The NiuHotelneubau in der Airport-Stadt in Bremen

Je nach Tageszeit und Blickwinkel eröffnet die Fassade ein neues Bild. (Bild: Anke Müllerklein)

Die Airport-Stadt in Bremen soll sich nach Plänen von Westphal Architekten BDA verändern. Als Auftakt dient das im April eröffnete „The Niu“ mit seiner Metfallfassade.

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Die Airport-Stadt ist mit mehr als 500 Unternehmen und 20.000 Beschäftigen einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Bremen. Zukünftig soll das Areal nicht nur optimale Rahmenbedingungen für die dort ansässigen Unternehmen bieten. Hier soll urbaner Alltag Einzug halten, auch für die Bewohner und Besucher der Hansestadt. Damit dies gelingt, haben Westphal Architekten BDA aus Bremen eine städtebauliche Masterplanung für den Bereich Airport-City West erarbeitet, der zur Vernetzung von flughafeneigenen und externen Nutzungen beitragen soll. Auf Basis des Rahmenplans ist als erster Baustein ein Hotelneubau entstanden, mit dem das Büro Westphal Akzente in der Airport-Stadt Bremen setzt, aber vor allem einen impulsgebenden Auftakt für die umfassende städtebauliche Neugestaltung bildet.

Der Neubau des Hotels „The Niu“ mit 153 Zimmern ist im Auftrag der Peper & Söhne Gruppe Bremen für die Hotelgruppe Novum entstanden. Mit seiner Kurvierung folgt der Baukörper dem Schwung der Erschließungsstraße zum Terminal und markiert mit seinen sieben Geschossen an der Henrich-Focke-Straße die stadträumliche Bedeutung in Nachbarschaft zum Europacenter. Entlang der Hanna-Kunath-Straße reduziert sich der Baukörper auf die im Masterplan vorgesehene Fünfgeschossigkeit, die in der zukünftigen Bebauung fortgeführt werden soll.

Mit seiner Kurvierung folgt der Baukörper dem Schwung der Erschließungsstraße zum Terminal und markiert mit seinen sieben Geschossen an der Henrich-Focke-Straße die stadträumliche Bedeutung in Nachbarschaft zum Europacenter.

Den Architekten war es wichtig, im Erdgeschoss einen öffentlichen Raum zu schaffen, der das Hotel als Ort des Austauschs und der Kommunikation wahrnehmbar macht und einlädt, dieses zu betreten. Das drückt das Gebäude über Kubatur und Grundriss mittels eines über die gesamte Länge des Hotels vollflächig verglasten Foyers aus.

Metallfassade mit Licht- und Schattenspielen

Der Hotelneubau hat eine ganz eigene Fassadentypologie und stellt damit Wegmarke und Symbol für die Erweiterung der westlichen Airport-Stadt dar. So sucht der neue Baukörper die Distanz zum gestalterischen Bild der Umgebung, das überwiegend durch eine stereotype Klinkerfassadenarchitektur der 80er Jahre geprägt ist.

Der Unterschied artikuliert sich insbesondere in der plastisch gestalteten, vorgehängten Metallfassade. Die dreidimensional und polygonal geformten Elemente erzeugen eine elegante und bewegte Ansicht. Je nach Perspektive, Wetter und Tageszeit ergeben sich fortwährend neue Ansichten und sich ständig verändernde Licht- und Schattenspiele. Bei näherer Betrachtung wird ersichtlich, dass die vorgehängten, champagnerfarbenen Fassadenelemente über eine gleichmäßige Perforation verfügen, die die Komplexität der unterschiedlichen Geometrien zusätzlich erhöht.

Die Architekten haben sich für eine perforierte Metallfassade entschieden, um den dafür üblichen Glanzgrad und die damit einhergehende starke Reflexion des Materials zu brechen und der Fassade eine stoffliche Anmutung zu verleihen. Weil die Lüftungsflügel, die zur natürlichen Belüftung der Hotelzimmer dienen, nicht sichtbar hinter der Metallfassade eingesetzt werden konnten, wird das Fassadenbild nicht beeinträchtigt.

Steinbruch als gestalterische Grundidee

„Auf der Suche nach einem gestalterischen Prinzip für die Fassade haben wir uns ganz bewusst gegen den für den norddeutschen Raum typischen Klinker entschieden“, erklären die Architekten den Entwurfsprozess. So war zunächst eine Sichtbetonfassade geplant, die mittels regelmäßig angeordneter Fenster ein strenges Raster ergibt. Um diese Strenge, aber auch die Anonymität der Umgebung aufzulösen, erfolgte zunächst die Bündelung von zwei Fenstern und damit zwei Zimmern in der Fassade. Um Kostenersparnisse zu erzielen, entschieden sich Architekten und Bauherr im weiteren Entstehungsprozess der Fassade schließlich gegen die geplante Beton- und für eine vorgehängte Metallfassade.

Diese ließ ein noch größeres Spiel mit Form und Tiefe zu, so dass die bildgebende Idee des Steinbruchs über gekantete und gelochte, farbig eloxierte Blechtafeln in die Realität übersetzt werden konnte. Nach Entwicklung und Bemusterung einer maßgeschneiderten Metalltafel erfolgte die konfektionierte Produktion aller Bauteile, die mit Hilfe einer Unterkonstruktion montiert wurden. Eine kaschierte Dämmung ermöglicht dabei einen optimierten Wärme- und Witterungsschutz.

Flexible Grundrissgestaltung für individuellen Innenausbau

Das Hotel „The Niu“ wurde in Stahlbetonbauweise ausgeführt, bei der zwei massive Stahlbetonkerne die Haupttragelemente bilden. Das statische System ermöglicht eine flexible Handhabung der Grundrisse aller Geschosse, so dass der Innenraum nach den Wünschen und nach Maßgabe des Corporate Designs des Nutzers gestaltet werden konnte. Die Gebäudetiefe ist für eine klassische zweibündige Hotel-Anlage mit Mittelflur ausgelegt.

153 Zimmer gibt es im “The Niu” in der Airport-Stadt in Bremen.

153 Zimmer stehen seit Eröffnung im April 2020 zur Verfügung. Die Geschosshöhen belaufen sich auf vier Meter im Erdgeschoss und drei Meter in den Obergeschossen. Die innere Erschließung der einzelnen Ebenen erfolgt über die repräsentative Eingangshalle mit zwei Aufzügen und zwei Treppenhäusern. Das Erdgeschoss beherbergt neben der Lobby und dem Frühstücksbereich weitere Aufenthaltszonen und eine Bar.

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