review werden die drei Reporter künftig zweimal im Jahr mit geschultem Blick ein Hotel besuchen, das sich als Destination für jedes Alter versteht. Anschließend beantwortet jeder Tester einen Fragebogen, dessen Ergebnisse die Redaktion analysiert und zusammenfasst.


Die Generationen-Tester im Detail

Millennial: Bereits während ihrer Ausbildung als Hotelfachfrau bei einer internationalen Hotelkette konnte die Mystery-Checkerin der Generation Millennial (1981-1995, auch Generation Y genannt) einen Blick hinter die Kulissen der Hospitality-Branche werfen. Anschließend war sie im operativen Bereich tätig, schnupperte in Business-Development-Themen hinein und sattelte schließlich ein branchenspezifisches Bachelor- sowie Masterstudium obendrauf. Aktuell verantwortet sie das Marketing einer deutschen Hotelkette.
Gen X: Nach einer abgeschlossenen Lehre als Hotelfachmann und einem BWL-Studi-
um war unser Mystery-Checker der Generation X (1966–1980) in unterschiedlichen Bereichen der Branche, auch im Operativen, aktiv. Heute ist er beratend in der Hotellerie tätig und als Dozent auf die Bereiche Hotelprojekt-Management und Operations Management spezialisiert.
Babyboomer: Profi im Marketing sowie Verkauf ist die Tophotel-Testerin der Generation Babyboomer (1956–1965). Die Mystery-Checkerin kennt sich sowohl mit Hotel-Themen wie auch speziell mit der (Um-)Bau-Branche im Hospitality-Bereich aus und bewegt sich vor allem in der Welt der diversen Industriepartner für Hotellerie und Gastronomie. Durch zahlreiche Geschäftsreisen konnte sie bereits viele Hotels von innen inspizieren.


Der Test beginnt: Die Buchung - unkompliziert

Noch vor der Anreise ist die Buchung der erste wichtige Touchpoint mit dem Hotel. Hier kann das Student Hotel schon mal punkten. Alle drei Tester sind sich einig: "Der Buchungsvorgang online war unkompliziert." Kostenpunkt für ein Zimmer der Kategorie "Standard Plus" (laut Website mit einer Durchschnittsfläche von 22 Quadratmetern und Queensize-Bett): zwischen 92 und 114 Euro inklusive Frühstück; für alle Tester ein Preis, der als angemessen empfunden wurde.
Nettes Gimmick zudem: eine automatisierte Pre-Stay-E-Mail, die vor allem der Millennial-Testerin positiv in Erinnerung blieb: "Die Mail war nett aufgemacht und ermöglichte noch mal den direkten Kontakt zum Front-Office-Team. Super!"

Der erste Eindruck: Verkehrsgünstig, aber mit Baustelle

"In der Mitte von allem! Willkommen am perfekten Ort, um dein Berlin-Abenteuer zu starten." Damit wirbt das Student Hotel auf seiner Homepage. Doch kann das Versprechen auch gehalten werden? "Jein", sagen die Reporter. Positiv: Das Hotel liegt verkehrsgünstig, ist mit Bahn oder Taxi zu erreichen und recht zentral an der Alexanderstraße 40, rund einen Kilometer vom Berliner Fernsehturm, entfernt.
Nicht so erfreulich fanden die Tester allerdings die temporäre Baustelle direkt vor der Haustüre. Gen X: "Die Gegend fand ich eher speziell. Das lag einerseits an der großen Baugrube neben dem Hotel, andererseits an den Hochhäusern gegenüber." Ähnlich formuliert es unser Millennial: "Den Mikrostandort fand ich nicht sonderlich ansprechend." Und bei der Testerin der Babyboomer-Generation kam die Befürchtung auf: "Hoffentlich ist es ruhig in den Zimmern."

