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Thorsten Lehmann und Kai Sannwald von Sunny Air Solutions zu Luftreinigern“Es gilt zu klären, was die Anschaffung grundsätzlich erreichen soll“

Um die Raumluft von den Corona-Viren zu befreien, kann unter anderem auch eine entsprechend geeignete und leistungsfähige Lüftungstechnik zum Einsatz kommen. Doch was ist beim Thema Luftreiniger zu beachten? Thorsten Lehmann und Kai Sannwald, Geschäftsführer Sunny Air Solutions, äußern sich im Interview unter anderem zu Unterschieden zwischen UV-C- und Filtertechnik.

Hotel+Technik: Herr Lehmann, Herr Sannwald, neben der grundsätzlichen Entscheidung, ob man als Hotelier oder Gastronom zusätzlich Luftreinigungstechnik benötigt, gilt es auch zu entscheiden, ob man auf Abscheidetechnologie mit H13/H14-Filtern setzt oder sogenannte Luftentkeimungsgeräte bevorzugt, die zum Beispiel auf UV-C-Licht basieren. Was gilt es hierbei abzuwägen?

Thorsten Lehmann: Um sich für das passende Luftreinigungsgeräte zu entscheiden, gilt es zunächst abzuklären, was die Anschaffung grundsätzlich erreichen soll. Geht es um eine reine Entkeimung, oder will ein Unternehmen beispielsweise auch Allergiker zusätzlich schützen?

Bei der Vielzahl an Geräten, die der Markt bietet, gibt es natürlich auch jede Menge Unterschiede. Das fängt mit der tatsächlichen Leistung an, gilt aber auch bei Lautstärke, beim Stromverbrauch oder im Design. UV-C-Luftentkeimer benötigen meist dank schlankerer Bauweise weniger Platz. Sie verbrauchen auch weniger Strom und sind leiser, da sie die Luft nicht durch mehrere Lagen Filter drücken.

Kai Sannwald: Ein ganz wesentlicher Unterschied liegt im Bereich der Wartung: Bei Hepa-Geräten muss ein Fachmann regelmäßig den Filter wechseln. Bei nicht rechtzeitigem oder unsachgemäßem Wechsel drohen Gesundheitsgefährdungen. UV-C-Röhren halten bis zu 16.000 Betriebsstunden, danach lassen sie sich wie ein reguläres Leuchtmittel austauschen und entsorgen.

Dank unserer Marktübersicht und Expertise beraten wir und sprechen Empfehlungen aus. Für welches Modell sich ein Kunde letztendlich entscheidet, bleibt ihm natürlich selbst überlassen.

Wann sind im konkreten Einzelfall denn Luftreiniger mit entsprechenden Filtern sinnvoll, wann Luftentkeimer? Wo lässt sich welche Technologie am sinnvollsten einsetzen?

Thorsten Lehmann: Die Installation von Luftreinigern mit Hepa-Filtern ist immer dann sinnvoll, wenn in den Räumen auch Pollen, Rauch oder anderen Gerüche eliminiert werden sollen – was zum Beispiel zum Schutz von Allergikern wichtig ist. UV-C-Geräte empfehlen wir Kunden, die eine reine Entkeimung und wenig Wartungsaufwand wünschen.

Worauf sollte man bei der Auswahl von Geräten grundsätzlich achten, damit diese auch Ihren Zweck erfüllen und sich nicht als Fehlinvestition entpuppen?

Kai Sannwald: Bei der Wahl des bestgeeigneten Luftreinigungsgerätes spielen Parameter wie Größe, Höhe oder Art des Raums eine wichtige Rolle. Auch die Personenzahl des Raums und die Art der Tätigkeit, die diese hier nachgehen, gilt es vorab abzuklären.

Wichtig ist, dass das Gerät die Raumluft je nach Technologie zwischen drei- bis sechsmal pro Stunde umwälzt. Der Luftreiniger sollte einen entsprechenden Luftvolumenstrom bewältigen können. Die meisten Hersteller geben allerdings nur den maximalen Luftvolumenstrom an. Diesen nutzt jedoch kaum jemand im Alltag, da Geräte bei dieser Stufe einfach zu laut arbeiten. Deshalb empfehlen wir, lieber zwei Geräte einzusetzen und diese auf niedriger Stufe laufen zu lassen.

Wie lässt sich die Effektivität und Wirksamkeit des Gerätes beurteilen, welche Kriterien sollte man hier beachten und gegenchecken?

Thorsten Lehmann: Die Wirksamkeit von Luftreinigungsgeräten ist leider nicht mit bloßem Auge erkennbar – Viren und Bakterien sind nun einmal unsichtbar. Keimmessungen sind deshalb eine wichtige Hilfe, um die Effizienz von Luftreinigungsgeräten zu bewerten.

