Mit 281 Zimmern, japanischem Restaurant und eigenem Kunstprogramm hat das bislang größte Haus der Lifestyle-Marke eröffnet. Es ist bereits die zweite deutsche Neueröffnung in diesem Jahr.
Nach Berlin nun München: Nur wenige Monate nach der Eröffnung des The Dean Berlin hat die irische Hotelgruppe ihr zweites deutsches Haus eröffnet. The Dean Munich ist im ehemaligen Roomers-Gebäude im Münchner Stadtteil Westend untergebracht.
Jugendstil trifft 1980er-Jahre
Das Designkonzept stammt von Tatjana von Stein, die selbst in München aufgewachsen ist. Sie lässt im The Dean zwei Epochen der Münchner Kulturgeschichte aufeinandertreffen: den Jugendstil mit seinen floralen Motiven, geschwungenen Linien und handwerklichen Details auf der einen Seite – und das Münchner Nachtleben der 80er-Jahre auf der anderen, mit Hochglanzflächen, Lackierungen und dramatischer Beleuchtung.
„Das ist eine Stadt, die tief in ihrer Geschichte verwurzelt ist und sich zugleich immer wieder neu erfinden will“, sagt von Stein. Sie habe genau diese Spannung „zwischen Eleganz und Überschwang“ einfangen wollen. Das Design solle außerdem eine Seite Münchens zeigen, „die wirklich nur Einheimische kennen: seinen reichen musikalischen und kulturellen Geist".
In der Lobby finden sich cremefarbene Lackwände, weiche Polster und ein symbolisches Augenmotiv, das an postmoderne Mystik anknüpfen soll. Kontrastreiche Zierleisten und dezent reflektierende Oberflächen ziehen sich durch die öffentlichen Bereiche. Im ganzen Haus stehen maßgefertigte Möbel und Leuchten aus dem Studio von Tatjana von Stein, dazu Vintage-Stücke, Leuchten des Kölner Studios Kuhlmann und ein eigens entwickeltes Soundsystem von Friendly Pressure.
Die 281 Zimmer sind bewusst schlicht gehalten: Eine sanfte Farbpalette und dezente Jugendstil-Elemente prägen die Gestaltung. Für die passende Stimmung sollen Düfte der Marke DS & Durga sorgen, die von der irischen Natur inspiriert sind. Die Zimmerkategorien reichen von Standardzimmern bis zu einer Dean Suite und einer Penthouse Suite.
Sushi, Robata-Grill und Sake-Cocktails
Als kulinarisches Aushängeschild hat The Dean das Signature-Restaurant „Ibasho“ an den Start gebracht – ein japanisches Konzept, das auf Saisonalität, Präzision und verspielte Präsentation setzt. Die Leitung hat Chefkoch Alex Craciun übernommen, der zuvor bei der Eröffnung des Londoner Restaurants „Sosharu" mitwirkte und zuletzt sein eigenes Lokal „Aces Food Craft" führte.
Auf der Karte findet sich unter anderem Craciuns gepresstes Sushi – von Gelbschwanzmakrele mit Avocado und Trüffel bis zu Wagyu mit Oscietra-Kaviar. Dazu kommen eine Sashimi-Komposition und ein Robata-Grill für Steaks und Meeresfrüchte. Bei den Getränken stehen Sake und Cocktails im Mittelpunkt, darunter der „Seijaku Martini“ aus Sake, Haku-Wodka und Salzlösung, dazu eingelegter Ingwer und Gurke.
„The City Beneath the City“ mit Münchner Künstlern
Um das Hotel fest in seinem Standort zu verankern, zeigt The Dean ein eigens für den Standort entwickeltes Kunstprogramm mit dem Titel „The City Beneath the City". Kuratiert hat es Christian Ganzenberg, Autor und Leiter des internationalen Münchner Kunstfestivals „Various Others". Die Idee dahinter stammt aus Italo Calvinos Roman „Die unsichtbaren Städte“: Die Sammlung vereint zeitgenössische Künstler aus München und will die überraschenden Seiten einer traditionsreichen Kunststadt aus heutiger Sicht zeigen.
Mit dabei sind unter anderem Ju Young Kim, deren Skulpturen Jugendstil-Formen mit ganz alltäglicher Infrastruktur verbinden, und Veronika Hilger, deren Bilder zwischen Erinnerung und Traum changieren. Jieun Park hat eine Arbeit eigens für die öffentlichen Bereiche geschaffen. In den Zimmern hängen Fotografien aus dem „Der Greif Studio“, und der Künstler Ossian Fraser hat für seine Auftragsarbeiten Material direkt vom Hotelgelände verwendet.
Unter dem hauseigenen Label „Power“ betreibt The Dean in München einen Fitness- und Wellnessbereich mit Hallenbad, Sauna, Dampfbad und Behandlungsraum. Das Konzept sei mehr als ein herkömmliches Fitnessstudio: Angeboten werden angeleitete Gruppentrainings mit Musik, darunter MetCon-Einheiten sowie Restore- und Flow-Kurse rund um Mobilität, Langlebigkeit und Balance. Ergänzt wird das Angebot durch Ruheräume und einen Thermalbereich mit Kontrasttherapie. red/sar