Im Hotel angekommen: Bauliche und sprachliche Barrieren

Bei den ersten Schritten ins Hotel fiel zwei Testern auf: Zwar hat man sich dort viel Mühe mit der aufwendigen Gestaltung des Eingangsbereichs gegeben. Aus ihrer Sicht wurde dort jedoch das Design über die Benutzerfreundlichkeit gestellt.
Auf den Vertreter der Gen X wirkte das Bild zweier Hände auf der Eingangstür "eher wie ein abwehrendes Symbol", wie er berichtet. "Das Gefühl verstärkte sich, als ich nach dem Hineingehen als Erstes einen Hindernisparcours bewältigen musste." Die Reporterin der Generation Millennial ergänzt: "Direkt gegenüber der Tür befand sich eine stoppende Barriere. Ob dies eine willkommenheißende Atmosphäre wirklich verstärkt?"

Check-in: Lobenswert mit kleinen Abstrichen

Unübersehbar: Die knallgelben Check-Points befinden sich mitten im Hotel-Shop. (Bild: The Student Hotel Berlin/David Böll) © The Student Hotel/David Böll

Online lobt ein Gast den "hervorragenden Gästeservice" im Student Hotel Berlin. Doch wie sieht es damit im Real-Life-Test an den Check-in-Inseln in der Lobby des Hotels aus? Direkt im Shop, in dem T-Shirts und andere Items mit dem Branding des Hauses verkauft werden, befinden sich runde Terminals, an welchen die Gäste mithilfe eines Touch-Displays theoretisch ohne Personal einchecken könnten. Von den Tophotel-Testern musste sich aber keiner allein durch das Menü klicken. Die Gäste wurden von aufmerksamen und freundlichen Mitarbeitern (auf Englisch, was aber keinen störte) empfangen, die den Service übernahmen. "Es war eine nette und proaktive Begrüßung", erzählt die Vertreterin der Generation Millennial.
Einzig habe sie verwirrt, dass der Check-in vom Personal vorgenommen wurde. "Das war sehr nett. Schön wäre gewesen, man hätte erklärt, warum dies so ist." Als positiv hebt sie hervor: "Ich wurde zum Lift geleitet wie in einem Fünfsternehotel." Zudem positiv für sie und die zweite Testerin: Beide bekamen ein Upgrade in eine höhere Zimmerkategorie und Begrüßungs-Gummibärchen. Zudem erhielt die Reporterin der Babyboomer-Generation einen Getränkegutschein. Nur Gen X ging leer aus. Der Tester sagt: "Ich habe als Einziger, wie ich später erfuhr, weder ein Zimmer-Upgrade noch ein Goodie bekommen, obwohl der Check-in fast zeitgleich stattfand. In dem Moment nicht schlimm, im Nachhinein aber schade."

Zimmererlebnis: Eindruck mit gemischten ­Gefühlen

"Orte, an denen Urlaub und Zuhause, Arbeit und Vergnügen, Design und Komfort aufeinandertreffen", sollen die Zimmer des Student Hotels sein. "Wir glauben an fließende Grenzen", heißt es online. Doch was bedeutet das für das Zimmerprodukt? Können Räume und das bunte Interior wirklich alle Generationen begeistern?
In der Review zeigt sich die Vertreterin der Babyboomer mit dem Zimmer zufrieden: "Es war alles da, was man braucht." Besonders erfreulich für sie: Es gab einen Schreibtisch, Wasserkocher und Nespressomaschine. Gen X und Millennial sind dagegen eher kritisch. Auf beide Tester machte das Zimmer zwar einen in Teilen stylischen, aber kargen Eindruck. Die Reporterin der Generation Millenial spricht von einer sehr großen Zimmerfläche, die nur teilweise eingerichtet schien. "Es handelte sich um ein Eckzimmer mit großer Fläche und sparsamer Möblierung. Insgesamt war es leider auch sehr dunkel im Zimmer, und die Dimmfunktion des Lichts habe ich erst am nächsten Morgen entdeckt. Allerdings schaffte es auch die hellste Stufe nicht, das Zimmer auszuleuchten. Schade!"
Das Interior punktete bei der Testerin mit Innovationsgeist: Positiv fiel die ausreichende Ablagefläche des Schreibtischs auf, der an der Stirnseite des Zimmers Platz für Laptop und Unterlagen bot. Auch die innovative Stromversorgung (Steckdosen- und USB-Würfel am Schreibtisch, im Bettgestell eingelassene Steckdose) sowie das bequeme Bett konnten punkten. Allerdings: "Der graue Teppichboden war leider alles andere als anheimelnd und erinnerte mich eher an Grundschulzeiten. Zudem war es leider sehr kalt."
Auf den Mystery-Checker der Generation X wirkte das Zimmer ebenfalls karg: "Bei der Einrichtung hat man gleich gemerkt, dass alles auf Studentenflair gemacht ist. Etwa an dem Pinboard, an dem Postkarten mit Aufschriften hingen. Leider wirkten die Sprüche auf mich etwas gewollt." Zudem berichtet der Tester von Haaren auf dem Bettlaken: "Leider bestätigte sich der etwas unreinliche Eindruck, der durch den Teppich entstanden war (und durch das unangemessen wirkende 'Kondom als Gruß des Hauses', das auf dem Nachttisch lag). Denn auf dem Bett fand ich mehrere Haare. Ich wollte schon reklamieren, habe mich dann aber umentschieden und die Haare selbst entfernt." Zudem, so der Tester, hätte man in der Nacht sehr laut schlagende Brandschutztüren im Gang gehört. Das sorgte auch bei den anderen beiden Mystery-Checkern für teils unruhige Nächte.
weiter auf S. 2