Kai Sannwald: Wir nehmen mit einem professionellen Keimmesser Proben in Intervallen – zu einem Moment Null und dann nach 15, 30, 45 und 60 Minuten. Ein Labor prüft diese Proben im Anschluss. Bestenfalls stellt es fest, dass die sich die Keimbelastung in der Luft bei einem laufenden Luftreinigungsgerät kontinuierlich vermindert. Das Prüfverfahren ist für Filter und UV-C-Geräte identisch.

Worauf sollte man bezüglich der Sicherheit achten, etwa beim Filter- oder UV-Lampenwechsel?

Thorsten Lehmann: Filterwechsel ist Profi-Sache. Insbesondere, wenn Filter zur Bekämpfung des Sars-Cov-2-Virus zum Einsatz kommen. Nicht einfach ab in die Tonne: Der Austausch hochwirksamer Hepa-Filter der Klasse H13 oder H14 von Luftreinigungssystemen ist um ein Vielfaches komplizierter. Experten empfehlen dringend, insbesondere während der Pandemie, einen Wechsel des kontaminierten Filters durch einen Fachmann.

Tatsächlich tauschen jedoch oftmals Laien die Hepa-Filter aus – was zu einer großen Gefahr führt. Denn die Filter entfernen zwar Partikel aus der Luft, inaktivieren sie jedoch nicht. Wie beim unsensiblen Wechsel von Staubsauger-Beuteln schwirren so schlimmstenfalls hochkonzentriert abertausend pathogener Keime wie Sars-Cov-2-Viren in der Luft. Wer den Filter wechselt, läuft Gefahr, eine Ladung Viren abzubekommen. In diese Falle tappen Kunden umso leichter, da zahlreiche Hersteller bei der Anschaffung nicht auf den fachgerechten Wechsel hinweisen.

Kai Sannwald: Filter sollte grundsätzlich nur ein Fachmann nach thermischer Dekontamination und einer Ruhezeit von sieben Tagen wechseln. UV-C-Geräte gilt es beim Wechsel der Röhren unbedingt auszuschalten. Im Anschluss lassen sich die Röhren wie bei jedem anderen Leuchtmittel auch austauschen und entsorgen.

Es gibt auch Anbieter, die Luftentkeimer auf Basis von sogenannter Ionisation anbieten. Was halten Sie davon und wie beurteilen Sie diese Technologie?

Kai Sannwald: Bislang fehlen wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf die Wirksamkeit der Entkeimungsleistung bei reiner Ionisierung der Raumluft. In Kombination mit einem Filter kann sich die Ionisation aufgrund der clusterbildenden Eigenschaft positiv auf die gesamte Reinigung auswirken.

Ohne die Verwendung von Filtern würden die Cluster in einem Raum lediglich zu Boden sinken und dort verbleiben. Dann wäre es durchaus möglich, dass diese Cluster beispielsweise durch Zugluft erneut aufwirbeln. Damit wäre das Infektionsrisiko kaum reduziert.

Thorsten Lehmann: Der entscheidende Nachteil der Ionisierung besteht aus unserer Sicht darin, das bei der Erzeugung von Negativ-Ionen gleichzeitig auch unerwünschte Nebenprodukte entstehen. Dazu zählen Ozon oder Stickoxid – insbesondere Ozon ist durch seine oxidierende Eigenschaft gesundheitsschädlich. Daher sollten Geräte kein Ozon aktiv in einen Raum mit permanent anwesenden Personen zuführen. Den durch Ozon und gegebenenfalls Stickoxide entstehenden chlorähnlichen Geruch empfinden im Raum anwesende Personen oftmals als störend.


Hintergrund

Beratung und Schulung als Angebot

Die beiden Geschäftsführer Thorsten Lehmann und Kai Sannwald haben Sunny Air Solutions ím Dezember 2020 gegründet. Das Münchner Unternehmen agiert eigenen Angaben zufolge herstellerunabhängig. Es will demnach Betriebe bei der Entscheidungsfindung in Sachen Hepa- und UV-C-Technologie beraten und als Lösungsfinder auftreten. Im Angebot hat es Geräte von Herstellern beider Technologien.

Das Unternehmen bietet zudem regelmäßig Schulungen und Webinare an, in denen es Interessierten Tipps und Informationen gibt. Den Teilnehmenden werden zum Beispiel grundsätzliche Fragen rund um Luftreinigungssysteme beantwortet. Das nächste kostenfreie Webinar findet am 2. Juni um 11 Uhr statt. Anmeldung über www.sunnyairsolutions.com.


 

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