Das Bad: zu dunkel, zu klein, zu nass

Die Bäder, die wie das übrige Hotel auch komplett neu gebaut worden sind, empfanden die Tester unisono als sauber, allerdings zu dunkel. Zudem störte die knapp bemessene Ablagefläche. Als Handtuchhalter dienten lediglich zwei Haken, an welchen ein Jutebeutel mit einem Fön darin hing.
Beim Duschtest zeigte sich, dass der Wasserdruck im achten Stock noch nicht optimal eingestellt war. Auch eine durchgehende Duschwand, die eine größere Wasserlache auf den Fliesen verhindert hätte, fehlte den Reportern. Die in Pappkarton eingepackte Seife (zusätzlich zu einem Spender in der Dusche) empfanden die Tester als "nicht nachhaltig".

Quietscheenten an den Wänden und rote Sofas sorgen in der Lounge für eine moderne Atmosphäre. (Bild: The Student Hotel Berlin/David Böll) © The Student Hotel/David Böll

Öffentliche Bereiche: Design punktet mit Extravaganz

"Kiss my Abs" (dt. "Küss meine Bauchmuskeln"): Auch im Fitnessbereich finden die Gäste lockere Sprüche auf Englisch an den Wänden. (Bild: The Student Hotel Berlin/David Böll) © The Student Hotel/David Böll

Besonders stolz sind die Macher des Hotels auf das wilde Interior-Design im quietschbunt-geometrischen Memphis-Stil der 1980er-Jahre. Lebhaft zeigen sich die öffentlichen Bereiche, wie Bar, Restaurant, Lounge und der Eingangsbereich mit seinen Tischtennisplatten. Gen X: "Gleich im Entrée fielen mir die Tischtennisplatten auf. Das fand ich eine coole Idee. Generell hat man sich Mühe gegeben, in den öffentlichen Bereichen eine warme Atmosphäre zu kreieren."
Der Reporterin der Generation Babyboomer blieben
Details wie Quietscheenten als Wanddekoration positiv in Erinnerung. Begeisterung auch über den Fitnessbereich: "Die Ausstattung war gut, und der Blick auf die Straße und den Fernsehturm motiviert mehr als eine – oft als Workout-Bereich genutzte – Kelleranlage."

Restaurant-Erlebnis: Essen top!

„Hunger down, Happiness up“ (dt. „Weg mit dem Hunger, her mit
der Fröhlichkeit“) lautet einer der vielen Sprüche im Hotel, hier
im Restaurant. (Bild: The Student Hotel Berlin/Dominik Koppen) © The Student Hotel/David Böll

"Essen und Trinken sind das perfekte Mittel, um Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen. Unser Menü enthält allgemein beliebte Gerichte und Getränke unserer Weltenbummler", heißt es auf der Hotel-Website. Beim Test präsentierte sich die Karte kreativ mit modernen Gerichten in Snack-Größe und teils mit lokalem Bezug. Angeboten wurden beispielsweise panierte und frittierte Pilze, zeitgemäß angerichtet in einer Bowl, mit Käseraspeln, Zitrone und Dip (5,50 Euro).
Spannend fanden die Tester auch die Soßenbar, an der sich die Gäste bedienen durften. Gen X: "Soßen satt. Hier können alle Gäste etwas Neues ausprobieren!" Geschmacklich waren ebenfalls alle zufrieden. Dazu sagt die Testerin der Generation Millennial: "Das Geschmackserlebnis war gut, die Portionen fand ich für den Preis auch absolut angemessen. Lediglich die Getränke wirkten teilweise sehr teuer, insbesondere das Bier mit sieben Euro für 0,5 Liter."

Restaurant-Erlebnis: Service Flop!

Beim Service zeigte sich allerdings: Hier ist noch Nachholbedarf. So berichten die Reporter zwar von einer freundlichen Grundstimmung. Jedoch stand der Gast nicht im Fokus. Die Bestellungs-Aufnahme ließ trotz leeren Lokals und guter Personalsituation auf sich warten, Getränke und Speisen wurden in willkürlicher Reihenfolge serviert.
So sagt die Testerin der Generation Millennial: "Der Gast schien nicht im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Hier muss die Corporate Behaviour, am besten schon beim Onboarding, noch besser vermittelt werden." Der Vertreter der Gen X beschreibt es noch drastischer: Man sei Zeuge zigfacher inniger Umarmungen und Grüppchenbildungen der Mitarbeiter geworden. "Manche wirkten überdreht, liefen tänzelnd zu den gewollt überlauten Beatgeräuschen durch die fast leere Restauration, den Blick stets an den wenigen Gästen vorbeigerichtet. Man fühlte sich als Gast, als wäre man zu früh in einen Club gekommen und müsse nun warten."

Die Bar: Leckere Drinks, aber ohne Atmosphäre

Cheers: An der Bar des Student Hotels Berlin werden neben Cocktails auch internationale Bierspezialitäten serviert. (Bild: The Student Hotel Berlin/Dominik Koppen) © The Student Hotel/David Böll

Vom Restaurant an die Bar. Dort zeigten sich die Reporter zumindest nicht unzufrieden mit den Getränken und der Kreativität bei der Auswahl der Gläser sowie der Deko. Die Preise (beispielsweise ein "Pineapple Old Fashioned" mit Plantation Pineapple Rum, geräuchertem Meersalz und Angostura Bitter für zwölf Euro) fanden sie in Ordnung. Vorbildlich: Die Testerin der Generation Babyboomer wurde vom Personal auf die Happy Hour (zwei ausgewählte Drinks zum Preis von einem, von 17 bis 19 sowie 22 bis 0 Uhr) hingewiesen. Die Stimmung am Tresen zeigte sich allerdings an einem Abend unter der Woche verhalten. Gen X: "Man fühlte sich verloren. Der Host fehlte." Für etwas Versöhnung konnte am Ende der Bartender sorgen, der sich über einen Plausch am Tresen zu freuen schien.

Frühstück: Büfett beeindruckt mit Auswahl

Von der gut sortierten Käse- und Wurstauswahl über Brot, Semmeln und Müsli bis hin zu diversen Eierspeisen (aus Freilandhaltung) mit einer großen Soßenauswahl, Danish Pastry und Superfood wie Gojibeeren wussten die Tester das Frühstück für 13 Euro pro Person zu schätzen. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis war absolut in Ordnung, und durch die große Auswahl würde das Büfett auch bei einem mehrtägigen Aufenthalt nicht langweilig", sagt die Reporterin der Generation Babyboomer. Gen X: "Beispielsweise an der Eier-Auswahl hat man beim Frühstück auch gemerkt, dass das Haus nachhaltig ist. Super!"

Kontakt zu den Studenten: Nur in bestimmten Bereichen

Das Student Hotel hat seinen Namen nicht von ungefähr. Tatsächlich können sich Studenten für mehrere Monate in dem Haus einmieten. Doch bekommt man davon als Gast überhaupt etwas mit? Ja, begibt man sich in die "richtigen Teile" des Hotels.
In der gemütlichen Lounge mit den roten Sofas sowie in der Spiele-Area mit Tischtennisplatten und diversen Sitzgelegenheiten und im Innenhof begegneten die Tester immer wieder Studenten. "Für meine Generation war es eine gute Gelegenheit zu sehen, wie die jungen Leute heute wohnen, leben und reisen", sagt die Babyboomerin. Ein echter Austausch habe aber nicht stattgefunden. Gen X: "Ich kann mir vorstellen, dass es erst bei großen Events ein richtiges Miteinander gibt."

Check-out: Freundlicher Abschied

Wieder konnten die freundlichen Mitarbeiter bei allen Testern punkten. Das geschulte Personal arbeitete professionell, zielgerichtet und nahm sich Zeit, nach der Zufriedenheit der Gäste, dem Aufenthalt und dem Zimmerprodukt zu fragen. Ein Detail, das man verbessern könnte: Die Rechnung wurde erst auf Nachfrage gereicht.


Fazit: Ausbaufähige Leistung

Millennial: Herausheben möchte ich den Service beim Check-in und Check-out. Hier fühlte ich mich sehr willkommen und gut umsorgt. Auch die Speisekarte im Restaurant fand ich sehr kreativ. Beim Service in Restaurant und Bar hätte ich mir mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Da das Hotel noch am Anfang steht, kann man hier sicher noch vieles mit einem guten Onboarding oder Briefing rausholen. Der Anfang ist schon gemacht, denn die Stimmung innerhalb des Teams schien toll. Nun gilt es, den Mitarbeitern zu erklären, dass sich der Fokus auf den Gast mit diesem Teamspirit vereinbaren lässt. Zudem mein Verbesserungsvorschlag für die etwas karg wirkenden Zimmer und das Bad: Hier könnte man mit Zonen arbeiten und noch mehr Ablagefläche im Bad schaffen. Insgesamt ein mutiges Hotelkonzept, das noch etwas dazulernen muss.
Gen X: Leider würde ich vom aktuellen Standpunkt keinen weiteren Aufenthalt im Student Hotel buchen. Vor allem hat im Service die Schulung gefehlt. Hier gilt es auch zu erklären: Wie gehe ich als Mitarbeiter mit einem vollen, aber auch mit einem leeren Restaurant um? Eigentlich mag ich das Studentische, aber hier fühlte ich mich leider nicht zur Community zugehörig. Das Interior fand ich an einigen Punkten nicht ganz zu Ende gedacht – wie etwa im Eingangsbereich, wo die Gäste eine Barriere erwartet. Auch hier kann man aber sicherlich noch nachjustieren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für das Zimmer fand ich trotzdem absolut in Ordnung.
Babyboomer: Cool, hip, passt zum jungen Berlin! Was ich mir aber noch wünschen würde: die kleinen funktionalen Details, die Komfort und Gemütlichkeit ausmachen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für ein brandneues Hotel ziemlich gut. Alles in allem habe ich mich mindestens so wohl gefühlt wie erwartet.


 

The Student Hotel Berlin: Studentisches Konzept für alle

Im Oktober 2019 hat in Berlin das zweite deutsche Haus der bunten niederländischen Hotelgruppe The Student Hotel eröffnet. Die Philosophie: Alle Gäste sollen connecten, also sich vernetzen. Ob Student, Business-Reisender oder Leisure-Gast.
Das Besondere an dem 85 Millionen Euro teuren Neubau in der Nähe des Alexanderplatzes: 282 der 475 Zimmer sind als Co-Living-Einheiten gestaltet, die Studenten für eine Zeitspanne von mehreren Monaten buchen können – inklusive eigener Meldeadresse. Entscheiden können sich die Gäste im Student Hotel Berlin zwischen Hotel-, Short-Stay- und Studentenzimmern.
Ergänzt werden diese durch öffentliche Bereiche wie Restaurant, Bar, Studierzimmer und weitere ­Coworking-Spaces, Fitnessraum und Wäscherei. Für das an den bunten Memphis-Stil angelehnte Interior zeichnet ein hauseigenes Unternehmen in Zusammenarbeit mit spanischen Designern verantwortlich.